Startschuss vor 50 Jahren Meilensteine der Fußball-Frauen in Württemberg

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In Württemberg spielen die Frauen seit der Saison 1971/72 um Tore und Punkte. Foto: Pixabay

Leonberg - Ein großer Moment in der Sportwelt: Deutschland wird 1954 Weltmeister. Erfolgs-Trainer Sepp Herberger geht nicht nur wegen des Wunders von Bern in die Fußball-Geschichte ein. Eine ganz eigene Meinung hat der Mannheimer, der bekannt war für seine Fußball-Weisheiten („Der Ball ist rund“, „Der nächste Gegner ist immer der schwerste“), zum Thema Frauen-Fußball. „Nach meiner Meinung ist der Fußballsport keine Sportart, die für Damen geeignet ist“, stellt er irgendwann fest. Nur widerwillig hebt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) vor 50 Jahren – am 31. Oktober 1970 auf seinem Bundestag in Travemünde – das Fußballverbot für Frauen, das er 1955 ausgesprochen hatte, wieder auf.

Auch in Württemberg organisieren sich die Frauen und spielen erstmals in der Saison 1971/1972 organisiert Fußball.

Erste Meister in Württemberg

In die Geschichte des württembergischen Verbandes geht der TSV Grötzingen ein, der 1973 erstmals den Titel des württembergischen Meisters feiert. Premiere auch für den VfL Schorndorf, der den Sieg im Pokalwettbewerb des württembergischen Fußballverbandes klar macht, der ab der 1977/78 ausgetragen wird. In der Halle bekommt die Spvgg Weil im Schönbuch 1980 den Pokal überreicht.

Die Mädchen am Ball

Die Fußball-Mädchen starten in der Saison 1978/79 ihre Meisterschaftsrunde. Auch in der Halle wird auf württembergischer Ebene ein Titel vergeben.

Vergleich auf Länderebene

Die Frauen aus Württemberg wollen sich auch mit der Konkurrenz aus anderen Bundesländern messen. Das erste Spiel im Länderpokal bestreiten sie in Schwäbisch Gmünd gegen Bayern. Die Partie endet mit einem 2:2-Unentschieden. In der Saison 1988/89 gewinnt Württemberg diesen Wettbewerb.

Nationalspielerin aus Württemberg

Brigitte Högerle, geborene Butscher, ist die erste Nationalspielerin aus Württemberg. Sie ist als Torfrau für die SG Aulendorf aktiv. Ihr einziges Länderspiel für die A-Nationalmannschaft bestreitet sie am 27. Juli 1986 gegen das Team Island. Deutschland gewinnt die Partie in Kópavogur mit 4:1 Treffern.

Meilensteine in den 90ern

Die Nachwuchsarbeit trägt Früchte: 1994/95 gewinnt die U 19 den Länderpokal. Die Frauen spielen 1995/96 ihre erste Meisterschaftsrunde in der neu geschaffenen Oberliga Baden-Württemberg. Die U 17 gewinnt 1999/2000 den Länderpokal. Zur selben Zeit fällt der Startschuss in der Regionalliga.

Internationales Flair

Das Finale der fünften Europameisterschaft der Frauen findet am 7. Juli 2001 vor 18 000 Zuschauern im ausverkauften Ulmer Donaustadion statt. Das deutsche Team sichert sich gegen Schweden in der 98. Minute mit dem Golden Goal von Claudia Müller den fünften Titel.

Früh übt sich

In den Fußball-Bezirken Württembergs startet im Jahr 2008 das Projekt „AOK-Treffs Fußball Girls“. Flächendeckend wird im selben Jahr der „Tag des Mädchenfußballs“ eingeführt.

Starke Juniorinnen

Drei Siege im Länderpokal: Das württembergische U 14-Auswahlteam macht in den Jahren 2015, 2017 und 2019 auf sich aufmerksam.

Anzahl der Frauen-Teams im WFV

Beim württembergischen Fußballballverband sind im Jahr 1972 insgesamt 117 aktive Frauen-Mannschaften gemeldet. In der Saison 2020/2021 sind es 314. Der Fußball-Betrieb im Bezirk Enz-Murr startet 1973 mit sechs Frauen-Teams, aktuell sind 24 registriert. Klassenhöchste Mannschaft im Altkreis Leonberg ist derzeit der TSV Münchingen in der Verbandsliga. Der VfL Sindelfingen kann auf zehn Jahre Bundesligazugehörigkeit zurückblicken, ist derzeit in der Oberliga unterwegs.

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