Stara Leonberg: Christian Döttinger hört auf Das Ende einer ganz speziellen Ära

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Einmal sind sogar Außerirdische bei der Stadtranderholung gelandet und haben Überraschungseier geklaut. Foto: privat

Leonberg - Am Sonntag wird sich Christian Döttinger in ein Wohnmobil setzen und gen Norden in Urlaub fahren – zum ersten Mal seit 25 Jahren. Ein Vierteljahrhundert lang hat der Sozial- und Religionspädagoge seinen Sommerurlaub für die Stadtranderholung geopfert. Begonnen hat er im Alter von 15 Jahren als Betreuer. „Meine Mutter war Leiterin des Stöckhof-Kindergartens und hat in mir eine gewisse soziale Ader gesehen“, erzählt Christian Döttinger aus Erinnerung.

Neun Jahre später schlug der damalige pädagogische Leiter Martin Tkotsch den damals 24-Jährigen als seinen Nachfolger vor. „Ich hatte erst ein bisschen Bauchweh, weil ich zu den Betreuern so ein gutes Verhältnis hatte und eigentlich nicht ihr Vorgesetzter werden wollte“, weiß Döttinger noch gut. Doch seine Bedenken waren unbegründet. „Es lief vom ersten Jahr an super“, sagt der 40-Jährige, der im Auftrag der Arbeiterwohlfahrt an der Pestalozzi-Schule Kinder unterstützt.

StaRa ist in Grundfesten gleich geblieben

16 Jahre lang hat er die Stadtranderholung in Leonberg geprägt und dabei eine gewisse konservative Haltung gezeigt: „Die Stara ist in ihren Grundfesten immer gleich geblieben, Kernelemente haben wir aufrechterhalten“, sagt er. Die Folge davon sei gewesen, dass drei Viertel aller Betreuer Kinder gewesen seien, die selbst an der Stadtranderholung bis zum Maximalalter von zwölf Jahren teilgenommen hätten. „Wenn sie dann vier Jahre später Betreuer werden durften, haben sie sich gefreut, dass es immer noch Nutella-Brötchen zum Frühstück gab und davor zusammen ein Lied gesungen wurde“, sagt Döttinger.

Die jährlich rund 50 jugendlichen ­Betreuer, die die verschiedenen Abschnitte der Stadtranderholung mitgeleitet haben, waren ohnehin immer das wichtigste für ihn: „Ich habe immer gesagt: ‚Es ist eure Stadtranderholung, nicht meine. Macht was daraus, ich unterstütze euch’.“ Es sei beeindruckend gewesen zu sehen, wie die Jugendlichen an ihren Aufgaben gewachsen seien. Wenn etwas nicht rechtzeitig vorbereitet gewesen ist, haben die Jugendlichen einfach eine Nachtschicht eingelegt, um den Kindern etwas zu bieten. „Einmal haben die Betreuer eine Weltkarte aus ­Sägespänen gelegt, und die Kinder durften mit einem Floß von Kontinent zu Kontinent reisen“, erinnert sich Döttinger. Eine bemerkenswerte Aktion war auch ein Hexentanz um ein großes Feuer. „Ein ­Betreuer hatte Kontakt zum SWR und hat eine Maskenbildnerin organisiert, die die Hexen professionell geschminkt hat“, ­erzählt Christian Döttinger.

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