Retro Classics Knallbunte Felgen, viele Unikate und alte Zapfsäulen

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Anton Rehr, der OCW-Vorstand, zeigt, wie die Holzuki anspringt. Foto: Jaris Lanzendörfer

Oldtimer-Messe - Was wird aus einer Suzuki, die sich eine Verkleidung aus Holz zulegt? Richtig, eine „Holzuki“. Mit einem solchen Gefährt sind die Mitglieder des Oldtimerclubs Weissach (OCW) nach Stuttgart zur weltweit größten Oldtimermesse „Retro Classcis“ gefahren, um ihre Schätze dort auf einem eigenen Stand zu präsentieren.

Neben dem Holzuki war dort zum Beispiel auch ein Motorrad mit einem Traktorreifen als Hinterrad zu sehen. Jedes Jahr haben die Weissacher ein anderes Motto, erklärt Anton Rehr, der OCW-Vorsitzende. „Dieses Jahr lautet es Unikate.“ Und das hatte es in sich: Neben den Zweirädern gab es auch ein Militärfahrzeug der Bremer Automobilmarke Borgward und zwei Mofas aus dem Hause Solo, die den Motor hinten an der Achse haben. „Das Spezielle an den Rädern ist, dass es Prototypen von Solo waren. Die haben ansonsten auch Rasenmäher produziert”, sagt Anton Rehr. Die Mofas kommen auf insgesamt 1,5 Pferdestärken.

Das Ziel: Der Erhalt alter Kulturgüter

Die Unikate des Weissacher Oldtimerclubs stehen nicht zum Verkauf. „Wir würden auch keinen großen Gewinn machen“, erklärt Anton Rehr. „Die Fangemeinde ist bei solchen Modellen nicht sehr groß.“ Die Grundidee des Vereins ist es, den Erhalt alter Kulturgüter zu fördern. Neben dem Messeauftritt in Stuttgart zeigen die Oldtimerliebhaber das beim zweiten Höhepunkt ihres Jahres: dem großen Oldtimertreffen am ersten Sonntag im Juli in Weissach. „Darauf arbeiten wir alle hin“, so der Vereinsvorsitzende.

In den großen Hallen des Stuttgarter Messegeländes waren die Weissacher indes nicht die einzigen Oldtimer-Verrückten. Vier Tage lang sind die alten Schätze dort bestaunt, fotografiert und verkauft worden. Männer im schicken Anzug sucht man vergeblich. Stattdessen: Lederjacken und lockere Kleidung. Die Oldtimermesse ist nicht verkrampft, sondern offen. Und es gibt dort nichts, was es nicht gibt: Knallbunte Felgen, alte Zapfsäulen oder sogar amerikanische Militärjeeps. Ist das der Grund, warum so viele zur Retro Classics pilgern? Ein Besucher meint, dass die Vergangenheit ihn an seine Kindheit erinnert, ein anderer liebt die „echten“ Autos.

Höhepunkt ist ein BEO-Renngespann

Unter den Ausstellern war neben dem Weissacher Oldtimer-Club unter anderem auch der Verein Retro Classic Cultur Renningen und der Allgemeine Motorradsport-Club Leonberg (AMSC). Höhepunkt der Leonberger war ein BEO-Renngespann – ein „absolutes Einzelstück“, wie Thomas Schmid vom AMSC stolz betont: „Die Konstrukteure Beat Schmid und Guido Sieber haben das Gespann 1977 als Einzelanfertigung für den Schweizer Gespannfahrer Rolf Biland gebaut.“ 1978 gewann Rolf Biland damit seine erste Weltmeisterschaft – am Ende war er mit sieben Weltmeistertiteln einer der erfolgreichsten Gespannfahrer aller Zeiten.

„Die Besonderheit dieses Gespanns ist es, dass Fahrer und Beifahrer beide im Fahrzeug sitzen“, erklärt Schmid. „Dadurch entfiel die typische Turnerei von Fahrer und Beifahrer.“ Aber nicht nur dieses Auto war auf dem AMSC-Stand auf der Retro Classics zu sehen. Am Sonntag trafen sich einige ehemalige Motorradfahrer am Stand, um Interviews zu geben. Unter anderem war auch der zweifache Weltmeister Dieter Braun zu Gast.

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