Spendenlauf Rutesheim läuft und läuft und läuft

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Schweißtreibende Klamotte: In voller Montur legen die Feuerwehrleute Runde um Runde zurück. Foto: factum/

Rutesheim - Das Wetter ist geradezu perfekt“, sagt die weit über die Stadtgrenzen der Stadt hinaus bekannte Rutesheimer Künstlerin Rose Fiedler. Ihre Familie ist auch angetreten, um bei „Rutesheim läuft“ ihr Bestes zu geben. In den ersten Runden läuft ein Pulk der örtlichen Feuerwehr sogar in Montur, obwohl es am Sonntag auch nach dem nächtlichen Gewitter noch ziemlich warm ist.

Festtagsstimmung vor der Markuskirche, und der Pastor Gottfried Liese freut sich. „Wir organisieren das nun zum zweiten Mal. Die Aktion kam 2017 so gut an, dass nun die Stadt auf uns zu kam. Zusammen mit den Sportvereinen können wir das stemmen“, berichtet der Geistliche zufrieden.

Im Altkreis war am Wochenende überall viel geboten. Kein Wunder also, dass Bürgermeisterin Susanne Widmaier, die Grußworte ausrichten ließ, nicht teilnehmen konnte und auch der Erste Beigeordnete Martin Killinger nach der Tour de Natur in Leonberg noch vorhandene Energien auf der gut einen Kilometer langen Runde endgültig verbrauchte.

Runde um Runde

Bei einem Benefizlauf kommt die Motivation vom Gedanken, mit jeder gedrehten Runde etwas Gutes tun zu können. Denn die vollendeten Zirkel werden bezahlt, entweder von Sponsoren oder von den Läufern selbst, wobei die Evangelisch-methodistische Markuskirche drei von vier erlaufenen Euro an das Hospiz Leonberg spenden wird.

Dazu hat sich im Hospiz Leonberg ein eigenes Lauf-Team aus neun Fachpflegekräften und sechs Ehrenamtlichen gefunden, die an diesem Tag in neuen Dienst- Shirts in frischem Grasgrün an den Start gehen.

Ob Hobbyläufer, Gelegenheitssportler, mit Kind im Anhänger oder gemeinsam mit Kollegen – jeder kann mitmachen. Foto: factum/Weise
Die Beteiligung ist erstaunlich hoch. Mit dabei sind die Vereine, die Einzelhändler und sehr viele Kinder und Jugendliche. Der neunjährige Hannes meint, dass er nach den ersten vier Runden, die er bereits geschafft hat, noch weitere sechs laufen will. „Ich will unbedingt zehn schaffen“, sagt er und zeigt stolz die vier Gummibändchen, der er gesammelt hat. Hannah-Marie (12) verschnauft gerade nach ihrer fünften Runde und hat sich insgesamt auf 15 Runden eingerichtet. Ein Schluck und da kommt schon die Mama wieder vorbei und zieht sie mit. Die Kinder sind sich einig: „Es ist schon anstrengend, macht aber auch Spaß.“

Die stets rührige Claudia Berner vom Hospiz freut sich besonders über die rege Teilnahme. „Die Zuschauer und die Mitläufer sind sich sehr bewusst, warum sie hier sind. Wir empfinden alle eine große Verbundenheit.“

200 Menschen rennen mit

Mehr als 200 Mitwirkende machen den Lauf zu einem volksfestartigen Ereignis, auch weil Moderator Gerrit Mathis die Geschehnisse mit Anmerkungen auflockert und viel flotte Musik gespielt wird, manch einer schwingt sogar ein wenig die Hüften. Das Team Hospiz, unterstützt von der Vereinsgemeinschaft des Fleckenfestes Rutesheim, startet um 12 Uhr und hat sogar ein Kind im Rollstuhl mit dabei, alles ehrenamtlich. Die Realschule hat einen Trupp Cheerleader abgestellt, die professionell einheizen und immer wieder kommt viel Beifall von Seiten der Zuschauer. Auch für den lustigen Hund, der begeistert mit rennt und den tapferen Vater, der den Nachwuchs im Buggy vor sich herschiebt, im Laufschritt. Zum Schluss, nachdem in der letzten Stunde noch einmal eine ganze Menge Sportler hinzu gekommen sind und ordentlich Gas gegeben haben, ist die erstaunliche Summe von mehr als 18 000 Euro erlaufen worden. Ein Drittel davon geht an die rührige Methodistengemeinde, über zwei Drittel darf sich das Hospiz freuen.

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