Steibli in Leonberg Kunst als Wellness fürs Gemüt

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Steiblis Kalender bringen den Menschen schöne Landschaften nach Hause. Foto: factum/Bach

Leonberg - Kunst kann ein Geschäftsmodell sein, wenn man den richtigen Riecher und das nötige Talent hat. Georg Steibli, seine Galerie und seine Malschule haben Tradition in Leonberg. Diese liegt ihm besonders am Herzen, berichtet der Maler. Die Eröffnung vor 15 Jahren hatte er schon sehr viel früher geplant.

Im kommenden Jahr wird Georg Steibli unglaubliche 80 Jahre alt. Unglaublich deshalb, weil er eine Vitalität an den Tag legt, die manch Jüngerer nicht hat. Zwar muss er gesundheitlich kürzer treten, aber er strahlt noch jede Menge Energie und Lebenskraft aus.

Seine Malkurse gibt es bereits seit Monaten nicht mehr. „Im August war Schluss“, erzählt Steibli. „Mit der Eröffnung der Abschiedsausstellung am 30. November begann der Abverkauf sämtlicher Werke, die hier noch zu sehen sind.“ Und natürlich auch der Kalender, die der Leonberger Künstler seit 30 Jahren zusammen mit Renate Gall, die die Texte verfasst, herausgibt.

Ende des Jahres ist Schluss

Zum Jahresende wird alles vorbei sein, keine bunten Blumenbilder mehr, die aus der Galerie heraus zu strahlen scheinen. Motive wie auf Apothekenkalendern? Das stört Steibli, der hauptberuflich Kaufmann in leitender Position war, wenig. „Ich liebe die heile Welt“, sagt er deutlich. Diese Welt ist in der Tat sehenswert. Seine höchst dekorativen Themen begleiten den Zuschauer zu Reisen in die schönsten europäischen Landschaften, lassen einen auf Streuobstwiesen am Bodensee, zwischen knorrigen Olivenbäumen in der Toskana oder auf den duftenden Lavendelfeldern der Provence spazieren gehen.

Auge und Herz werden erfreut, und der Betrachter kann sich erholen. Künstlerische Wellness fürs Gemüt. Besonders fallen seine Klatschmohnbilder auf. In kräftigen Farben gehalten, wie diese Pflanzen eben sind, dominieren sie die Bildfläche, sind häufig Motive in den Kalendern.

Sehr beeindruckend sind die großformatigen Aquarelle, wie man sie sonst nur selten sieht. Trotz Größe haben sie eine feine Akzentuierung, entwickeln durch einen gekonnten Umgang mit Licht und Schatten, Hell und Dunkel Struktur.

Positives Lebensgefühl

Traurig ist Georg Steibli nicht, er kann sich ja jederzeit wieder neue Bilder malen. „Ich lebe mit meinen Bildern, sie sind eine Bereicherung meines Lebens. Weil ich mich mit ihnen glücklich fühle, möchte ich sie anderen Menschen, die ich betrübt sehe, nahebringen“, beschreibt er treffend nicht nur seine Motivation, sondern gleichzeitig sein Lebensgefühl.

Wie sehr er den Geschmack seiner Klientel trifft, zeigt der Erfolg der Abschiedsausstellung, bei deren Vernissage Michael Steibli seinen Vater vertreten und „Lebe Musik“ die musikalische Untermalung übernommen hat. Viele Kunstfreunde nehmen sich noch ein Stück von Steiblis „heiler Welt“ mit nach Hause.

Wer noch Arbeiten, von Blütenreigen über Landschaftsmalerei bis zu den eher seltenen abstrakten Ansichten erwerben möchte, hat bis zum Samstag, 22. Dezember, Gelegenheit hierzu. Dann ist die Galerie in der Hinteren Straße 10 mit Eingang in der Straße im Zwinger von 11 bis 17 Uhr zum letzten Mal geöffnet.

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