Renninger Schlüsselgesellschaft Prunksitzung bricht den Garderekord

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Die Zahl der Gardemädchen wie auch die große Zahl der Solo-Tanzmariechen sind ein Zeichen für die gute Jugendarbeit im Verein. Foto: factum/Jürgen Bach

Renningen - Sage und schreibe 72 Tänzerinnen stehen in diesem Jahr bei der Prunksitzung der Renninger Schlüsselgesellschaft vor ihrem Publikum, es ist ein neuer Rekord. Alle zusammen passen nur beim Einmarsch auf die Bühne in der Stegwiesenhalle, beim Gardetanz braucht jede von ihnen deutlich mehr Platz. Aber beim gemeinschaftlichen Schautanz von Rittergarde und Präsidentengarde schaffen es dann doch 30 von ihnen, ihre Show „Im Land der Ägypter“ optimal zu präsentieren. Da werden Mumien im Schlabberlook lebendig neben in Gold und edles Kobaltblau gekleideten Pharaonen, und beide Gruppen vereinen sich in imposanten Hebefiguren. Es ist einer der Höhepunkte an diesem Abend in der voll besetzten Halle vor bestens gelauntem Publikum.

Mehr als vier Stunden heißt es feiern zwischen Tüllröckchen, Dreispitz und Narrenkappe, wie immer launig moderiert von Präsident Jürgen Heugel und Vizepräsidentin Melanie Bader. Diesmal ist dem Organisator Heugel ein kurzweiliger Mix aus Tänzen ausschließlich der eigenen Garden und bekannten Comedy-Entertainern aus der Region gelungen, darunter der Kabarettist Wommy Wonder, der Comedian Link Michel sowie Karlheinz Dünnbier, der Copperfield aus dem Schwabenland, der mit seinen Zauberkünsten und seiner Bauchrednerpuppe Geraldine überzeugt. Hofnarr Luigi ist musikalisch für die Partystimmung zuständig.

Eine Rakete für den Nachwuchs

Absoluter Eisbrecher aber an diesem Abend sind die elf Minispatzen im Alter bis sechs Jahre, der Nachwuchs der RSG. Im exakt gleichen blau-weißen Kostüm mit dem buschig-weißen Federhut wie ihre großen Vorbilder, die Mädchen der Rittergarde, marschieren hier schon die Kleinsten mit, zum großen Vergnügen des Publikums, allen voran die jüngste, die gerade erst vier gewordene Tilda Knepper. Dafür bekommen sie ihre erste „Rakete“ und weil die Kleinen noch nicht wissen, was das ist, macht es ihnen Melanie Bader zusammen mit dem Publikum vor: Auf Stufe eins gibt es riesengroßen Applaus, der mit wildem Getrampel in die Stufe zwei übergeht und schließlich bei Stufe drei durch ein laut kreischendes Publikum noch getoppt wird.

Die närrische Zahl Elf spielte dieses Mal auch für Jürgen Heugel eine große Rolle. Er ist seit 2009 Präsident und hat damit eine närrische Amtszeit von elf Jahren erreicht. Deutlich gerührt nimmt er die Ehrung von seiner Vorstandskollegin Melanie Bader entgegen.

Das Training hat sich gelohnt

Ganz neu auf der Bühne dabei sind vier junge Tanzmariechen, die seit April letzten Jahres bis zu zweimal die Woche trainiert haben. Das hat sich gelohnt: Der Spagat sitzt bei allen Mädchen perfekt. Sie orientieren sich an den drei erwachsenen Tanzmariechen, die schon seit vielen Jahren als Solisten auftreten und sehr gekonnt ihren Spafeur und andere Gardetanzfiguren zusammen mit hochklassiger Akrobatik kombinieren. Der Spagat in all seinen Varianten ist quasi Pflicht und es ist auf diesem Tanzniveau ganz selbstverständlich, dass man in den Spagat springen und einen Standspagat halten kann.

Die Zahl der Gardemädchen wie auch die große Zahl der Solo-Tanzmariechen sind ein Zeichen für die gute Jugendarbeit im Verein, die auch der Hausherr, Bürgermeister Wolfgang Faißt, an diesem Abend besonders lobt.

Zu einer guten Präsentation gehören für die Garden schöne Marschkostüme, die gepflegt, aber immer wieder auch erneuert werden müssen. Für die diesjährige Prunksitzung hat die Präsidentengarde neue Kostüme bekommen. Sie bleiben dabei dem bekannten Rot als Basisfarbe treu, etwas verwandelt von einem klassischen Rot in ein Weinrot, mit Gold besetzt und einem in hellem Goldton gehaltenen Glockenrock, dazu fesche federbesetzte Gardehüte.

Fasching als Lebensgefühl

Auch wenn für die Renninger Karnevalisten ihre Heimatstadt der Nabel der Welt ist, beschreibt der Fasching für sie ein Lebensgefühl, das in vielen Ländern der Welt unterschiedlich gefeiert wird, ob mit brasilianischem Samba, venezianischen Masken, mit Guggenbands oder politischer Büttenrede. „Gemeinsam hat der Fasching überall auf der Welt, dass er mit Spaß, Tanz, Musik und Leidenschaft zelebriert wird“, so Präsident Jürgen Heugel und er präsentiert passend dazu den neuen Jahresorden der Gesellschaft. Der Orden zeigt Renningen als Teil der Weltkarte, die den Gardemädchen zu Füßen liegt.

Zum Brauchtum der RSG gehört der Ritter von der Maisenburg, alias Dietmar Teutsch. Er hat in diesem Jahr zwei neue Ritter in seine Tafelrunde aufgenommen. Mit klassischem Ritterschlag begrüßt er Arne Bullerschen und Joachim Kirste.

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