Rutesheim Die Bürgermeisterin lässt die Amtsgeschäfte ruhen

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„Es ist beruhigend zu wissen, dass die Stadt in guten Händen ist“, sagt die Rutesheimer Bürgermeisterin Susanne Dornes. Foto: factum/Jürgen Bach

Rutesheim - Susanne Dornes ist an Lymphdrüsenkrebs erkrankt. Für die Zeit ihrer Behandlung und Genesung lässt sie die Amtsgeschäfte im Rutesheimer Rathaus ruhen. Diese nimmt nun ihr Stellvertreter, der Erste Beigeordnete Martin Killinger, wahr. Das hat er selbst in der jüngsten Sitzung des Verwaltungsausschusses den Gemeinderäten verkündet. Diese reagierten mit großer Betroffenheit.

„Es ist ein Recht der Rutesheimer und Perouser Bürger, eine Antwort auf ihre Frage zu bekommen, warum ihre gewählte Bürgermeisterin nicht im Rathaus ist“, sagt Susanne Dornes. Sie geht offen mit der Krankheit um. In einer Stadt, in der man sich kennt und schätzt, müsse so etwas möglich sein, so die Rathauschefin.

„Sehr positiv ist, dass der Krebs frühzeitig erkannt wurde“, ist Martin Killinger voller guter Hoffnungen. „Er hat nicht gestreut und es bestehen sehr gute Chancen auf eine Heilung“, sagt Susanne Dornes. Natürlich mache sie eine schwere Zeit durch, seit sie wenige Tage vor Weihnachten die harte Diagnose erfahren habe, bekennt die 53-Jährige. Dabei ist 2019 ein gutes Jahr für die im Februar 2018 gewählte Rutesheimer Bürgermeisterin gewesen: Im Mai wurde sie endlich offiziell ins Amt eingesetzt und im Sommer hat sie ihren Partner Willard Dornes geheiratet.

Die Therapie läuft

Ihre Chemotherapie hat Susanne Dornes noch vor Jahresende aufgenommen. „Weil der Krebs auch die weißen Blutkörperchen tangiert, heißt es allerdings auch, dass die Ärzte das Immunsystem vollständig herunterfahren müssen“, weiß Martin Killinger. Deshalb sei dann aufgrund der Ansteckungsgefahr ein persönlicher Kontakt sehr kritisch. Susanne Dornes wäre nicht Susanne Dornes, wenn sie nicht bekennen würde: „Zu der immensen psychischen Belastung kommt nun auch noch hinzu, dass ich nicht mit den Menschen reden kann. Aber ich darf mir nicht die kleinste Infektion einfangen.“

Zu der Chemotherapie und den anschließenden Behandlungen gebe es keine Alternative, informiert der Erste Beigeordnete die Stadträte. „Wir alle hoffen und wünsche ihr sehr, dass sie wieder vollständig geheilt werden kann“, spricht Killiger allen aus den Herzen. „In diesen Tagen wird uns sehr schmerzlich bewusst, welch hohen Stellenwert Gesundheit hat und was für ein unbezahlbares Geschenk es ist, wenn unsere Angehörigen und wir uns guter Gesundheit erfreuen dürfen.“

Martin Killinger führt die Geschäfte

Nach Kräften wird der Erste Beigeordnete als Stellvertreter nun die anstehenden Aufgaben in der Stadtverwaltung meistern. „Es ist beruhigend zu wissen, dass die Stadt bei Martin Killinger und dem Gemeinderat in sehr guten Händen ist. Da muss ich mir keine Sorgen machen“, ist die Bürgermeisterin überzeugt. „Wir halten engen telefonischen Kontakt“, sagt Killinger.

„Das Wichtigste ist, dass unsere Bürgermeisterin wieder gesund wird“, sagt Wolfgang Diehm, Fraktionschef der BWV, für den Gemeinderat. Er ist auch der vom Rat gewählte stellvertretende Bürgermeister. Jetzt heiße es für alle zusammenzurücken, findet Diehm. Er wird Killinger nach Kräften unterstützen. „Wir vertrauen in seine Fähigkeiten, aber es wird auch mal irgendwo klemmen, oder etwas muss verschoben werden. Aber es ist völlig normal, dass nicht alles reibungslos über die Bühne gehen kann – es fehlt uns unsere Bürgermeisterin“, sagt Diehm.

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