Spezialcontainer für die Leonberger Feuerwehr Ein Rückzugsort mitten im Brandeinsatz

Von
Einsätze am Leonberger Dreieck gehören zum Alltag der Leonberger Feuerwehr. Foto: SDMG

Leonberg - Für viele Leonberger Feuerwehrleute gehört das zum Alltag: Mitten in der Nacht wird Alarm ausgelöst. Oft hat es mal wieder auf der Autobahn gekracht. Dann heißt es: Rein in die in die Einsatzkleidung und ab zum Unfallort.

Buchstäblich brenzlig wird es bei Bränden. Der Ruß dringt in die Kleidung, Kunststoff in den Autos erzeugt gefährliche Dämpfe. Es besteht nicht nur Gefahr für die Menschen, sondern auch für Manschaftwagen oder die Umkleideräume in der Feuerwache: Schadstoffe könnten sich dort festsetzen, mit unabsehbaren Folgen.

Reichlich Überzeugungsarbeit

Da wäre es gut, wenn die Retter zwischendurch ihre Kleidung wechseln und sich waschen könnten. Bei langen nächtlichen Einsätzen täten auch ein heißer Kaffee, Tee und eine Stärkung gut. Auch der Gang aufs stille Örtchen ist derzeit ein Problem.

Im Moment sind solche Unterstützungsangebote für die Feuerwehrkräfte kaum machbar. Doch das wird sich sich ändern, wenn sie einen mobilen Container bekommen, der all diese Dinge möglich macht. Der Leonberger Finanzausschuss hat grünes Licht für 160 000 Euro gegeben, damit ein solcher „Abrollbehälter Hygiene“, wie er offiziell heißt, von der Stadt angeschafft werden kann. 27 000 Euro der Gesamtkosten übernimmt das Land.

Doch der Leonberger Gesamtkommandant Wolfgang Zimmermann musste reichlich Überzeugungsarbeit leisten, um den Kommunalpolitikern die Sinnhaftigkeit dieser Investition zu vermitteln: „Feuerwehrleute sind besonders gefährdet. Der Feuerwehrkrebs steht kurz vor der Anerkennung als Berufskrankheit.“

Kosten bereiten Gemeinderäten Bauchgrimmen

Je schneller die Einsatzkräfte deren verrauchte und mit Rußpartikeln übersäte Hosen und Jacken wechseln könnten, desto besser wäre es für deren Gesundheit, argumentierte Zimmermann. Gerade bei Unfällen rund ums Leonberger Dreieck gäbe es für die Rettungskräfte praktisch keine Gelegenheit, sich zu säubern und verschmutzte Kleidung zu tauschen.

Das grundsätzliche Ansinnen wurde von den Mitgliedern des Ausschusses, der fürs Geld zuständig ist, nicht angezweifelt. Die Kosten von 160 000 Euro bereiteten einigen Stadträten aber schon Bauchgrimmen. „Für solch eine hohe Summe ist der Abrollbehälter zu wenig im Einsatz“, meinte Jörg Langer (Freien Wähler).

Zimmermann bezifferte die Einsatzhäufigkeit auf rund 20 Mal in drei Jahren. Auch würde der Container, der von einem Transporter an den Unfallort gebracht wird, gut 25 Jahre halten. Langers Einwand, um die Verpflegung würden sich üblicherweise die Helfer des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) kümmern, hielt der Feuerwehrchef entgegen, dass dies nur bei absoluten Großeinsätzen der Fall sei.

Kooperation mit THW oder DRK ist problematisch

Auch die von Axel Röckle (Freie Wähler) angeregte Kooperation mit dem Technischen Hilfswerk und dem DRK, sieht Zimmermann problematisch. Bei Bränden seien nur die Feuerwehr vor Ort.

Vorgeschrieben, wie die CDU-Fraktionsvorsitzende Elke Staubach wissen wollte, ist der Container nicht. „Aber gerade wegen der Autobahneinsätze macht er Sinn“, meinte Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD). Er will prüfen, ob mehr Zuschüsse drin sind. Birgit Widmaier (Grüne) stellte die Gesundheit der Einsatzkräfte vor finanzielle Bedenken.

Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen