Rettungshubschrauber in Leonberg Zu wenig Unterstützer für Christoph 41

Von Arnold Einholz
Der Rettungshubschrauber Christoph 41 startet seit 35 Jahren am Leonberger Krankenhaus. Foto: /Simon Granville

Leonberg - Es ist Halbzeit und Matthias Schultheiß, der Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks (THW), ist enttäuscht. Mit 7155 Unterschriften hat die Online-Petition „Rettungshubschrauber Christoph 41 muss in Leonberg bleiben“ erst ein Drittel der 20 000 notwendigen Unterschriften bekommen. „Wir haben gehofft, dass in einer Stadt wie Leonberg mit fast 50 000 Einwohnern und einem Ballungsraum mit einer hohen Verkehrsbelastung mit zigtausenden Bewohnern, die von dem Vorhaben betroffen sind, die Resonanz größer ist“, sagt Matthias Schultheiß.

Blaulicht-Organisation schlägt Alarm

Mit dem Vorhaben meint er das Gedankenspiel des baden-württembergischen Innenministeriums, den Standort des Leonberger Rettungshubschraubers auf eine Achse zwischen Tübingen und Reutlingen zu verschieben. Dessen Aufgabe soll künftig der in Pattonville stationierte Intensivtransporthubschrauber Christoph 51 übernehmen.

Ausgangspunkt für die ministerialen Überlegungen ist das Rechenmodell eines Münchner Gutachters, der empfiehlt, den Leonberger Hubschrauber zu verschieben – Die Petenten lehnen diesen Vorschlag ab. Dazu zählen neben Matthias Schultheiß mehrere führende Repräsentanten des Leonberger Roten Kreuzes: der Vorsitzende Ulrich Vonderheid, der Bereitschaftsleiter Michael Gerhold, der Chef der Rettungswache Rainer Müller, der Ärztliche Leiter der DRK-Rettungswache Martin Schipplick und der Präsident des DRK-Kreisverbandes Böblingen, Michael Steindorfner. Auch Gerhard Fuchs, Chef des Rettungsdienstes in Böblingen, und Wolfgang Zimmermann, Kommandant der Feuerwehr Leonberg, sind dabei.

Ihre Forderung: „Christoph 41 muss in Leonberg bleiben, um die Patientenversorgung im Großraum Stuttgart auf dem höchsten Niveau zu halten!“ „Vielen ist nicht bewusst, dass das ein herber Einschnitt für das Rettungswesen in einem großen Ballungsraum wird“, gibt Matthias Schultheiß zu bedenken. „Anstatt mit Freunden, Bekannten und Nachbarn darüber zu diskutieren, denken die meisten nicht darüber nach, welche Folgen das haben wird“, sagt der Leonberger THW-Chef. Den Blaulicht-Organisationen bereite es großes Kopfzerbrechen, dass die Aufgabe auf den ohnehin schon ausgelasteten Hubschrauber in Pattonville übertragen werden soll.

Um die Versorgung in Gebieten mit wenigen Notarzteinsätzen zu erreichen, werde in Kauf genommen, dass die Versorgung der Landkreise mit viel Bevölkerung, viel Verkehr und hoher Notarzteinsatzzahl deutlich verschlechtert wird. Dabei sei aufgrund der Verkehrssituation in der Region, in die der Hubschrauber verschoben werden soll, die bodengebundene rettungsdienstliche und notärztliche Versorgung gewährleistet. Zudem müsste, so Matthias Schultheiß, für viel Geld ein neuer Hubschrauberstandort gebaut werden.

Mit „Voralarm“ schneller am Ziel

Die Petitionsinitiatoren bemängeln, dass die im Gutachten ausgemachte Versorgungslücke in der südlichen Schwäbischen Alb, in den Kreisen Sigmaringen und Zollernalb lediglich durch unrealistische Annahmen der Fluggeschwindigkeit und ohne „Voralarm“ eines Rettungshubschraubers entstehe.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Im Notfall kommt die schnelle Rettung aus der Luft

Der „Voralarm“ ist eine neue Form der Alarmierung der Rettungshubschrauber, die seit 2019 mit Christoph 43 am Standort Rheinmünster getestet wird. Dies führt zu einer deutlich schnelleren Ausrückzeit und damit zu mehr Reichweite im Zeitintervall zwischen der Alarmmeldung bei der Leitstelle und dem Eintreffen bei den Patienten.

Hier geht es zur Petition

Online-Petition
www.openpetition.de/petition/online/rettungshubschrauber-christoph-41-muss-in-leonberg-bleiben

Strohgäu Leonberg Rutesheim Weil der Stadt Renningen Weissach Enzkreis-Gemeinden

Sonderthemen