Solitude Revival bei Leonberg Ausgelassene Stimmung am Glemseck

Von Torsten Schöll
Wo Biker sind, geht’s ungezwungen zu, wissen die Besucher. Auch deshalb war der Biergarten vor dem Gasthaus Glemseck am Wochenende berstend voll. Foto: Jürgen Bach/Jürgen Bach

Haupttribüne an der Zielgeraden oder Stehplatz am Glemseck? Rennwagen oder Motorräder? Häppchen im Fahrerlager oder Biergartenatmosphäre? Für viele Fans des Solitude Revival scheint klar: Wer die beste Stimmung beim Motorsport-Nostalgie-Event miterleben will, ist entlang der Strecke vor dem Gasthaus am Glemseck genau richtig. Und das hat mehrere Gründe.

„Bevor es hier in der Kurve bergauf geht, geben die Fahrzeuge richtig Gas“, sagt Werner Bolt. Der 47-Jährige besucht seit Jahren das Leonberger Motorsport-Event. Und Gas geben, das heißt auch: schreiender Motorenlärm und beißender Benzingeruch. Auch wenn Nicht-Motorsportfans es kaum nachvollziehen können: Genau das ist es, was so viele an die ehemalige Rennstrecke lockt.

Auf der Wiese stehen Wohnwagen und Camper

Auch am vergangenen Wochenende war der Biergarten vor dem Gasthaus Glemseck bei schönstem Sommerwetter wieder berstend voll. Aber nicht nur der Standort vor dem Berganstieg lockt viele Fans hierher. Vor allem die Freunde des gepflegten motorisierten Zweirads zieht es während des Solitude Revivals in die Nähe der Glemseckkurve. Denn gleich hinter dem Gasthaus befindet sich das Fahrerlager der historischen Motorräder mit und ohne Seitenwagen. „Und wo Biker sind“, sagt Werner Bolt, „geht’s einfach ungezwungener zu.“

Auf einer Wiese jenseits der Glems, neben den Zelten, in denen Motorräder auf ihren Einsatz warten, haben viele Zweiradfahrer ihre Wohnwagen und Camper abgestellt. Auch bei den drei Generationen der Familie Eckert aus Weil der Stadt herrscht dort fast schon Ferienstimmung. Während Papa Manuel sich auf sein Rennen vorbereitet, wartet auf die Kleinsten ein aufblasbares Planschbecken neben dem Wohnmobil.

Unterm Sonnenschirm den Trubel genießen

Eckert und sein Beifahrer Martin Mersch fahren in der Seitenwagen-Klasse. Mersch ist Eckerts „Schmiermaxe“, wie der Seitenwagen-Beifahrer im Rennjargon genannt wird. „Ich bin aber blutiger Anfänger“, sagt Mersch und lacht. So ganz wohl scheint es ihm in seiner Haut nicht zu sein.

Unterdessen warten vor dem Gasthaus Glemseck, wo aus den Lautsprecherboxen motorradkompatible Rockmusik tönt, Marius Raatz und Marcus Neumann auf das nächste Rennen. Die beiden fahren später noch mit einem Beach-Buggy über den Kurs. So lange sitzen die Freunde unter einem Sonnenschirm und genießen den Trubel um sich herum: „Ist doch toll“, sagt Raatz, „dass hier am Glemseck so gute Stimmung ist.“

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