Rutesheim/Berlin Stuckateure wollen Weltrekord aufstellen

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Dem Nationalteam der Stuckateure gehört auch Ralph Lanz (rechts) an. Der Leiter ist Frank Schweizer (links). Foto: Veranstalter

Rutesheim/Berlin - Nachwuchsstuckateur Ralph Lanz aus Rutesheim will ins Buch der Guinness Weltrekorde. Zusammen mit seinen Kollegen aus dem deutschen Nationalteam der Stuckateure möchte der 21-Jährige einen neuen Weltrekord aufstellen: Am Freitag, 13. September, wollen die Nachwuchstalente zusammen mit Azubis des Lehrbauhofs in Berlin in 30 Minuten einen Stuckstab mit einer Länge von 105 Meter ziehen. Schirmherr der Veranstaltung ist der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU).

„Ich bin mir sicher, dass wir den Weltrekord schaffen, denn wir sind ein Spitzen­t­eam“, sagt Ralph Lanz. In Berlin haben bereits alle mit den Auszubildenden des Lehrbauhofs trainiert. Und das hat gut geklappt. Den ­inoffiziellen Rekord von 84 Metern halten seit 2010 Schweizer Nachwuchsstukateure aus Schaffhausen. Stuck wird verwendet, um Wände, Gewölbe und Decken zu verzieren. Geformt wird auch in Stäben, die dann zurechtgeschnitten werden.

Keine leichte Aufgabe

Mit dem Thema Deckenstuck und Ziehen von Stuckstäben hat sich Ralph Lanz schon intensiv im elterlichen Betrieb in Rutesheim beschäftigt. Hier hat er nicht nur die Stäbe geformt, sondern sie auch bei der Sanierung der evangelischen ­Johanneskirche an der Decke angebracht.

Die Aufgabe, die sich das deutsche ­Nationalteam vorgenommen hat, ist keine einfache: Um den mehr als 100 Meter ­langen Rekordstab in dem 30-minütigem Zeitfenster ziehen zu können, müssen ­insgesamt 18 Handwerker perfekt Hand in Hand zusammenarbeiten. Sie teilen sich in neun Zweier-Teams auf, die jeweils aus einem Mitglied des Nationalteams und einem Azubi des Lehrbauhofs bestehen. Präzision und Schnelligkeit sind dabei die entscheidenden Faktoren: Denn Ralph Lanz und seine Kollegen haben nur knapp 15 Minuten Zeit, um jeweils  zu  zweit  ­etwa 13 Meter lange Stuckelemente aufzubauen. Danach werden drei Top-Teams die Oberfläche des Stabs mit einer Schablone fertigstellen. Dafür sind die Stuckateure mit den höchsten Sprintqualitäten und der besten Kondition gefragt, denn die Teams müssen sich die Schablone in einer Art Staffellauf immer wieder weitergeben.

Nach Abschluss des Projekts soll der Stuckstab dann in je 40 Zentimeter große Stücke zerteilt werden, die den Zuschauern und Teilnehmern als Andenken dienen. Dokumentiert wird der Weltrekordversuch von einer offiziellen Richterin von Guinness World Records.

„Wir setzen die Messlatte sehr hoch“

Veranstaltungsort des Weltrekord­versuchs ist der Lehrbauhof in Berlin. ­Bereits im Juni fand dort ein Training statt, in dem Ralph Lanz und das deutsche Nationalteam der Stuckateure zusammen mit Mitarbeitern und Auszubildenden des Lehrbauhofs mehrere Tage an den Techniken feilten. „Natürlich wird es nicht einfach, denn wir setzen die Messlatte schon sehr hoch“, sagt Frank Schweizer, der ­Leiter der Bildungszentren für Ausbau und Fassade in Leonberg und Rutesheim.

„Wir legen für den Weltrekordversuch ganz bewusst ein Zeitlimit von 30 Minuten fest, weil wir eine Leistung abliefern wollen, die keiner so leicht übertreffen kann“, erläutert Frank Schweizer. Er ist der Gründer und Leiter des deutschen ­Nationalteams der Stuckateure.

Als Mitglied des Nationalteams wird Ralph Lanz von seinem Sponsor Schwenk Putztechnik der Sievert AG (Osnabrück), gefördert. Die Schwenk Putztechnik unterstützt das Nationalteam der Stuckateure seit 2013. Damit das Team das ­Projekt „Weltrekordversuch“ überhaupt in Angriff nehmen konnte, hat der Hersteller Günzburger Steigtechnik aus Bayern ­spezielle „Zugtische“ entwickelt. Diese werden zu einer 50 Meter langen Wett­bewerbsbahn zusammengebaut und dienen als Unterlage für die Stuckarbeiten.

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