Renningen Stück für Stück zum Lobe Gottes

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Stück für Stück kommt eine Stimme dazu. „Go(o)d News“ stehen in Malmsheim auf der Bühne. Foto: factum/Bach

Renningen - Zuerst ein Solo, dann stimmen immer mehr Sänger mit ein. Stück für Stück kommt eine Stimme dazu. „Stück für Stück“, singen sie dann auch, die 42 Sänger des Chors „Go(o)d News“. „Stück für Stück seh‘ ich mehr von Dir, Dein Wesen nimmt mich ein.“ Schwungvoll und rhythmisch geht es durch die drei Strophen. „Herrlichkeit“ heißt es, Desirée Rebmann hat es komponiert und Tilmann Dürring für den Chorgesang arrangiert.

Dürring steht auch bei den Sängern,ganz hinten, er ist nämlich Bass bei den „Go(o)d News“. Und ganz vorne steht Severine Henkel, die Dirigentin. „Das ist schon eine Besonderheit bei uns, dass unsere Chormitglieder unser Repertoire zum Teil selbst schreiben“, erklärt sie den Konzertbesuchern.

Ein Heimspiel

Voll besetzt ist die gemütliche Malms­heimer Germanuskirche beim Chorkonzert am Samstagabend. Und fast macht sich ein bisschen Uraufführungsstimmung breit. „Sie sind erst das dritte Publikum, das dieses neue Arrangement von Tilmann Dürring zu hören bekommt“, sagt die Dirigentin Severine Henkel. Malms­heim ist die dritte Station der Frühjahrstour von den Go(o)d News, dem Chor des Evangelischen Jugendwerks in Baden-Württemberg.

Und es ist ein Heimspiel. Hier nämlich hat der Chor seine Wurzeln und seine Ursprünge. „Vor etwa sechs Jahren bin ich mit ein paar Mitstreitern im Renninger Gemeindehaus gesessen“, erzählt Birgit Baitinger in der Pause. „Und schnell war klar: Wir wollen einen Chor gründen.“ Die Malmsheimerin ist damit Gründungsmitglied der Go(o)d News. Mittlerweile kommen die Sänger aus ganz Württemberg, von der Schwäbischen Alb und „eine Sängerin kommt sogar aus Baden“, wie Baitinger lachend zugibt, um einmal im Monat in Stuttgart, genauer gesagt in Vaihingen, zu üben.

Das Publikum darf mitsingen

Aber zurück nach Malmsheim. Beim Konzert gehen in der Germanuskirche jetzt die Lichter an, das aufmerksame Auditorium blinzelt sich überrascht an. Das Lied „Herrlichkeit“ ist nämlich ein Lied zum Mitsingen, der Text ist im Programmheft abgedruckt. „Deshalb hoffen wir, dass viele, viele sangesfreudige Mitsänger unter Ihnen sitzen“, fordert die Dirigentin Severine Henkel auf. Stück für Stück setzen die Zuschauer mit ein, zuerst die ganz Mutigen, dann immer mehr. „Ich sehne mich nach mehr von Dir, Herr“, singen sie den Refrain.

Und schon nach kurzer Zeit ist die ganze Germanuskirche ein Teil der Go(o)d News. Was bei den übrigen Liedern allerdings gar nicht so einfach ist. Go(o)d News ist nämlich ein „Auswahlchor“ des Evangelischen Jugendwerks, das heißt, dass Interessierte zum Vorsingen geladen werden, bevor sie aufgenommen werden. „Wir haben etwa doppelt so viele Bewerber wie Plätze“, erklärt Dirigentin Severine Henkel, „man braucht schon sehr viel Vorerfahrung, um bei uns mitzukommen.“ Die meisten der Sänger leiten in ihren Kirchengemeinden selbst einen Chor.

„Das ist nicht nur die Vorgruppe“

So wie Birgit Baitinger. Hier in Malmsheim leitet sie ihre „Ausrufezeichen“, ein gemischter Chor, der mit drei Liedern in den musikalischen Samstagabend einstimmen darf. In bunte Oberteile gewandet stehen die 30 Malms­heimer Sangeskünstler auf der Bühne und treffen die ebenso bunten Töne, etwa beim „Hosanna in der Höhe“. „Das ist aber nicht nur die Vorgruppe, sondern das gehört zum heutigen Konzert dazu“, sagt da der Malms­heimer Pfarrer Reinhard Sayer bei der Begrüßung stolz.

Schließlich sei das Chorkonzert ein richtiges Highlight im diesjährigen Jahresprogramm der Kirchengemeinde. „Beim Singen geht es darum, Gott zu ehren und sich klar zu machen, dass es sich lohnt, das Leben für Gott zu leben“, erklärt der Pfarrer.

Nach einem fliegenden Wechsel übernimmt dann der Go(o)d News-Chor und wirbelt durch die außergewöhnliches Repertoire der Pop, Rock, Blues, Jazz und Gospel-Musik. Schließlich gibt es 10 000 Gründe, Gott zu loben, finden die Sänger, und das nicht nur in dem Stück „10 000 Reasons“ von Jonas Myrin. Mal laut, mal flüsternd, mal solistisch, mal vielstimmig, aber immer auswendig, singen sich die 42 Künstler Stück für Stück durch den Abend. „Durch das Singen entsteht eine tolle Gemeinschaft und es macht uns alle sehr zufrieden.“ Davon ist die Dirigentin Severine Henkel überzeugt. Aus allen Berufen kommen die Sänger zusammen, mit vielen unterschiedlichen Stimmen.

Am Ende passt dann aber alles ganz harmonisch zusammen, bis zum allerletzten Ton. Der Schlussapplaus kommt dann donnernd und plötzlich, und diesmal so gar nicht Stück für Stück.

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