Sandvik Coromant in Renningen Sandvik investiert 16 Millionen

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Nadine Crauwels (5.v.l.), die Chefin des Weltmarktführers für Werkzeuge, freut sich auf den neuen Standort. Foto: factum/

Renningen - So ein Center ist nichts, was wir jeden Tag machen“, sagt Nadine Crauwels. Die Präsidentin von Sandvik Coromant meint damit den Bau eines Kompetenzzentrums im Gewerbegebiet in Malmsheim. Das in Schweden beheimatete Unternehmen, nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Werkzeuge und Zerspanungslösungen, investiert in das neue Gebäude und die Anlagen rund 16 Millionen Euro. Das Center in der Wankelstraße soll den bestehenden Standort an der Heimsheimer Straße ergänzen, wo 180 Mitarbeiter beschäftigt sind.

„Es ist unsere wichtigste Aufgabe, dass wir in den Centern Menschen zusammenbringen“, betont Nadine Crauwels. In die weltweit bereits bestehenden 18 Zentren seien im vergangenen Jahr 33 000 Besucher wie Kunden und Partner gekommen, sagt die Präsidentin. Darauf sei man stolz. Die Kompetenzzentren sind nach Angaben von Sandvik Coromant mit Maschinen zum Fräsen, Drehen und Bohren sowie neuester Software ausgerüstet. Dort würden laut Unternehmen Kunden nicht nur im Umgang mit den neuesten Fertigungsverfahren geschult, sondern könnten unter anderem auch während Entwicklungsprozessen neue Materialien und Prozesse testen oder neue Lösungen erarbeiten und umsetzen. Auch im künftigen Center in Malmsheim sollen Themen wie Produktivität, Anwendungswissen, Zerspanungstechnik und Forschung im Mittelpunkt stehen. Ein besonderer Fokus soll dort auf der Automobilindustrie liegen.

Nicht einfach, ein Grundstück zu finden

„Im Herbst 2016 erhielten wir die Information, dass Sandvik Coromant auf der Suche nach einem Standort für ein Center ist“, berichtet Andreas Schmollinger, der Geschäftsleiter Production Unit Renningen. „Für uns war klar, dass ein solches Center optimal zu unserer Produktion passt“, fügt er hinzu. Es sei nicht einfach gewesen, in der Nachbarschaft ein Grundstück zu finden. Der Neubau wird nun auf einer 6000 Quadratmeter großen Fläche entstehen, die seither zur benachbarten Adolf Burger GmbH gehörte. „Künftige Besucher bekommen dann auch die Gelegenheit, unsere hochmoderne, automatisierte Produktion zu besichtigen“, erklärt Andreas Schmollinger.

Im Gebäude selbst werden sich auf einer Gesamtfläche von 4000 Quadratmetern nicht nur 50 Büroarbeitsplätze sowie Räume für Schulungen und Konferenzen befinden, sondern auf jeweils 1100 Quadratmetern ein Trainingscenter sowie eine Produktionsfläche.

Eine Cafeteria mit Außen- und Dachterrasse wird das voll klimatisierte und mit einer Glasfassade verkleidete, mehrstöckige Gebäude ergänzen. Im Außenbereich will man 105 Parkplätze anlegen. Im neuen Kompetenzzentrum wird es Platz für etwa 70 Beschäftigte geben, von denen einige allerdings von anderen Sandvik-Standorten kommen werden.

Cafeteria mit Außen- und Dachterrasse

Das neue Zentrum soll im kommenden Jahr in Betrieb gehen. Die Sandvik Coromant-Präsidentin Nadine Crauwels mahnte bei der Spatenstich-Feier, sowohl das vorgesehene Budget als auch den Zeitrahmen strikt einzuhalten. „Da gibt es keine Diskussion“, sagt sie in Richtung der bei der Feier vertretenen Manager. Im Herbst 2020 wolle man eröffnen.

Es sei ein gutes Zeichen für die Zukunft, dass Sandvik im Renninger Stadtteil Malms­heim erstmals selbst baue, sagt der Bürgermeister Wolfgang Faißt beim Spatenstich am Montag. Die Stadt habe diese Ansiedlung unterstützt. Die 16-Millionen-Euro-Investition sei ein bedeutendes Projekt. Auch sonst schätze man das Engagement des Unternehmens. So sei Sandvik etwa ein Partner der örtlichen freiwilligen Feuerwehr. Einige Beschäftigte könnten im Bedarfsfall schnell ausrücken. Faißt wünscht dem Unternehmen, dass es immer genügend Fachkräfte bekommt.

„Wir haben einen regen Zuspruch an Bewerbern aus der Region für Ausbildungsplätze“, sagt Thilo Wiedmann, der Personalleiter, auf Nachfrage. Am Standort Malmsheim würden ständig zwischen zwölf und 15 junge Leute in Berufen wie Industriemechaniker und Zerspanungstechniker sowie im dualen Studium ausgebildet. Man arbeite eng mit den örtlichen Schulen zusammen und sei bei Ausbildungsmessen vertreten, erklärt Thilo Wiedmann. „Und die Azubis haben gute Chancen, nach Ende der Ausbildung übernommen zu werden“, sagt er.

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