Rutesheim Erst kommt die Brücke, dann die Ostumfahrung

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So sieht die Umfahrung aus. Die Brücke kommt in die Nähe der Straße Richtung Rutesheim. Foto: Stadt Rutesheim

Rutesheim - Es würde in den nächsten zehn Jahren noch nichts passieren, wenn Rutesheim nicht den Löwenanteil zahlen würde.“ Mit diesen Worten stellte Dieter Hofmann die Auftragvergabe des ersten Teils der Perouser Ostumfahrung am Dienstagabend im Gemeinderat zur Abstimmung. Seit dem Jahr 2009 sei man dran an diesem 4,87 Millionen Euro teuren Projekt, mit dem der Rutesheimer Teilort vom Verkehr entlastet werden soll. „Uns war von Anfang an klar, wenn wir zeitnah eine Entlastung und Lärmschutz für Perouse wollen, müssen wir das selbst tun. Die Kosten tun schon weh, aber wir sind froh, dass es endlich losgeht“, sagte der Bürgermeister weiter. In den Herbstferien ist Baustart, genauer am 2. November.

Straßensperrungen in den Ferien

Dann entsteht zunächst eine Geh- und Radwegbrücke über die noch zu bauende Umgehungsstraße im Osten von Perouse. Weil dafür Bäume gefällt werden müssen, kann es zwischenzeitlich zu Straßensperrungen kommen. „Deshalb haben wir diese Arbeiten so getaktet, dass sie in die Herbstferien fallen“, erklärte Martin Killinger, der Erste Beigeordnete, im Rat. Über den Winter werde abseits der Straßen gearbeitet. Bis April 2017 soll die Brücke dann stehen. Sobald der Winterfrost vorbei ist, werde auch mit der Arbeit an der Umgehungsstraße samt Kreisel begonnen.

Die Ausschreibung dazu läuft bereits, der Auftrag soll in der letzten Sitzung des Jahres vergeben werden, damit das Projekt im Herbst 2017 auch fertiggestellt werden kann. Daran gekoppelt sind auch der Umbau der Straße nach Heimsheim (Steinbruchspange), die Ansiedlung eines Netto-Marktes sowie ein neuer und längerer Lärmschutzwall.

Lediglich drei Angebote

Der Knotenpunkt im Norden, wo sich die Straßen aus Friolzheim und Flacht treffen, wird zum Kreisverkehr ausgebaut. Die Kreuzung von der Umgehungsstraße und der Straße nach Rutesheim wird dagegen mit einer Ampel ausgestattet. Außerdem ist vorgesehen, einen Teil der Malmsheimer Straße zurückzubauen.

Alles keine günstigen Projekte, wie die neue Überführung auch. So kostet allein die Brücke 737 000 Euro. „Eine anspruchsvolle Gestaltung ist eben teuer“, kommentierte der Bürgermeister. Das günstigste Angebot liege immer noch deutlich über der Schätzung. Allerdings sei der Markt derzeit ausgelastet, es seien überhaupt nur drei Angebote eingegangen. Den Zuschlag erhielt die Firma Reif aus Rastatt. In den Gesamtkosten enthalten ist eine Abschlagszahlung von 93 000 Euro an das Land Baden-Württemberg, damit sich das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart künftig um den Unterhalt des Bauwerks kümmert.

Langwierige Abstimmung mit Kreis und Region

Einstimmig gab der Rutesheimer Gemeinderat jetzt auch grünes Licht für die Vereinbarung mit den Straßenbaulastträgern. Weil es sich bei den betreffenden Strecken um Landes- und eine Kreisstraße handelt, war eine langwierige Abstimmung nötig, nicht nur mit dem Kreis Böblingen und dem RP Stuttgart. Denn direkt hinter Perouse verläuft die Grenze zum Enzkreis und damit auch zum Bereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe. „Wir bedanken uns beim Kreis Böblingen, der bereit ist, für mehr Dinge zu zahlen, als er müsste“, sagte Dieter Hofmann. Das betrifft etwa die Abstufung der Heimsheimer Straße.

Das kostet es

Straßenbau
: 3 Millionen Euro. Daran beteiligt sich das Land mit 330 000 Euro, der Kreis mit 191 000 Euro plus 150 000 Euro für Umstufungen und Unterhalt. Die Stadt zahlt 2,42 Millionen Euro. Nicht enthalten in der Planung ist die Verlängerung der Linksabbiegespur zur A 8.

Weitere Kosten
: Rutesheim zahlt für die Brücke 737 000 Euro, für den Lärmschutzwall 565 000 Euro, für den Umbau der Steinbruchspange und die Umstufung der Heimsheimer Straße 1,165 Millionen Euro. Alles zusammen sind das 4,87 Millionen Euro.

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