Schnelltests in Renningen Autoscheibe runter und Stäbchen in die Nase

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Die Besucher müssen für die Tests das Auto nicht verlassen. Foto: Jürgen Bach

Renningen - Ein bisschen wie ein Drive-In beim Schnellimbiss – und doch ganz anders: Am Freitag hat in Renningen, auf dem Gelände des Einkaufszentrums Süd (Weil der Städter Straße 47), eine neue Corona-Schnellteststelle eröffnet. Es handelt sich um eine „Drive Thru“-Teststelle, vom Englischen „Drive through“, zu deutsch: durchfahren. Damit ist das meiste eigentlich gesagt: Hier gehen die Menschen nicht wie sonst zu Fuß zu ihrem Test, sondern geben die Proben direkt vom Auto aus ab und können dann gleich weiterfahren. Das Ergebnis gibt es dann 15 Minuten später per E-Mail.

Weitere Teststelle in Gerlingen

Betreiber ist die Stuttgarter Firma ViaMed, die einen „Drive Thru“ bereits in Gerlingen und Schwieberdingen eröffnet hat. Vor einiger Zeit kam eine Anregung aus Gerlingen, eine Teststelle möglichst nah an der B 295 einzurichten, berichtet der Arzt und Telemediziner Thorsten Pilgrim, Geschäftsführer von ViaMed. Das sei vor allem für Unternehmen hilfreich, deren Kunden sich auf der Fahrt noch testen lassen wollen. Doch auch für andere Nutzer biete die Einrichtung Vorteile. Eine entsprechende Anfrage für einen „Drive Thru“ nahe der B 295 ist daher nun auch vom Rathaus Renningen an die Firma herangetragen worden.

Die Renninger haben auf das Angebot anscheinend nur gewartet: „Das habe ich bisher noch nicht erlebt“, erzählt Thorsten Pilgrim erstaunt. Am Freitag wurde zwischen 8 und 11 Uhr zum ersten Mal getestet. „Wir waren voll ausgebucht.“ 150 hatten sich angemeldet, 50 kamen noch ohne Anmeldung dazu. Wenn der Andrang so hoch bleibt, könnten die Öffnungszeiten künftig noch erweitert werden, sagt Thorsten Pilgrim. Aktuell ist die Teststelle montags, dienstags, freitags und samstags immer vormittags ab 8 Uhr geöffnet, am Samstag sogar bis 14 Uhr, am Freitag außerdem zwischen 16 und 19 Uhr.

„Das Komfortable ist, dass man das Auto gar nicht verlassen muss“, erklärt Pilgrim. Die Fahrer melden sich an einer ersten Station an, an der nächsten wartet das Personal, das die Menschen testet. „Dafür haben wir nur medizinische Fachkräfte im Einsatz.“ Etwa 80 Prozent aller Nutzer kommen nach vorheriger Anmeldung, hat Pilgrim die Erfahrung gemacht. „Es kommen aber immer auch welche ohne Anmeldung vorbei.“ Ein Anrecht auf eine Testung besteht dann nicht, „bisher mussten wir aber noch niemanden wieder nach Hause schicken“.

Für Kinder gibt’s den „Lolli-Test“

Ein besonderer Vorteil bestehe für Familien. Zum einen können alle Familienmitglieder im selben Auto kommen und dann parallel getestet werden. „Nur die Online-Anmeldung muss für jeden einzeln gemacht werden.“ Für Kinder unter zehn Jahren gibt es außerdem den sogenannten Lolli-Test. „Da lutschen sie ein bisschen dran herum und geben ihn dann wieder ab“, erklärt Thorsten Pilgrim. „Die Toleranz der Kinder ist dafür viel höher, als wenn jemand Fremdes in ihrer Nase hantiert. Auch die Eltern finden es deshalb besser.“

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Anders, als der Name es vermuten lässt, schmecken diese „Lolli“ zwar nach gar nichts. „Man sollte aber nicht glauben, was die Kinder meinen, da alles herauszuschmecken“, erzählt er schmunzelnd. „Wenn man sie fragt, wonach es heute geschmeckt hat, kommt alles, von Cola bis Erdbeere.“ Das sei dann aber nur Einbildung – oder die Reste vom Frühstück.

Die Anmeldung zu allen Schnellteststellen in Renningen erfolgt online unter www.renningen.de/corona

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