Stadtmarketing in Gerlingen Damit die Stadt nicht nur ein Wohnort ist

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Die Riesenpuppe war eine Attraktion beim letzten „Nachtschwärmen“ im April. Foto: factum/Weise

Gerlingen - Sie bringen die Leute mit Veranstaltungen auf die Straße und in die Läden, wie das „Nachtschwärmen“ oder die Abendspaziergänge. Sie schaffen Einblicke in Unternehmen, die sonst nicht gewährt werden. Sie setzen sich für das Wohnen und Arbeiten in der Stadt ein: Der Stadtmarketingverein Mein Gerlingen engagiert sich seit knapp vier Jahren dafür, dass die Stadt für ihre Bürger mehr ist als ein Wohnort. Der Vorstand um Heike Bischoff versteht sich auch als Vermittler; wie zwischen den Vermietern von Ladenlokalen und ihren Mietern.

Neue Geschäfte angekündigt

In der Hauptstraße hat in einem neuen Wohn- und Geschäftshauskomplex ein Café mit Bedienung aufgemacht. Für Heike Bischoff ist das sehr im Sinne des Vereins, den sie vertritt. Weitere neue Geschäfte sind angekündigt, wie ein großer Lebensmittelmarkt im Träuble-Areal. Und alteingesessene schließen, jüngst eine Geschenkeboutique. „Für manche ist es schwer, Nachfolger zu finden“, räumt Bischoff ein.

Neue Geschäfte seien gut. Für eine Sparte aber gebe es seit Jahren keine Interessenten: Kein Herrenausstatter wolle nach Gerlingen. Das hat der Bund der Selbstständigen schon vor Jahren beklagt. Dafür ist ein neuer Zahnarzt in einem Erdgeschoss angekündigt. „Das wird von den Bürgern kritisch betrachtet“, hat Bischoff registriert. „Wir sind aber froh, dass die Fläche nicht leer steht.“

Neue Broschüren

Um den Einzelhandel und die Gastronomie der Stadt bekannter zu machen, soll jetzt eine Sammlung von Broschüren erscheinen. Die Datenschutz-Grundverordnung der EU habe das Vorhaben gebremst, sagt die 56-Jährige. Um die Veröffentlichung gesetzeskonform gestalten zu können, habe der Verein nochmals mit allen Beteiligten sprechen müssen. Die Inhalte sollen ins Internet gestellt werden – damit zum Beispiel ein Nutzer bei einem Lokal online reservieren kann.

Die bewährten Veranstaltungsreihen will der Verein fortsetzen. Dazu gehören das Nachtschwärmen, die Abendspaziergänge und die Beteiligung an der Kultur- und Einkaufsnacht. Im Herbst soll wieder ein Unternehmerforum stattfinden.

Ein aktuelles Thema will man auch besetzen: Plastik und Verpackung. Dazu soll es im September einen Runden Tisch geben mit Teilnehmern, die das Thema betrifft. „Wir wollen zeigen, dass wir nicht passiver Betrachter des Klimawandels sind“, sagt Bischoff. Gerlingen solle auch beim Schonen von Klima und Umwelt Vorreiter sein „und als ökologisches Vorbild vorangehen“. Dazu müsse überlegt werden, wie man konkret handeln könne.

Runder Tisch zum Plastik

Bei all seinen Aktivitäten, die bisher ehrenamtlich erledigt werden, soll Mein Gerlingen künftig vom Rathaus aus unterstützt werden. Der Gemeinderat hat dazu eine neue halbe Stelle im Rathaus genehmigt. Dort soll Verwaltung, Management und Büroarbeit geschehen und es sollen Veranstaltungen vorbereitet werden. „Alles, was der Vorstand bisher am Wochenende getan hat“, sagt Bischoff und betont „die kreative Leistung bleibt im Vorstand“. Als der Verein im Herbst 2015 gegründet wurde, war noch die Rede von einem Citymanager. Diese Stelle ist jetzt vom Tisch. „Wir betreiben lieber Stadtmarketing von unten heraus, mit den Bürgern, mit Stadträten, mit der Verwaltung.“

Mehr für das Wohnen tun

Und Heike Bischoff erinnert daran, dass der Verein den Prozess „Integrierte Stadtentwicklung (Isek)“ der Verwaltung seit 2017 begleitet habe. Dazu gehört auch das Wohnen. Von der Idee, im Neubaugebiet Bruhweg II weniger Platz für Gewerbe und mehr für Wohnhäuser vorzusehen, habe sie gehört. „Diese Meinung sollten wir achten“, sagt die Vorsitzende vorsichtig und betont „wir wollen zum Thema Wohnen mehr machen.“

Termine: Mein Gerlingen lädt für den 25. September zum Runden Tisch „Plastikfreies Gerlingen“ ein, der Verein beteiligt sich an der sechsten Einkaufs- und Kulturnacht am 25. Oktober, und für den 30. Januar 2020 ist die zweite Ausbildungsbörse geplant.

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