Scholpp baut in Leonberg Auch ein Porsche hing schon mal am Haken

Von Arnold Einholz
Richtfest: Der Kran- und Transportdienstleister Scholpp baut im Gewerbegebiet Leo-West eine neue Niederlassung. Foto: factum/

Leonberg - Ein neugieriger imposanter Milan und ein kleiner flinker Falke kreisen um den hoch in den Himmel ragenden roten Ausleger des riesigen Krans mit der Aufschrift „Scholpp“. Gestern war der potenzielle Hochsitz im Gewerbegebiet Leo West noch nicht da, also gilt es, den gründlich zu beäugen.

Das Riesending wird künftig wohl in der Nähe der A 8 sein Domizil haben, doch den Kranausleger ausfahren wird er hier wohl eher selten. Am Freitagnachmittag war das Gefährt ja auch nicht im Einsatz, sondern als Schauobjekt bei einem wichtigen Festakt zu bestaunen – in der neuen Niederlassung des Kran- und Transportdienstleisters wurde Richtfest gefeiert.

Im März soll es los gehen

Im März 2020 will Scholpp seinen Mitarbeitern, Kunden und Geschäftspartnern einen neuen Standort auf mehr als 10 000 Quadratmetern bieten. Hier entstehen insgesamt 1000 Quadratmeter Bürofläche, rund 1400 Quadratmeter Lager- und Hallenfläche und 500 Quadratmeter Neben- und Sozialräume. Teile der Bürofläche im zweiten und dritten Obergeschoss und Lager- und Hallenflächen werden vermietet, erläutert der Firmenchef Martin Scholpp beim Festakt.

Seit mehr als sechs Jahrzehnten ist Scholpp vor Ort, wenn es gilt, schwerste Lasten zu bewegen. 1956 hat Alfred Scholpp die Firma gegründet, heute stellen 175 Mitarbeiter und eine Flotte aus 269 Fahrzeugen, darunter 75 Kräne, rund 10 000 Einsätze im Jahr sicher.

Verkehrsstrategisch günstig

Was macht Leonberg für Scholpp interessant? „Es ist ein wichtiger Schritt, um auch in Zukunft die Metropolregion Stuttgart und die Regionen Karlsruhe, Heilbronn und Ludwigshafen noch besser mit unseren Dienstleistungen versorgen zu können, denn es ist beste Verkehrslage“, sagt Martin Scholpp.

Aus den Standorten Karlsruhe und Stuttgart werden in Leonberg die Groß-Kräne konzentriert – das sind Maschinen die 250, 450, 500, ja sogar 700 Tonnen Last bewegen können und selbst mehr als 100 Tonnen auf die Waage bringen. 45 Mitarbeiter, teilweise auch neu eingestellte, werden sich hier um den Fuhrpark mit 25 Kränen kümmern und sie bedienen.

„Der neue Standort ist toll, weil es nicht einfach ist, die großen Maschinen, zu denen oft ein ganzer Fahrzeugtross mit Zubehör gehört, zu bewegen – um 6 Uhr müssen wir von den Autobahnen herunter sein“, erläutert der Firmenchef. Nach dem Spatenstich am 15. November waren umfangreiche Erdbewegungen notwendig, um das Gelände zu nivellieren. Erhöhte Vorsicht war beim Erdbau wegen der nahegelegenen Gasleitungen geboten. Nun stehen der Rohbau und der Stahlbau.

Scholpp investiert 2,5 Millionen am Standort

Zufrieden ist Martin Scholpp, dass auf dem begrünten Dach eine Fotovoltaikanlage installiert, das Gebäude mit Erdwärme geheizt und für die hauseigene Waschstraße gesammeltes Regenwasser genutzt wird. „Das zahlt sich nicht aus, aber man muss auch mal den Taschenrechner in der Schublade lassen und auf den Bauch hören“, sagt der Mittelständler. Das alles zusammen erlaubt es, den Standort weitestgehend kohlendioxidneutral zu betreiben.

Stolz hat Martin Scholpp seinen Gästen einen besonderen Oldtimer präsentiert, der Firmengeschichte geschrieben hat, aber nicht in Scholpp-Rot gehalten ist. „Es ist der erste Teleskop-Kran in Europa gewesen, mein Vater hat ihn 1965 aus den USA importiert.“ Damit wurden nicht nur Lasten gehoben. Ein altes Foto zeigt, wie am Haken hoch in der Luft ein Porsche 904 hängt. „Das waren Crashtests. Man hat das Auto fallen lassen, um zu sehen, was passiert,“ erzählt Martin Scholpp aus der Firmengeschicht.

Nicht weniger stolz ist auch der Leonberger Oberbürgermeister Martin Georg Cohn. Zum einen, weil sich eine so renommierte Firma wie Scholpp hier niedergelassen und rund 2,5 Millionen Euro investiert hat. Zum anderen, weil der Gemeinderat bereit war, das Gewerbegebiet auszuweisen. Nicht zuletzt sei er zufrieden, dass die Gebühren für die Genehmigungen, wenn ein Großkran das Firmengelände verlässt, gut für die Stadtkasse sind.

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