Strandsommer Weil der Stadt Leidenschaft übertrumpft den Regen

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Musik vor Regenschirmen: Die Strummingbirds spielen trotzdem. Foto: factum/

Weil der Stadt - Noch vor Beginn der Abendveranstaltung auf dem Weil der Städter Strandsommer war klar – dies wird kein lauer Sommerabend. Der Regen hat die Region erfasst und auch vor dem Strandsommer, der sich mit dem vergangenen Wochenende schließlich auf seiner Zielgeraden befand, nicht halt gemacht.

Eric Richter, der die Musik des Strandsommers organisiert, dachte sogar kurz an Kapitulation. Doch Leidenschaften lassen sich nicht einfach wegkapitulieren, Leidenschaften werden gelebt. Das dachten sich jedenfalls auch Eva Winter und Revin Shangula. Als Band „Strummingbirds“ ließen sie sich von den Wetterkapriolen nicht beirren und erfreuten die hart gesottenen Fans, die sich unter Regenschirmen mit Regenjacken und Kapuzen gegen das Nass von oben schützten.

Einige haben sich kurzerhand hinter der Band im trockenen und überdachten Eingangsbereich des Rathauses positioniert. Die Stimmung war ausgelassen und dem Beat angepasst. Und der Beat war gut – denn Eva Winter ist eine stimmgewaltige Sängerin. Mit ihrer Präsenz nahm sie das Publikum schnell für sich ein. Sie ist mit Musik aufgewachsen und man meint dies, förmlich zu spüren. „Meine Eltern sind beide auch Musiker“, sagt sie. „Ich spiele auch mit ihnen in der Band ‚Die Winters’. Ich bin aufgewachsen mit der Musik, die auch wir machen – amerikanischen Blues und Rock ‚n Roll“.

Songs, die ihnen am Herzen liegen

Seit 2013 ist sie zudem mit dem Weil der Städter Revin Shangula als „Strummingbirds“ im Duo unterwegs. Gefunden haben sich die beiden über einen gemeinsamen Freund. „Wir haben uns gleich super verstanden und haben uns entschieden, zusammen dieses Duo zu machen – mit den Songs, die uns am Herzen liegen und zu denen wir eine Verbindung haben“, erzählt die Musikern, die Studentin der Sozialpädagogik in Tübingen ist.

So hat das Duo Lieder im Programm, die von tiefer Bedeutung für beide sind. Auch für Revin Shangula ist die Musik neben seinem Beruf als Chemiker etwas, was zu seinem Leben gehört. So ist auch die Gitarre sein Instrument der ersten Wahl. „Andere Instrumente haben mich zwar auch angezogen, aber das hat wieder nachgelassen und die Gitarre ist geblieben“, erklärt der Weil der Städter. „Man kann mit der Gitarre viel mehr machen, ist nicht eingeschränkt. Sie ist emotionaler als Schlagzeug oder Keyboard.“

Auf den Namen der Band sind die beiden über die Gibson-Hummingbird von Eva Winter gekommen. Ein Wortspiel verfeinerte den Gedanken und „Strummingbirds“ war geboren. Mit den Kolibris, die ein Elvis-Mikrofon umschwirren, war auch das Logo schnell erschaffen. „Revin baut zudem einige Instrumente selber, die er auch mit einem Lötkolben verziert“, sagt Winter.

Funkelndes und dynamisches Livemusik-Erlebnis

Geprobt wird einmal die Woche in Holzgerlingen. Auf diese Weise kommen sich die beiden Musiker, die jeweils in Weil der Stadt beziehungsweise in Rottenburg wohnen, entgegen. Konzerte geben sie mittlerweile in ganz Baden-Württemberg und sind nahezu jedes Wochenende mit ihrer Leidenschaft unterwegs.

Ein weiterer Part des Weiler Strandsommers waren an diesem letzten, regnerischen Abend zudem sieben ambitionierte italienische Musiker. Mit „Chameleon Mime“ drängt es sie aus der italienischen Region Reggio Emilia hinaus in die Welt. Ihr Fusion Stil, ergänzt mit Jazz, Funk, R&B und Rock-Elementen, sorgt für ein funkelndes und dynamisches Livemusik-Erlebnis. Sie sind zu Gast auf großen Festivals und haben seit ihrem Projektstart 2016 schon über 300 Konzerte gespielt.

In Weil der Stadt fand dieses zweite Konzert dann übrigens komplett im Eingangsbereich des Rathauses statt. Zum Schutz der Musiker, der Instrumente, der Musikanlage und selbstverständlich auch zum Schutz der Zuhörer, die sich in großer Zahl um die Band versammelte. Ein gelungener und durchaus spezieller Strandsommer-Abend mit, in vielerlei Hinsicht, sinnlichen Momenten.

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