Sindelfinger Klostersee Feuerwehr rettet Ente in Seenot

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Der Feuerwehrmann Mark Finkbeiner hat die erschöpfte Ente aus dem Klostersee geborgen. Foto: Sindelfingen

Sindelfingen - Mit einer dramatischen Rettungsaktion haben sechs Sindelfinger Feuerwehrleute am Dienstagnachmittag eine Ente vor dem Ertrinken im Klostersee bewahrt. Das Tier war das Opfer eines Verkehrsunfalls. Zuvor war es – ohne sich an die Verkehrsregeln zu halten – auf der Straße entlang des Klostersees spazieren gewesen – und von einem Auto erfasst und am Flügel verletzt worden. Die Fahrerin stieg aus dem Auto, schnappte sich das Tier und warf es in den See. Dann fuhr sie weiter.

Hätte nicht eine Passantin das Ganze beobachtet, wäre die Ente vermutlich irgendwann im See versunken. Die Spaziergängerin bemerkte, dass der Vogel nicht mehr richtig schwimmen konnte. Nur in Rückenlage konnte sich die flügellahme Ente durch das Wasser bewegen. Die Frau rief die Polizei, die wiederum die Feuerwehr alarmierte. Mit zwei Fahrzeugen und sechs Leuten rückte diese zum Rettungseinsatz ein. Dieser erwies sich als schwieriger als gedacht, denn der Vogel ließ sich nicht vom Ufer aus mit einem Kescher fangen. Stattdessen schwamm er weit in den See hinein. Den Feuerwehrleuten Mark Finkbeiner und Marco Schäberle blieb nichts anderes übrig, als in ein Schlauchboot zu steigen und dem verletzten Tier zu folgen.

Autofahrerin hat gegen Tierschutz verstoßen

Erstaunlich lange hielt die Ente durch und drehte auf dem Rücken ihre Runden. „Irgendwann jedoch war sie vollkommen erschöpft“, berichtet Christoph Steibli, der Pressesprecher der Sindelfinger Wehr, der die Rettungsaktion vom Ufer aus beobachtete. Ohne Gegenwehr ließ sich das ermattete Tier dann vom Feuerwehrmann Finkbeiner ins Boot holen. Die Retter brachten es zu einem Tierarzt, der den verletzten Flügel versorgte. Wenn die namenlose Ente wieder gesund ist, soll sie zum Klostersee zurückkehren. Es ist übrigens nicht die erste Ente, die von der Feuerwehr gerettet worden ist. „Im vergangenen Jahr haben wir einen verletzten Erpel ebenfalls aus dem Klostersee geborgen und ins Tierheim gebracht“, so Steibli.

Die unbekannte Autofahrerin, die am Dienstag die Ente angefahren und dann ausgesetzt hat, habe damit gegen tierschutzrechtliche Bestimmungen verstoßen, sagt Peter Widenhorn, der Sprecher der Polizei. „Das ist eine Straftat, die mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe geahndet werden kann. Die Polizei hat die Ermittlungen aufgenommen.“ Doch wie verhält man sich in einem solchen Fall richtig? Widenhorn rät: „Rufen Sie die Polizei oder besser noch das Tierheim an.“

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