Statt Eltinger Straßenfest Erster Lyra-Leo-Beach ist gut besucht

Von Ute Jenschur
Beach-Feeling im Industriegebiet: Direkt vor dem Vereinsheim hat die Lyra Leonberg für den neuen „Lyra-Leo-Beach“ reichlich Sand aufgeschüttet. Foto: Simon Granville

Im 125. Jahr des Vereinsbestehens hat der Musikverein Lyra Leonberg rund um das Vereinsheim in der Hertichstraße seinen ersten Lyra-Leo-Beach gefeiert – statt des traditionellen Eltinger Straßenfestes, dass erstmals 1973 stattfand. Nachdem aufgrund der Coronalage lange nicht klar war, wann und in welcher Form Feste in diesem Sommer überhaupt möglich sein würden und auch um Beschwerden von Anwohnern am alten Standort mitten im Herzen Eltingens von vornherein zu umgehen, hat sich die Lyra in diesem Jahr für ein komplett neues, modernes Konzept rund um ihr Vereinsheim entschieden.

Dieser Umzug bietet auch die Chance zu einer Veränderung, die am Ende zu einer Erfolgsstory werden kann. Ob das Fest künftig immer am Vereinsheim stattfinden wird, steht aber noch nicht fest, so die Vereinsvorsitzende Margarete Berndt.

Traditioneller Fassanstich darf nicht fehlen

Die Voraussetzungen dafür am neuen Veranstaltungsort sind gut, auch wenn es nach Angaben von Margarete Berndt nicht ganz einfach war, die Straßensperrung im Festbereich genehmigt zu bekommen. Die Hertichstraße im Industriegebiet bietet viel Raum für die Bestuhlung, für die Bühne, für die Essensausgaben, Kasse, Getränkewagen und Strandbar.

Zudem konnten die Parkplätze einiger umliegender Firmen mit genutzt werden. Direkte Anwohner gibt es in diesem Bereich nicht. Ein großer Dank der Veranstalter geht daher an die Anlieger-Firmen, die teilweise das Fest auch als Sponsoren unterstützten.

Der traditionelle Festauftakt mit Musik der Jugendkapelle und Fassanstich durfte aber auch am neuen Standort nicht fehlen, und Leonbergs Oberbürgermeister Martin Georg Cohn schaffte es mit drei kräftigen Schlägen das Fass anzuzapfen. Und weil zum Eltinger Straßenfest bisher immer ein Zwiebelkuchen aus dem Backhaus gehört hat, den die Chorgemeinschaft in diesem Jahr nicht mehr angeboten hat, ist der Eltinger Hof in die Bresche gesprungen und hat eine leckere Zwiebelkuchen-Alternative gebacken.

Industriegebiet wird zur Strandbar

Cohn lobte das Heimspiel der Lyra vor ihrem Vereinsheim, das sie gemeinsam mit der Chorgemeinschaft Eltingen betreibt, denn hier „müssen Sie nur die Stühle vor die Tür stellen“. Ganz so einfach war es nicht mit dem Aufbau, denn die Hertichstraße war reichlich mit Biergarnituren, Stehtischen, Sonnenschirmen und Partyzelten bestückt. Zusätzlich wurde direkt vor dem Vereinsheim ein Sandstrand aufgeschüttet, Liegestühle boten Lounge-Atmosphäre und an der Beach-Bar gegenüber gab es bunte Cocktails, passend zu den fast tropischen Temperaturen.

Richtig voll wurde es am Samstagabend, als die Rockband Undercover Project spielte. Nachdem die ursprünglich engagierte Band coronabedingt nicht auftreten konnte, hat der Lyra-Schlagzeuger Patrick Pfitzenmaier kurzerhand seiner eigenen Band einen Auftritt verschafft. Am Sonntag startete die Lyra eher traditionell mit einem Weißwurstfrühstück und Auftritten befreundeter Kapellen.

Erstmals rückten auch Oldtimer an

Ganz neu im Programm des Lyra-Leo-Beach und aufgrund der großen Stellflächen im Industriegebiet überhaupt erst möglich war das Treffen von Oldtimern der Bulldog- und Schlepperfreunde Württemberg, die mit rund 40 Schleppern vor Ort waren, darunter ein seltenes Exemplar, ein Eicher ED26VII Baujahr 1959. „Davon wurden nur 96 Stück gebaut“ sagt Besitzer Alfred Schach, Vorstandsmitglied der Schlepperfreunde, „er ist deshalb unter Sammlern sehr begehrt.“

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