Strändle in Weil der Stadt Schwarze Schafe rocken den Strandsommer

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Die „Black Magic Sheep“ aus Schafhausen haben die lange Reise in die Nachbarstadt gewagt. Mit dabei: der Erste Beigeordnete Jürgen Katz (2. v.r.). Foto: factum/

Weil der Stadt - „Das ist nicht meine Band“, sagt Jürgen Katz mit Betonung auf „meine“. Er sei einfach ein Mitglied der Gruppe, so wie die anderen Musiker von „Black Magic Sheep“ auch, erklärt er auf die Frage nach seinem musikalischen Engagement. Aber der Erste Beigeordnete von Weil der Stadt ist sicher für viele Einheimische der bekannteste unter den – je nach Besetzung - sechs bis acht Musikern aus Schafhausen. Die Band hat am Samstagabend vor etwa 400 Besuchern des Weiler Strandsommers ihren großen Auftritt.

Stilecht ein „White Russian“ vorm Konzert

Bevor die zauberhaften schwarzen Schafe aber zum Zuge beziehungsweise auf die Bühne kommen, heizen erst einmal die fünf Musiker von „Lebowski“ dem Publikum ordentlich ein. Die Band aus dem Remstal hat sich nach dem Kultfilm „The Big Lebowski“ aus den 1990er Jahren benannt und trinkt deshalb auch stilgerecht vor jedem Auftritt einen „White Russian“. Das ist ein Cocktail mit Wodka, Kaffeelikör und Sahne, erklärt Eric Richter. Der Vorsitzende des Weil der Städter Vereins Groove Tonight hat die beiden Bands engagiert und betreut sie auch.

Gefördertes Programm

Und nicht nur das: Er trägt an fünf Abenden mit sechs Bands zur musikalischen Unterhaltung des Strandsommers auf dem Marktplatz bei. Der Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, Nachwuchsbands mit Live-Auftritten zu fördern. Dafür erhält er Unterstützung im Rahmen der Vielfalt-Wochen Weil der Stadt, die zum vom Bund geförderten Projekt „Demokratie leben“ gehören.

Die Bands sind in der Keplerstadt keine Unbekannten. Beide sind schon bei Open-Stage-Veranstaltungen, die der Verein organisiert hatte, aufgetreten, „Lebowski“ zuletzt im Februar. Mit ihrem hervorragenden Gitarristen Michael Behr und dem aus Texas stammenden Sänger Michael Marzett, der viel Soul in der Stimme hat, bieten sie besten, streckenweise recht anspruchsvollen Blues-Rock mit eher unbekannten Titeln.

Schwarze Schafsmagie aus Schafhausen

Als dann schließlich nach 20 Uhr die „Black Magic Sheep“ zu den Instrumenten greifen, haben sich der Strand vor dem Rathaus und die Sitzplätze weiter gefüllt. Mit vier Gitarren starten die Schafhausener mit einem satten Sound, mit dem sie rasch ihr Publikum erobern, wenn die Anlage auch offensichtlich nicht immer so funktioniert, wie es die Musiker gerne hätten.

Seit zehn Jahren spielen sie jetzt schon zusammen. Die ersten Stationen, so sagt Eric Richter in seiner Anmoderation, seien alle in Schafhausen gewesen. Nun aber seien sie im Rahmen ihrer Tournee auswärts in die Nachbarstadt gekommen, wie Richter mit einem Schmunzeln sagt.

Von Iggy Pop bis City

Die Band hat sich Rock- und Bluesmusik auf die Fahnen geschrieben. Jürgen Katz, der an seinem Strohhut auf der Bühne leicht zu erkennen ist, spielt zunächst Akustik-Gitarre. Weitere Mitglieder der Band sind unter anderen der Sänger Oliver Krauss, der Leadgitarrist Michael Grabski und der Bassist Bernd Baade, um nur einige zu nennen. Die Rock-Musik-Begeisterten aus „Sheeptown“ geben Coverversionen von bekannten und weniger bekannten Titeln zum Besten. Dem Publikum gefällt’s.

So richtig mit gehen die Strandbesucher, als etwa Jürgen Katz den Bap-Hit „Verdamp lang her“ intoniert. Die Leute singen mit, zücken auch schon mal die Handys, um das Ganze im Bild festzuhalten. Auch bekannte Hits wie „Passenger“ von Iggy Pop oder „Locomotive Breath“ von „Jethro Tull“ reißen mit. Einer der Höhepunkte des Abends ist aber sicher der Song „Am Fenster“, den die Band „City“ in den 1970er Jahren in der DDR bekannt gemacht hat.

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