Sommergespräche in Leonberg Die „Stadt für morgen“ schnell angehen

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Sie spielen auf die vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossene, aber von Ihnen in dieser Form abgelehnte Bebauung des Postareals an. Immerhin beinhalten die Pläne den von Ihnen mit Verve geforderten Brückenschlag.

Widmaier: Das ist wenigstens ein positiver Aspekt. Wobei ich meine Zweifel habe, dass die vorgesehene Breite von sechs Metern für die versprochene Flaniermeile ausreicht.

Murschel: Ansonsten aber wird eine zentrale Fläche auf Jahrzehnte zubetoniert.

Und was ist mit der Möglichkeit, die Eltinger Straße neu zu gestalten?

Murschel: Wir sind in der Tat dankbar, dass der Oberbürgermeister einige Punkte aufgreift, die wir seit Jahren ansprechen. Bei Stau auf der Autobahn ist die Situation in der Innenstadt unerträglich. Wir brauchen eine andere Form der Mobilität und keine Mischverkehrsflächen wie vor der Römergalerie.

Das will OB Cohn mit seinem Konzept „Stadt für morgen“ ja angehen.

Murschel: Da sind wir ja auf seiner Seite. Aber wir brauchen konkrete Umsetzungsschritte.

De facto bedeutet das weniger Autos in der Stadt.

Widmaier: Es geht nicht um Zwang, sondern um Angebote. Es muss für die Menschen attraktiv sein, sich zu Fuß, mit dem Rad oder dem Bus zu bewegen.

Es gibt Leute, die die geplanten Pförtnerampeln in den Außenbereichen als Zwang bezeichnen.

Murschel: Die Idee von Pförtnerampeln ist ja nichts Neues. Das Entscheidende ist doch, dass unser Verkehrsrechner jetzt nicht nur den Verkehrsfluss im Stadtgebiet regelt, sondern in das regionale Netz eingebunden ist. Das bedeutet, dass die Fahrer schon auf der Autobahn sehen, dass es sich nicht lohnt, nach Leonberg hereinzufahren. Es geht darum, dass die Innenstädte nicht vom Verkehr geflutet werden.

Sie setzen auf den Bus als wichtiges Element im Stadtverkehr. Der Citybus zwischen Marktplatz und Leo-Center ist vor fünf Jahren grandios gescheitert.

Widmaier: Die Idee eines Citybusses ist nach wie vor gut, muss aber in das Liniennetz eingebettet werden. Ein Kritikpunkt war zudem der kurze Streckenverlauf. Eine Direktverbindung zwischen Eltingen und dem Haldengebiet wäre sicherlich sinnvoller.

Murschel: Wir haben das weltweite Entwicklungszentrum für autonomes Fahren in der Stadt. Da müsste ein autonomer Shuttle-Bus machbar sein. Der kann nicht alle Verkehrsprobleme lösen, ist aber ein interessanter Imageträger. Dafür brauchen wir einen größeren Brückenschlag. Das muss bespielt werden, nicht ein weiterer Drogeriemarkt.

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