S-Bahn zwischen Weil der Stadt, Leonberg und Ludwigsburg S 62: Weil der Stadt wird besser angebunden

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Von allen Ergebnissen der Studie kommen die Maßnahmen auf der Linie S 6 am wahrscheinlichsten. Die S 6 zwischen Weil der Stadt, Leonberg und Stuttgart ist die Traditionslinie der S-Bahn, und geprägt von einigen Besonderheiten. Zum Beispiel muss sie sich ihre Gleise nicht mit einem Regionalzug teilen. Die Nachfrage der Fahrgäste konzentriert sich darum ausschließlich auf die S-Bahn – dementsprechend hoch ist die Auslastung. „Daraus resultiert unser Gedanke, ob wir auf der Linie der S 6 noch zusätzliche Verstärkerzüge fahren lassen können“, erklärt Jürgen Wurmthaler, der VRS-Verkehrsdirektor.

Verschiedene Varianten wurden in dem VWI-Gutachten untersucht. Am meisten Nutzen verspricht man sich von einer ­zusätzlichen Linie S 62 zwischen Weil der Stadt und Feuerbach. 9000 zusätzliche Fahrgäste pro Tag könnten mit einer solchen Bahn fahren, hat das Gutachten ergeben. Halbstündlich würde diese S 62 dann zwischen die ohnehin schon im Viertelstundentakt fahrende S 6 geschoben. Alle 7,5 Minuten hätte dann zum Beispiel ein Weil der Städter die Gelegenheit, nach Leonberg zu kommen. Zwölf neue S-Bahnzüge bräuchte der Verband Region Stuttgart für diese neue Linie, mit Kosten bis zu fünf Millionen Euro müsste man rechnen.

Warum aber fährt die S 62 nur bis Feuerbach und nicht gleich bis nach Stuttgart? Das liegt an der Stammstrecke unter dem Hauptbahnhof, in die keine zusätzlichen Züge mehr passen. 24 S-Bahnen fahren heute schon pro Stunde und Richtung – mehr geht nicht.

Und noch einen Nebeneffekt hätte diese Linie, die einigen Verkehrspolitikern im Kreis Böblingen nicht ungelegen käme. Knackpunkt ist nämlich der Abschnitt zwischen Weil der Stadt und Malmsheim, der   nur eingleisig ist. „Diese zusätzliche ­S-Bahn und eine Hesse-Bahn wären dort nicht möglich“, sagt Wurmthaler. Sprich: die Hesse-Bahn wäre dort ausgesperrt.

Auf politischer Ebene bekämpft der Verband Region Stuttgart die Hesse-Bahn, weil er befürchtet, dass sie das ganze S-Bahn-Netz stört, wenn sie einmal von Calw kommend in Weil der Stadt auf S-Bahn-Gleise einfährt, um weiter nach Renningen zu pendeln. Jürgen Wurmthaler bestreitet auf Nachfrage nicht, dass dies auch einer der Gründe für das vorliegende Gutachten war. „Als Region Stuttgart setzen wir darauf, dass das die aktuelle Diskussion um die Hesse-Bahn beeinflusst“, sagt er.

Derzeit ist zudem ein anderes Gutachten in Arbeit, das untersucht, ob die Verlängerung der S-Bahn wirtschaftlich wäre. Im VRS, aber auch bei einigen Kreistagsfraktionen in Böblingen und in den Rathäusern Weil der Stadt und Renningen macht man schon lange kein Geheimnis mehr daraus, dass man sich diese Version der Anbindung an Calw mehr wünscht. Noch in diesem Jahr sollen die Ergebnisse vorliegen.

„Dann müssen wir mit Calw und auch mit der Landesregierung diskutieren“, sagt Wurmthaler. Dort wisse man, dass sein Verband an diesen Plänen arbeitet.

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