Sport in Corona-Zeiten Trimm-Dich-Pfad als Alternative

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Krafttraining an den Ringen und mit dem Band. Gemeinsam macht das Training einfach mehr Spaß als alleine. Foto: Wayne Jaeschky

Turnen - Vor 50 Jahren ist es gewesen, als eine Trimm-dich-Bewegung begann und Millionen zum Sport brachte. Mediziner hatten vor so genannten Zivilisationskrankheiten wie Kreislaufstörungen, Rückenproblemen, Übergewicht, Diabetes oder Herzbeschwerden gewarnt. Der Deutsche Sportbund (DSB) – der heutige Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) – startete 1970 die Kampagne „Trimm Dich durch Sport“, das grinsende Maskottchen Trimmy war allgegenwärtig und rührte kräftig die Werbetrommel. Voll im Trend lagen in dieser Zeit die Trimm-dich-Pfade, die wie Pilze aus dem Waldboden schossen.

Auf einer Laufstrecke galt es, in regelmäßigem Abstand inne zu halten, um Kraft, Beweglichkeit und die Koordination zu trainieren: Arme schwingen, Hüften kreisen, auf schmalen Stämmen balancieren, an Sprossen hangeln und die Bauchmuskeln wurden auch nicht vergessen. Königsdisziplin waren natürlich die Klimmzüge.

Mit den Jahren und den stetig wachsenden Sport- und Freizeitangeboten sind die Trimm-Dich-Pfade mehr oder weniger in Vergessenheit geraten. Aktuell, in Zeiten von Corona, erlebt das Relikt der 70er Jahre eine Renaissance. So haben beispielsweise die Turner der Wettkampf- und Trainingsgemeinschaft WTG Heckengäu – mit den Vereinen SpVgg Renningen, SV Leonberg/Eltingen, TSV Gärtringen und VfL Herrenberg – die Trimm-Runde mit den fest installierten Geräten für sich entdeckt. Die Sporthallen sind seit einigen Wochen geschlossen – dürfen offiziell ab dem 2. Juni unter bestimmten Voraussetzungen wieder öffnen.

Punkte-Challenge als Anreiz

In der Anfangsphase des Corona-bedingten Lockdowns hielten sich die WTG-Turner zuhause fit. „Sie bekamen tägliche Pläne und haben ihre Video-Dokumentationen dann an die Trainer geschickt. Damit der Anreiz größer ist, haben wir eine Punkte-Challenge gemacht“, sagt Wayne Jaeschky, der Sportliche Leiter und stellvertretende WTG-Vorstand. „Nach acht Wochen mussten wir uns was einfallen lassen, wie wir wieder gemeinsam, zumindest in Kleingruppen und mit dem erforderlichen Mindestabstand, trainieren können.“

Not macht bekanntlich erfinderisch. Jetzt treffen sich die Turner also dreimal die Woche auf dem Trimm-Dich-Pfad in Rutesheim. „Die Geräte dort sind gut in Schuss“, sagt Jaeschky.

Bis zum März steckten die Verbandsligamannschaft und das Bezirksliga-Team noch mitten in der Wettkampfsaison. Wie in allen Sportarten ging dann mit dem Ausbruch der Corona-Pandemie nichts mehr. „Wie und ob es mit der Saison weitergeht, weiß ich nicht. Vom Verband haben wir noch keine Informationen bekommen“, sagt Wayne Jaeschky. Spannend wird es für das erste Team, das in die Bundesliga aufgestiegen ist. Die Saison startet für die WTG Heckengäu offiziell am 19. September mit einem Heimwettkampf gegen den TV Bühl. „Sollte der Terminplan eingehalten werden, fehlt uns natürlich die Vorbereitungszeit“, sagt Wayne Jaeschky.

Keine Zuschauer bedeuten finanziellen Kraftakt

Gespannt ist der Sportliche Leiter, unter welchen Voraussetzungen die Wettkampftage bestritten werden darf. „Sollte er unter Ausschluss von Zuschauern ausgetragen werden, wird die Saison ein finanzieller Kraftakt für uns, weil wir die Einnahmen aus Bewirtung und Eintritt dringend brauchen. Denn auch die Sponsorensuche gestaltet sich momentan nicht einfach“, sagt Jaeschky. Er ist sich aber sicher, dass die WTG die Saison stemmen kann. „Vor allem auch deshalb, weil wir die Philosophie vertreten, keine externen teuren Turner zu verpflichten, wir bauen auf unsere Leute und wollen es aus eigener Kraft schaffen.“

Der nächste Schritt ist nun die Rückkehr in die Hallen. „Ich hoffe, dass wir nach den Pfingstferien rein dürfen,

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