Stadt saniert Ortskern Merklingen soll so schön bleiben

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Wer im Merklinger Ortskern Immobilien besitzt, kann mit Fördergeldern rechnen. Foto: factum/Simon Granville

Weil der Stadt - Schön und historisch ist Weil der Stadts gute Stube, nämlich der Marktplatz. Aber auch die Teilorte haben Charme, zum Beispiel der historische Ortskern von Merklingen. Damit das auch in Zukunft so bleibt, greift die Stadt in diesem Jahr zu mehreren Maßnahmen. Hauptpunkt ist ein sogenanntes „Sanierungsgebiet“. Hauseigentümer bekommen also Geld, wenn sie ihre Immobilie auf Vordermann bringen.

Die Pläne kommen bei den betroffenen Hausbesitzern an. Das hat eine Untersuchung ergeben, die das Büro „Steg Stadtentwicklung“ aus Stuttgart im Auftrag der Stadt gemacht hat. Dabei geht es in Merklingen um 9,2 Hektar zwischen der Wiesenstraße, der Unteren Talstraße und Hauptstraße. Eine schriftliche Umfrage haben 54 Prozent der Hausbesitzer ausgefüllt und zurückgeschickt – ein vergleichsweise hoher Wert. „Das ist eine sensationelle Quote“, findet der fürs Bauen zuständige Beigeordnete Jürgen Katz. In anderen Kommunen sei man schon froh, wenn sich 20 Prozent der Hausbesitzer beteiligen.

Stadtverwaltung stellt den Antrag bei der Landesregierung

Bis die Merklinger mit der Sanierung ihrer Häuser loslegen können, dauert es aber noch eine Weile. Der Gemeinderat hat im Herbst dem Ansinnen eines solchen Sanierungsgebiets zugestimmt. Jetzt stellt die Stadtverwaltung den Antrag dafür bei der Landesregierung, denn das Land zahlt einen erheblichen Teil der Zuschüsse. Katz rechnet mit einem Satzungsbeschluss zu Ostern – wenn das Land zustimmt, womit aber allgemein gerechnet wird.

Insgesamt könnten die Hausbesitzer dann 2,5 Millionen Euro bekommen. 60 Prozent davon zahlt das Land, 40 Prozent die Stadt. Für die Stadtkasse macht das also einen Betrag von einer Million Euro aus – allerdings verteilt auf die kommenden zehn Jahre. Die genauen Konditionen für Merklingen stehen zwar noch nicht fest. Ein ähnliches Sanierungsgebiet hat Weil der Stadt in der Vergangenheit aber zum Beispiel schon für die Altstadt der Kernstadt erlassen. Dort bekommen Hausbesitzer derzeit 25 Prozent ihrer Sanierungskosten ersetzt, bis zu einem Betrag von 25 000 Euro. Ein Abriss eines baufälligen Gebäudes wird in Weil der Stadt mit 25 000 Euro gefördert. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass vorab eine schriftliche Vereinbarung mit der Stadtverwaltung abgeschlossen wird. Das Programm will den Merklinger Ortscharakter erhalten, aber auch das Wohnen im Ortskern, auch das barrierefreie Wohnen, fördern.

Dass in Merklingen Handlungsbedarf besteht, hat die Untersuchung der Steg ebenfalls bestätigt. 53 Prozent der Hauptgebäude und 55 Prozent der Nebengebäude weisen erhebliche Mängel, und acht Prozent der Hauptgebäude sogar substanzielle Mängel auf, heißt es in dem Bericht. Eine energetische Sanierung sei bei einem Großteil der Häuser sinnvoll. 45 Gebäude oder Gebäudeteile in dem Merklinger Gebiet stehen unter Denkmalschutz.

34 Hausbesitzer wollen modernisieren

Die betroffenen Hausbesitzer im Merklinger Ortskern jedenfalls haben Pläne. 34 von ihnen wollen modernisieren und umbauen, zwei von ihnen planen einen Abbruch ihres Hauses und sieben wollen ihr Haus in nächster Zeit verkaufen. Zum Vergleich: 55 Hausbesitzer beabsichtigen keine Veränderung

Außerdem arbeitet die Stadtverwaltung an einem Bebauungsplan für den Merklinger Ortskern. Darin werden dann Vorschriften gemacht, insbesondere zur Gestaltung der Dächer.

Ziel sei es, den „dörflichen Charakter Merklingens“ zu erhalten. Damit es zu keiner Bausünde kommt, bis die Vorschriften erlassen sind, hat der Gemeinderat eine Veränderungssperre erlassen. In den kommenden zwei Jahren kann das Bauamt keine Baugenehmigung mehr erteilen – es sei denn, der Technische Ausschuss des Gemeinderats stimmt zu.

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