Sportunterricht in Heimsheim Stadt will marodes Schwimmbecken sanieren

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Damit der Heimsheimer Nachwuchs auch zukünftig in der Ludwig-Uhland-Schule schwimmen kann, soll das Lehrschwimmbecken saniert werden. Foto: dpa

Heimsheim - Ein düsteres Bild hat Michael Gruner vom Zustand des Lehrschwimmbeckens in der Ludwig-Uhland-Schule gezeichnet. Der Architekt aus Straubenhardt, der von sich selbst sagte, er mache seit mehr als 35 Jahren fast nichts anderes als Schwimmbäder, präsentierte den Gemeinderäten anhand einer Sanierungsstudie die aktuellen Mängel des Bades und die Möglichkeiten, diese zu beheben. Fest steht jetzt schon: Billig wird das für die Stadt als Eigentümerin der Gebäude nicht. Auf rund eine Million Euro schätzt der Fachmann die notwendigen Arbeiten an der Anlage. Die notwendige Betonsanierung ist darin noch nicht enthalten.

Kein extra Fluchtweg aus der Schwimmhalle, Fenster, Außentüren und Glasfassade praktisch ohne Wärmedämmung, auch der Boden unten ungedämmt, die Lüftung viel zu klein dimensioniert, Holztüren, die an Stahlzargen hängen, „die teilweise verheerend verrostet sind“, so hat Michael Gruner die Anlagen im Schwimmbad vorgefunden. Sämtliche Wasserleitungen müssten ausgetauscht sowie die Nebenräume mit Duschen und Umkleiden gründlich saniert werden. Die Liste der Mängel an den Räumen in dem 1964 errichteten Gebäude ließe sich weiter fortsetzen.

Das Becken ist undicht und schief

Die größten Probleme aber bereitet das 12,5 auf 6 Meter große Schwimmbecken selbst. Nach Aussage des Architekten ist es nicht nur undicht, sondern befindet sich auch in einer Schieflage. Und das müsse schon viele Jahre der Fall sein, wenn man die Folgen betrachte. An der Außenseite des Beckens laufe Wasser heraus, das teilweise im Keller austrete. Dort werde auf jeden Fall eine Betonsanierung nötig. Die Kosten dafür müssten noch extra berechnet werden und sind laut Gruner in der ersten Schätzung noch nicht enthalten. Der undichte Beckenumgang weise ganz massive Schäden auf.

Der Planer zeigte zwei mögliche Vorgehensweisen zur Sanierung auf: Zum einen könne man das Becken abdichten, den Beton sanieren und neue Fliesen verlegen. Zum anderen könne man ein komplettes Edelstahlbecken einsetzen. Er empfehle grundsätzlich Edelstahlbecken, zumal es keine wesentlichen Preisunterschiede zur ersten Variante gebe.

Eine neue Schwimmhalle wäre deutlich teurer

Im Gemeinderat herrschte weitgehend Einigkeit darüber, dass das Lehrschwimmbecken für den Unterricht der Grundschüler erhalten werden soll. Allerdings betonten einige Gemeinderäte, dass sie einen kompletten Überblick über die tatsächlichen Kosten haben wollen. Gemeinderat Walter Gommel fragte, was ein ganz neues Bad kosten würde. Eine neue Schwimmhalle würde deutlich teurer werden, und man müsste die Räume trotzdem renovieren, entgegnete der Architekt.

Der Heimsheimer Realschulrektor Peter Hemmer, der als Zuhörer in der Sitzung war, sagte, dass er erschrocken sei über den geschilderten Zustand. „Aber wir können hier in der Grundschule Schwimmunterricht ohne Anfahrtswege anbieten“, betonte er. „Mit dem Schwimmbad stärken wir auch unseren Schulstandort“, sagte der Bürgermeister Jürgen Troll. Er wolle sich um Fördermittel bemühen.

Schließlich folgte der Gemeinderat bei einer Enthaltung dem Vorschlag der Verwaltung, die Planungsarbeiten für die Sanierung des Lehrschwimmbeckens samt Nebenräumen an das Architekturbüro Gruner zu vergeben. Der Alternativvorschlag, nämlich dass das Lehrschwimmbecken ab den Sommerferien 2018 geschlossen und nicht weiter saniert wird, stand nicht zur Debatte.

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