Schnelles Internet Breitbandausbau: 23 Kommunen machen mit

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Im Sindelfinger Gebiet Mittelpfad gibt es bereits schnelles Internet. Dennoch machte die Telekom dort ein kostenloses Angebot. Foto: factum/Granville

Leonberg - Bernd Dürr könnte sich beim Thema Breitbandausbau zurücklehnen und sagen: „Eigentlich ist fast alles gut.“ Doch der Bürgermeister von Bondorf sieht Verbesserungsbedarf. „Wir sind in unserer Gemeinde fast flächendeckend mit Glasfaserkabel versorgt“, sagt der 49-Jährige.

Allerdings nur bis zu den Verteilerstationen. Auf den letzten Metern bis zu den Gebäuden sind Kupferkabel verlegt worden. „Dadurch ist der Upload nicht so schnell wie das Downloaden“, sagt der Ortschef. Das treffe besonders diejenigen, die zu Hause arbeiteten: „Sie kommen nicht rasch genug an Daten.“ Dürr war deshalb einer der Kreisräte, die während der jüngsten Kreistagstagssitzung sein Plazet zur Gründung eines Zweckverbands Breitbandkabel gab. Die überwiegende Mehrheit in dem Gremium stimmte ebenfalls für ein gemeinsames Vorgehen, ein modernes Internet zu schaffen.

Schlechte Erfahrungen mit der Telekom

Die Gegner und Zweifler, die die Gründung eines Zweckverbands zum jetzigen Zeitpunkt oder auch überhaupt ablehnen, hatten sich bereits im Vorfeld der Abstimmung zu Wort gemeldet. In einem offenen Brief an den Landrat Roland Bernhard kritisierten die Oberbürgermeister von Leonberg, Böblingen und Sindelfingen, dass sie „bei solch einer wichtigen Weichenstellung für die Zukunft unserer Städte eine umfassende Information über die Auswirkungen einer Mitgliedschaft im Zweckverband“ vermissten.

Sie sprachen die „Kooperationsvereinbarung“ mit der Telekom an, die das Ziel beinhalte, „in partnerschaftlicher Zusammenarbeit in der Region den Glasfaserausbau voranzutreiben“. Doch gerade dabei zeigt sich Sindelfingen enttäuscht.

Zu den „schlechten Erfahrungen“ mit der Telekom, die sich laut Aussage einiger Kommunen nicht an Absprachen hält, zählt auch, dass sie jüngst in Sindelfinger Gewerbegebieten, wo fast alle Unternehmen bereits an ein leistungsstarkes Glasfasernetz angeschlossen sind, ein kostenloses Gigabit-Hochgeschwindigkeitsnetz anbot. „Juristisch gesehen darf die Telekom das natürlich“, sagte Karl Peter Hoffmann zu dem Vorgang. „Damit ist die Telekom aber nicht mehr unser Partner“, fügte der Sindelfinger Stadtwerke-Chef aber hinzu.

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