Renningen Der heilige Martin wird an der Krippe lebendig

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Franz Pitzal setzt die Figuren von Hildegard Buchhalter in Szene. Foto: factum/Bach

Renningen - Viele hundert Figuren, liebevoll kreiert und aufwendig in Szene gesetzt: Die Vorbereitungen für die Renninger Krippe liegen in den letzten Zügen, am Sonntag, 11. Dezember, öffnet die Ausstellung in der Martinuskirche in Malmsheim ihre Pforten. Dort kann die Präsentation bis zum Februar bestaunt werden. Im Fokus stehen die etwa 50 Zentimeter großen Figuren der 2001 verstorbenen Hildegard Buchhalter, jedes Jahr werden sie nach einem anderen Motto angeordnet. Die Krippen-Ausstellung bildet außerdem den Rahmen für eine Vielzahl von Veranstaltungen. Franz Pitzal, der Pfarrer der katholischen Kirche Renningen, freut sich schon sehr auf die Eröffnung.

Herr Pitzal, wie lautet das Motto der diesjährigen Krippenausstellung?
Unser Thema ist „Eine feste Burg ist unser Gott“ nach einem bekannten Liedtext von Martin Luther.
Wie genau kommt das zum Tragen?
Ich habe zum Beispiel für die Ausstellung Bilder von deutschen Städten gemalt, die das Wort Burg im Namen tragen, wie Freiburg, Hamburg, Magdeburg oder Würzburg. Alles Bischofstädte. Und wir haben die Wartburg als Wirkungsstätte von Martin Luther nachgebildet. Sie bildet den Mittelpunkt der Ausstellung, das Modell ist fünf Meter lang.
Dann geht es also auch inhaltlich um Martin Luther?
Das ist in der Tat nicht gerade alltäglich, dass das bei Katholiken aufgegriffen wird. Aber ja, ein Teil der Ausstellung ist ihm gewidmet in Anlehnung an das Reformationsjahr. Ein großer Teil dreht sich außerdem um den heiligen Martin von Tours, der vor 1700 Jahren geboren wurde. Wir haben 15 Stationen, die seinem Leben gewidmet sind, seine Geburt in Ungarn zum Beispiel, die Mantelteilung oder als er sich in Trier für Gefangene eingesetzt hat.
Was gibt es in der Ausstellung sonst noch alles zu sehen?
Es werden die vielen Aktionen der Ökumene dargestellt, was die evangelische und katholische Kirche alles gemeinsam machen. Von Einschulungsgottesdiensten über Konzerte und den Kirchentag bis zum Weltgebetstag der Frauen, der Gestaltung des Volkstrauertags oder der Sitzwache bei Sterbenden. All das wird mit den Figuren der Krippe nachgestellt.
Können Sie sagen, wie viel Arbeitsaufwand hinter all dem steckt?
Wir sind eine Gruppe von fünf bis sechs Leuten, die zusammenarbeiten, dieses Mal sind wir also ein paar weniger als sonst. Im Oktober haben wir schon angefangen, als erstes kommen immer die Bauten dran. Denn die Wartburg musste ja erst mal errichtet werden. Allerdings war vor allem die Geburtskirche von Martin von Tours besonders schwer zu bauen, da war die Wartburg deutlich leichter. Und man muss die ganzen Sachen noch transportieren. Da kommt es schon mal vor, dass wir morgens um 9 Uhr anfangen und abends um 10 Uhr erst aufhören. Aber wir wiegen das nicht auf.
 
Eröffnung: Am kommenden Sonntag sind um 18 Uhr alle zur Eröffnung der Renninger Krippe eingeladen. Die Ansprache hält der Bürgermeister Wolfgang Faißt, dazu unterhält der Liederkranz Malmsheim. Am 5. Februar endet die Ausstellung.
 
Veranstaltungen: In dieser Zeit finden in der Kirche zahlreiche Veranstaltungen statt. Zum Beispiel spielt am Sonntag, 18. Dezember, das Balalaika-Ensemble Tschakir, am 29. Dezember liest Ernst Konarek, am 8. Januar treten die Alphornbläser Heilbronn auf. Für den 4. Februar sind die Hymnus Chorknaben Stuttgart angekündigt. Auch Politiker und Geistliche sind regelmäßig zu Gast. Das vollständige Programm ist im Internet unter www.kripperenningen.de zu finden, es wird regelmäßig aktualisiert.
 
Öffnungszeiten: Die Krippe kann täglich von 9 bis 18 Uhr in der Martinuskirche (Westerfeldstraße 19) besichtigt werden. Nur während der Gottesdienste und Veranstaltungen ist keine Besichtigung möglich. Der Eintritt ist frei, jedoch wird um eine Spende gebeten. Der Erlös wird für Menschen in Syrien eingesetzt. Besucher können außerdem an Führungen teilnehmen. Pfarrer Franz Pitzal erklärt an den Sonntagen und Feiertagen nach der Messe die Krippe. Weitere Führungen werden nach Bedarf angeboten. Kontakt: 0 71 59 / 24 22.
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