Straße zwischen Flacht und Mönsheim Die Furcht vor dem Porsche-Pendlerverkehr

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Die Kreisstraße K 4569/K 1017 ist dringend sanierungsbedürftig. Foto:  

Mönsheim - Noch längst nicht mit allem einverstanden sind die Gemeinderäte bei den Planungen zum Ausbau der Kreisstraße K 4569/K 1017 zwischen Mönsheim und Flacht. Die sanierungsbedürftige Straße verläuft kreisüberschreitend im Enzkreis und im Kreis Böblingen.

Sie zweigt von der Landesstraße L 1134 ab und soll künftig das Porsche-Entwicklungszentrum in Weissach von Süden her anbinden. Mit einigen Punkten der bereits im Juli bei einem Erörterungstermin vorgestellten Planungen war vor allem die Unabhängige Bürgerliste Mönsheim (UBLM) nicht einverstanden. Deren Gemeinderäte forderten umfangreiche Änderungen vom Planungsträger, dem Regierungspräsidium Karlsruhe. Vor allem was die Anbindung an das Porsche-Entwicklungszentrum sowie die geplante Entwässerung der Straße betrifft.

Gemeinderat beauftragt Juristen

Hans Kuhnle (UBLM) sagte in der jüngsten Gemeinderatssitzung, dass er „die ganze Sache nach wie vor kritisch“ sehe. Die geplante Anbindung der Kreisstraße, die eine Ausfahrt aus dem Südtor des Entwicklungszentrums nur in Richtung Mönsheim, nicht aber in Richtung Flacht zulassen soll, hält Kuhnle für einen „Irrweg“. Denn darunter würden die Verkehrsteilnehmer auf der ohnehin schon stark belasteten Landesstraße 1134, in die die Kreisstraße mündet, noch mehr leiden. „Wir wollen das auf jeden Fall juristisch überprüft haben“, forderte er. Einstimmig beschloss das Gremiums daher, einen Juristen über die Angelegenheit drüberschauen zu lassen.

Ein weiteres großes Thema war die „neue Abwasserproblematik“, die sich durch die Arbeiten an der Kreisstraße ergibt, wie es UBLM-Gemeinderat Joachim Baumgärtner formulierte. „Wie können wir den Kreis in die Pflicht nehmen, dass wir nicht auf den Folgekosten sitzen bleiben?“, fragte er, wenn das Wasser von der Straßenentwässerung vom höher gelegenen Flacht kommend über das Tosbecken in den Entenbach laufe. Wenn schon gebaut werde, könne man klären, ob nicht gleichzeitig etwas für den Hochwasserschutz in Mönsheim verbessert werden könnte, schlug er vor.

Für die Straßenentwässerung soll ein Stauraumkanal gebaut werden. Dieser müsse so bemessen werden, dass eine Überlastung des anschließenden Oberflächenwasser-Kanals ausgeschlossen ist, forderten die Gemeinderäte. Außerdem soll der Planer dazu aufgefordert werden, den Stauraumkanal auch für Starkregen auszulegen. Der Gemeinderat will, dass ein Fachbüro untersucht, ob eigene Maßnahmen zum Schutz vor Starkregenabflüssen mit dem Bau der Straßenentwässerung möglich und sinnvoll sind.

Regenrückhaltebecken umstritten

Zur Entwässerung gehört auch das Regenrückhaltebecken an der Landesstraße zwischen Weissach und Mönsheim. Bei einer Überprüfung sei festgestellt worden, dass das dort eintretende Wasser sofort versickere, weil das Becken nicht abgedichtet sei, erklärte der Bürgermeister Thomas Fritsch. Das sei nach Ansicht des Umweltamtes des Enzkreises zumindest bedenklich, weil die Anlage in einer Wasserschutzzone liege. Deswegen müsse das überprüft und eventuell geändert werden.

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