Sommer im Strohgäu Diese Angebote gibt es für Kinder in den Ferien

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Basteln und Malen ist einer der Klassiker – nicht nur bei der Sommerfreizeit in der Gerlinger Breitwiesenschule. Foto: factum/

Strohgäu - Eigentlich ist die „Stara“ eine Sache von vor-vorgestern: In diesem Jahr wird die Stadtranderholung 50 Jahre alt. Das traditionelle Ferienangebot in Gerlingen ist für Kinder und Jugendliche aber immer noch attraktiv. „Wir haben keinen Grund, irgendetwas anders zu machen“, sagt Michaela Höhn-Bea, die die Stadtranderholung leitet. Die Sozialpädagogin ist auch Leiterin des örtlichen Jugendhauses – und so alt wie die Sommerfreizeit. Für diese habe sie jedes Jahr rund 300 Kinder und Teenager, die teilnehmen – und 90 gute Betreuer. Die meisten sind erfahrene Kräfte. Nur eine Handvoll ist zum ersten Mal dabei – darunter Höhn-Beas Sohn Hannes. Die Klassiker der Angebote sind Basteln, das Bauen mit Holz oder Exkursionen, wie ins Maislabyrinth oder ins Planetarium. „Das Interesse für die Aktivitäten hat sich in all den Jahren nicht verändert“, stellt Höhn-Bea fest, „und die Anmeldezahlen sind konstant.“

Jeder muss schaffen fürs Geld

Ebenfalls ein Klassiker, aber erst seit rund 20 Jahren, ist die Kinderspielstadt Ditziput: Auf dem Schulgelände in Ditzingen-Heimerdingen treffen sich in den ersten beiden Ferienwochen 230 Kinder und 75 Betreuer. Den pädagogischen Leiter stellt die Stadt, das Organisatorische übernimmt der Verein Ditziput. Tristan Scherrer, der Leiter der städtischen Jugendhilfe, kennt Ditziput aus dem ff. „Als Betreuer war ich zehn Mal dabei“, erzählt der Dreißigjährige. Nach dem ersten Mal, unter Leitung von Roger König, habe er im Jugendhaus Zivildienst gemacht – und dann Sozialpädagogik studiert. „Ich bin durch Ditziput zum Beruf gekommen“, meint Scherrer. Zu Beginn dieses Jahres hat er seinen Chef von damals beerbt.

Die sieben- bis zwölfjährigen Besucher würden rasch begreifen, was in der Spielstadt ablaufe: Dass jeder etwas tun müsse, um an Geld, die Diros, zu kommen. Dass es einen Bürgermeister gibt, eine Müllabfuhr, eine Kantine, eine Bank, aber auch Produktionsbetriebe. In einem werden Bilder gemalt, in einem anderen aus Kupferblech Blumen gefertigt – und alles anschließend verkauft. „Das Konzept hat sich nicht überlebt“, meint Scherrer.

Zusammenarbeit mit Vereinen

In Korntal-Münchingen gibt es neun Angebote für Kinder und Jugendliche, die eine oder zwei Wochen dauern – vom Sportcamp über den Bauspielplatz bis zur Teenyzone oder dem Aikido-Training. Dazu kommen die Ferienspiele, die einen Tag dauern: 19 Angebote an 15 Tagen.

Oder die „Neue Stadtranderholung“: Sofia und Leandra toben in der Buddenberghalle in Münchingen an den Turnringen herum. „Da habe ich das Gefühl, dass ich durch die Luft fliegen kann“, sagt eine der Zehnjährigen begeistert. Einen Raum weiter bemalt Violetta ihr grünes Stara-T-Shirt, in einem anderen Zimmer jagt Erik mit Kumpels Rennwägen über die Carrera-Bahn. „Keiner muss etwas, jeder kann vieles tun“, so etwa lautet das Motto.

Monster und Mythen als Thema

„Es war schon immer unser Prinzip, nicht Hunderte Kinder bei einer Veranstaltung zwei Wochen am Stück zu beschäftigen“, erklärt der Stadtjugendpfleger Matthias Rees. Vielmehr verbinde die Stadt eigene Angebote mit denen von zwei Vereinen und der Kirchen – für zusammen rund 250 Kinder. Das seien etwa ebensoviele wie in Gerlingen oder Ditzingen, meint Rees. Parallel zur „Stara“ beschäftigen sich im Münchinger Jugendhaus 20 Zehn- bis Vierzehnjährige mit dem Thema „Monster, Mythen und Legenden“. Eine Gruppe dreht ein Video – im Seewald wurde ein Monster gesehen.

Ein Vereinsangebot ist das Aikido-Training. „Kinder lernen dabei Selbstsicherheit und Standfestigkeit“, erklärt der Trainer dieser Selbstverteidigungsmethode, Volker Hochwald. Die Deeskalation im Konfliktfall sei der Schwerpunkt – und wenn es zur körperlichen Auseinandersetzung komme, „steht der achtsame Umgang mit dem Angreifer im Vordergrund“.

Schwund bei den Ferienspielen

Die Ferienspiele in Hemmingen zählen dieses Jahr nur acht Termine. Die Angebote würden immer weniger, bedauert Gregor Adam vom Jugendhaus Astergarten. Vereine und Parteien böten nicht mehr so viel wie früher an, „wir vom Jugendhaus können das nicht ausgleichen“. Immerhin aber gibt es die Dorffreizeit, eine Kinderwerkstatt, das Training beim Schützenverein, einen Ausflug mit dem Bürgermeister und Angebote des Jugendhauses. Adam: „Alles findet statt, wir freuen uns über das große Echo und sind froh über das Tenniscamp.“ Dieses findet in der letzten Ferienwoche statt, ebenso wie die Ferienbetreuung im Astergarten.

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