Renninger Krippe Pitzal geht – und eine Tradition endet

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2020 stand die Krippe unter dem Zeichen von Corona. Dieses Jahr soll es laut Franz Pitzal kein eigenes Thema geben. Foto: Jürgen Bach

Renningen - Kaum jemand hat Renningen so sehr geprägt wie der Pfarrer Franz Pitzal. 48 Jahre lang hat er die Geschicke der katholischen Kirchengemeinde geleitet und durch die Organisation der Renninger Krippe und sein Engagement für die ärmsten Gegenden der Welt einen Bekanntheitsgrad weit über die Rankbachstadt hinaus gewonnen. Erst in diesem Jahr feierte er 50 Jahre Priesterweihe und seinen 85. Geburtstag. Jetzt wurde angekündigt: Zum ersten Advent wird Franz Pitzal seinen pastoralen Dienst in Renningen beenden.

Und nicht nur das: Mit seiner Dienstzeit wird auch die Renninger Krippe, wie man sie heute kennt, enden. Ein letztes Mal wird die Krippe in diesem Jahr in der Malmsheimer Martinuskirche aufgebaut – mit Höhepunkten aus den vergangenen 41 Jahren, in denen die Krippe nun schon stattgefunden hat.

Keine Veranstaltungen oder Bewirtung

Aufgrund der Coronapandemie wird es jedoch, wie bereits 2020, keine Veranstaltungen mit musikalischer Untermalung oder eine Bewirtung geben, wie es sonst üblich war. Die Krippe wird nur zu den Gottesdiensten geöffnet sein. Immerhin: Auch wenn sein pastoraler Dienst endet, hat Franz Pitzal bereits angekündigt, dass er die letzte Krippe noch aktiv begleiten und auch alle Gottesdienste dort halten möchte. Den Weltkulturpfad am Rankbach und das Krippenmuseum möchte er zudem weiterhin betreuen.

Franz Pitzal wurde 1936 in Iglau in Tschechien geboren. Zehn Jahre später kam er mit seiner Familie als Vertriebener nach Leinzell, wo er zur Schule und in der Uhrenfabrik Bifora in die Lehre ging. Sein Wunsch, in seinem Beruf mehr mit Menschen zu tun zu haben, und schließlich das unerwartete Angebot, ins Ambrosianum nach Cannstatt zu gehen, um anschließend Theologie zu studieren, ebneten seinen Weg ins Priesteramt. Nach einer kurzen Zeit als Pfarrer in Kornwestheim wurde er nach Renningen beordert, um dort für zwei bis drei Wochen den bisherigen Pfarrer zu vertreten. Aus diesen drei Wochen wurden letztlich 48 Jahre.

Es gibt immer ein festes Thema

So lange Zeit an einem Ort „stationiert“ zu sein, ist für einen Pfarrer durchaus unüblich. „Es hat sich einfach nie ergeben, woanders hinzugehen“, erzählte er im Gespräch mit unserer Zeitung zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum. „Vielleicht hat man auch einfach immer von einer Veranstaltung und Aktion zur nächsten gelebt.“

Eine davon, die Menschen von weither in die Rankbachstadt geführt hat, ist die Renninger Krippe. Jedes Jahr wurden zum dritten Advent in der Malmsheimer Martinuskirche Requisiten, Bilder und die Figuren von Hildegard Buchhalter zu einem bestimmten Thema aufgestellt – ob zum Jubiläum der Reformation oder des Weihnachtslieds „Stille Nacht“, zu den Bergen der Welt oder sogar zur Fußball-WM. „Hauptdarsteller“ im vergangenen Jahr war das Coronavirus.

Eine Zusammenfassung aus 41 Jahren Krippe

„In diesem Jahr wird es keine thematische Krippe geben“, sagt Franz Pitzal. Stattdessen möchte er als großen Abschluss eine Zusammenfassung aus 41 Jahren Renninger Krippe zeigen. Aus jedem Jahr soll ein Bild aufgestellt werden, davor eine Szene mit Figuren von Hildegard Buchhalter und eine Krippe aus einem anderen Land. Dazu wird die Kirche mit Christbäumen weihnachtlich geschmückt.

Traditionell beginnt die Krippe am dritten Advent, dieses Jahr also am 12. Dezember, und endet an Mariä Lichtmess. Das ist Mittwoch, 2. Februar 2022. Seinen letzten Gottesdienst als Pfarrer der katholischen Kirchengemeinde wird Franz Pitzal am Sonntag, 28. November, abhalten. Bis Ende Januar wird er jedoch auch in Renningen noch vereinzelt Gottesdienste abhalten.

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