Sportlerehrung Renningen Nicht immer triumphiert König Fußball

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Faustball-Trainer Rainer Bubser (rechts) ist richtig stolz auf seine strahlenden Jungs, die auf Platz eins gewählt werden. Foto: Andreas Gorr

Renningen - Man hätte in der Renninger Stegwiesenhalle, der „guten Stube der Stadt“, wie Bürgermeister Wolfgang Faißt diese in seiner Begrüßungsrede nannte, eine Stecknadel fallen hören können, als das Stadtoberhaupt die Mannschaft des Jahres verkündete. Vier Teams waren nominiert und warteten gespannt auf der Bühne, wie die Wahl des Publikums ausfallen würde, das im Vorfeld online abgestimmt hatte.

Donnernden Applaus und ehrliche Freude in den Gesichtern der jungen Sieger gab es, als sich die U 10-Faustballmannschaft des TSV Malmsheim mit 37 Prozent der Stimmen knapp behaupten konnte. Die Nachwuchsfaustballer hatten bei den württembergischen Meisterschaften Platz drei unter 27 Teams belegt. Die Faustballer setzten sich in dieser Wahl nicht nur gegen das Kunstrad-Duo Patrick Tisch und Nina Stapf vom RV Pfeil Magstadt sowie die Darts-Asse Pascal König und Torsten Dünkel vom Bull Billard- und Dartsverein Leonberg-Höfingen durch, sondern auch gegen die B-Jugend-Fußballer der Spvgg Renningen, die in der abgelaufenen Saison Meister der Leistungsstaffel geworden war. „Allein schon von der Masse her hätten wir uns nie vorstellen können, dass wir die Fußballer schlagen“, sagte Faustball-Trainer Rainer Bubser, der einräumte, in der Abteilung kräftig die Werbetrommel gerührt zu haben.

Gudrun Vogl sahnt ab

Wenig überraschend war hingegen, dass Gudrun Vogl die Wahl zur Sportlerin des Jahres in Renningen mit 48 Prozent der Stimmen klar gewann. Die Leichtathletin hatte wieder zahlreiche internationale Titel bei den Senioren-Europameisterschaften gewonnen und war Deutsche Senioren-Meisterin im Halbmarathon, über 5000 und 10 000 Meter. Gudrun Vogl hatte allerdings im Vorfeld eine hohe Hürde für sich ausgemacht: „Für meine Fans war eine Onlineabstimmung eine Herausforderung. Ich habe mich auch gar nicht darum gekümmert und weiß nur, dass mein Mann mich gewählt hat“, erzählte sie schmunzelnd.

Sebastian Mergenthaler ganz oben

Auch bei den Sportlern des Jahres stand am Ende ein Leichtathlet ganz oben: Sebastian Mergenthaler von der Spvgg Renningen, der zahlreiche Podestplatzierungen bei baden-württembergischen und süddeutschen Meisterschaften errungen hatte, konnte 43 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. „Ich war schon überrascht, dass ich überhaupt nominiert war. Dass ich dann noch gewonnen habe, überrascht mich umso mehr“, sagte der Leichtathlet.

Die erstmalige Auszeichnung zum Sportler des Jahres war der Abschluss und Höhepunkt der rund zweistündigen Sportlerehrung in Renningen, bei der insgesamt 174 Athleten für ihre Leistungen mit Gold-, Silber- und Bronzemedaillen von der Stadt ausgezeichnet wurden. Die Bandbreite der vertretenen Sportarten reichte von Fußball bis zum Darts, vom Rasenkraftsport bis zum SwinGolf. Bürgermeister Faißt bezeichnete die Athleten als „sportliche Botschafter von Renningen, die die Qualität der Sportstadt ins Land hinaustragen“. Er wies darauf hin, dass die Stadt pro Jahr einen siebenstelligen Betrag allein dafür investiere, um alle Hallen in Schuss zu halten. Dies sei als Investition in die Jugend und Zukunft jedoch gut angelegtes Geld und solle auch künftig aufrechterhalten bleiben. Derzeit liefen die Planungen für die Riedwiesensporthalle, die 10,3 Millionen kosten werde, für den Sportstandort Renningen seit Jahren aber überfällig sei.

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