Renninger Krippe Die „Stille Nacht“ ist in der Krippe eingekehrt

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Auf der ganzen Welt kennen die Menschen das Weihnachtslied „Stille Nacht“. Auch das zeigt die Krippe. Foto:  

Renningen - Ein Lied, das wie kaum ein anderes für das Weihnachtsfest steht, ist das Thema der diesjährigen Renninger Krippe, die am Sonntag eröffnet wird. ­„Stille Nacht“ lautet das Motto. Es erinnert daran, dass das Lied „Stille Nacht, heilige Nacht“ vor genau 200 Jahren im Salz­burger Land zum ersten Mal erklang. Sehr schnell verbreitete es sich in vielen Ländern der Welt. Heute wird es in über 300 Sprachen gesungen und ist ein richtiger Ohrwurm. So wird denn auch die Stille-Nacht-Kapelle im Mittelpunkt der Krippe, im Altarraum, stehen. Mit dem Krippenteam ist Franz Pitzal per Bus extra ins ­österreichische Oberndorf gefahren, um sich vor Ort alles anzuschauen. „Die Leute behaupten, die Krippe sei diesmal leicht aufzubauen, weil es große Gebäude sind“, sagt Pitzal und gibt zu verstehen, dass er ­davon nicht so ganz überzeugt ist.

Erst wenige Tage ist es her, dass die Martinuskirche einer kleinen Baustelle glich. Ein paar Männer sind gerade dabei, ein hohes Gerüst aufzubauen. „Das hat jetzt Vorrang“, sagt ­Martin Wratsch, der seit 1989 im Krippenteam mitarbeitet. Denn ohne dieses Gerüst von der Stadt Renningen ist es unmöglich, den dunkelblauen Himmel aus dünnem Vliesstoff und die vielen Lichter im hohen Kirchenraum anzubringen. „Da ist jetzt massive Kraftarbeit gefragt“, ergänzt der Pfarrer Franz Pitzal.

Die Arbeiter sind alles Ehrenamtliche

Im hinteren Teil des Kirchenraums, wo in den nächsten Wochen wieder viele tausend Besucher hereinkommen werden, ist schon mehr zu sehen. Dort wird das Thema „Nacht“ aufgegriffen. „Einen Nachthimmel zu gestalten, war etwas kompliziert“, so der Pfarrer. Da sei kreatives Arbeiten gefragt. „Wir können ja die Sachen nicht einfach nur so hinstellen, da kommt ja das Bauliche auch noch dazu.“ Die ganzen Arbeiten ­werden von Do-it-yourself-Handwerkern, überwiegend Ruheständlern, erledigt, denn „Architekten, Maler, Schreiner oder Schlosser haben wir nicht, das machen wir alles selbst“, so Pitzal. Hubert Klug ist als ehemaliger Techniker eine Ausnahme. Der 82-Jährige steigt auch noch aufs Gerüst. „Ich habe keine Angst, sonst könnte ich das nicht machen“, sagt er und lacht.

Weil bei einem Lied auch Musikinstrumente wichtig sind, hat Franz Pitzal 14 verschiedene ausgewählt und auf große Pappschilder gemalt. Diese werden ebenso wie viele andere Krippenelemente an die Wand getackert. „Der Tacker ist unser wichtigstes Arbeitsinstrument“, sagt der Pfarrer. Und dann muss ein Lied natürlich auch zu ­hören sein. Es soll in der Kirche in ­verschiedensten Sprachen erklingen. „Ich hoffe, dass es mir noch jemand auf Chinesisch singt“, so Pitzal.

Rund 50 Engagierte helfen mit

Rund 50 Engagierte arbeiten jedes Jahr für das Gelingen der Renninger Krippe ­ehrenamtlich mit, etwa beim Besucherempfang oder in der Küche im Gemeindehaus bei der Bewirtung. Acht bis zehn Helfer sind am eigentlichen Aufbau beteiligt. „Wir arbeiten in drei Schichten, vormittags, nachmittags und abends“, erzählt Martin Wratsch. Da kommen viele Stunden Arbeit zusammen. Dafür spendiert der Pfarrer aber zwischendurch auch mal ein deftiges Vesper.

„Ich habe die Lust an der Krippe noch nicht verloren“, sagt Franz Pitzal, aber er habe halt als Pfarrer auch noch vieles andere zu tun. „Wenn die Leute hereinkommen, staunen sie und sagen ‚Oh, wie schön‘, aber da steckt halt schon viel Arbeit dahinter.“ Die Besucher honorieren das mit ihren Spenden. „Wir wollen mit der Krippe nichts verdienen. Alles Geld geht in die Welt hinaus und soll Kindern helfen“, ­betont Franz Pitzal, der bekannt dafür ist, dass er und seine Gemeinde weltweit Hilfsprojekte unterstützen. Mehr dazu auch unter www.renninger-krippe.de.

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