Sachschäden in Gerlingen Der Vandalismus geht nicht nur an den Geldbeutel

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Einsatz für die Feuerwehr: der Handtuchhalter wurde angezündet. Foto: Feuerwehr Gerlingen

Strohgäu - Der Rathauschef Georg Brenner findet kaum mehr Worte für das, was zur Zeit der Stadt Gerlingen und ihren Bürgern von Unbekannten angetan wird. Der Aufzug zur Schwimmhalle wurde im Januar so beschädigt, dass er seither außer Betrieb ist. Am vergangenen und am vorvergangenen Wochenende wurde zweimal in der Toilettenanlage am Rathausplatz Feuer gelegt. Zudem ist ein Briefkasten aus den Angeln gehoben und ein Schaukasten eingeschlagen worden. Alleine für die Reparatur des Aufzugs sind 35 000 Euro nötig. Auch in anderen Strohgäukommunen gibt es Schäden durch Vandalismus.

Reparatur des Aufzugs dauert

„Wir wissen nicht, ob es Menschen sind, die ein Problem in der Denke haben“, sagte Brenner in einer Sitzung des Technischen Ausschusses des Gemeinderats, „oder ob es Reaktionen auf Repressalien sind.“ Jedenfalls hätten die mutwilligen Beschädigungen nicht nur einen finanziellen Aspekt, sondern auch Auswirkungen auf die Bürger. „Und die wiegen zum Teil noch viel schlimmer“, so der Bürgermeister. So werde der Aufzug zur Schwimmhalle von bewegungseingeschränkten Menschen dringend gebraucht – doch die Reparatur könne wegen der Lieferzeit der Ersatzteile vermutlich erst in den Sommerferien erfolgen. Auch die Toilettenanlage ist gesperrt, hier müssen nicht nur verbrannte Papierhandtücher zusammengefegt werden. Der Schaden beträgt mehrere Hundert Euro. Und die Toilette, normalerweise ordentlich und sauber gehalten, werde ständig frequentiert. Im Rathaus überlege man, ob und welche Schutzeinrichtungen künftig helfen könnten. Kameras aber, zum Beispiel, könne man nicht einfach so aufhängen.

Schaukasten in Ditzingen eingeworfen

Auch in anderen Kommunen werden unlängst Schäden angerichtet. Am vergangenen Wochenende wurde am Ditzinger Rathaus unter anderem das Glas eines Schaukastens eingeworfen, Hinweisschilder abgerissen und ein Briefkasten beschädigt. Außer diesen Vorfällen, so eine Sprecherin der Stadt, sei es in puncto Vandalismus in jüngster Zeit „relativ ruhig“ gewesen. Am Wochenende vor Ostern wurden laut der Polizei bei den Tennisplätzen in Hemmingen zwei Sitzbänke abgebaut und weggeschleppt, zudem erinnert man sich im Rathaus an Lampen, die vor einiger Zeit im Schlosspark zerdeppert wurden. Auf dem Freizeitplatz wurde ein Toilettenhäuschen aus Plastik beschädigt, am Spielplatz Kaiserstein ein Spielgerät demoliert.

Wüstes Treiben im Haus der Volkshochschule

In Korntal-Münchingen hatten im Oktober vergangenen Jahres zunächst Unbekannte ihr Unwesen im Haus der Volkshochschule und der Musikschule getrieben. Bilder wurden von den Wänden gerissen, Prospekte und Tische herumgeschmissen, Heizungsventile zerstört. In derselben Nacht wütete jemand im Sekretariat der Stadthalle, das nur wenige Meter entfernt ist. Gut eine Woche später ermittelte die Polizei vier Verdächtige: Jugendliche im Alter zwischen 13 und 15 Jahren.

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