Radweg zwischen Mönsheim und Heimsheim Eine dritte Option für Radweg-Lückenschluss

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Die Leonberger Straße am Ortsausgang von Mönsheim hat keinen Radweg und ist stark befahren. Foto: /Simon Granville

Mönsheim/Heimsheim - Radfahren ist angesagt, und gute Radwegeverbindungen abseits der Straßen werden immer mehr gefordert. Nicht immer ist das ohne Hürden zu realisieren, wie jetzt in Mönsheim deutlich wurde. Wer die kürzeste Verbindung zwischen Mönsheim und Heimsheim mit dem Rad nehmen möchte, ist derzeit noch auf die kurvige, recht unübersichtliche und vor allem im Berufsverkehr viel befahrene Landesstraße angewiesen.

Das wird sich auf absehbare Zeit zumindest auf einem Teilstück ändern. Denn der Gemeinderat hat jetzt die Bauarbeiten für einen neuen, straßenbegleitenden Radweg zwischen der Abzweigung zum Golfplatz Solitude und dem Gewerbegebiet an der Diebkreuzung in Richtung Heimsheim an ein Bauunternehmen aus Stuttgart vergeben. Die Kosten von rund einer halben Million Euro trägt das Land, die Kommune hat die Planungskosten übernommen. Die Bauarbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen.

Es fehlt ein Kilometer Strecke

Doch um aus Mönsheim mit dem Rad in Richtung Heimsheim zu starten, geht es nicht nur erst einmal ziemlich kräftig bergauf, es fehlt auch schlicht ein Radweg. Das fehlende Teilstück von gut einem Kilometer Länge – vom Ortsausgang bis zur Golfplatzeinmündung – wurde jetzt in einer Machbarkeitsstudie, die das Regierungspräsidium beauftragt hatte, untersucht. Zwei vom Esslinger Ingenieurbüro Spieth vorgestellte Varianten, die mehr oder weniger entlang auf der Südseite der Landesstraße führen, wären zwar realisierbar. Sie zeigen aber ein deutliches Manko auf: Sie tangieren beide die Schutzzonen des für Mönsheim wichtigen Wasserschutzgebietes Halden.

Als problematisch sieht das Landratsamt dabei nicht den Betrieb des Radwegs, wohl aber den Bau. Zwar wäre dieser aus fachtechnischer Sicht durchaus denkbar, hieß es in einer Stellungnahme des Umweltamtes. Aber sinnvollerweise sollte eine solche Maßnahme zeitgleich mit dem vorgesehenen Ausbau der Kreisstraße 4569 zwischen Mönsheim und Flacht erfolgen, „um die damit einhergehenden Schutz- und Sicherungsmaßnahmen der Wasserversorgung zu nutzen und den zusätzlichen Aufwand möglichst gering zu halten“, heißt es weiter.

Wann allerdings die Kreisstraße ausgebaut wird, ist nicht abzusehen, denn es liegen einige Klagen dagegen vor, unter anderem von der Gemeinde Mönsheim. Auch wären die Planungskosten schon allein wegen der erforderlichen Gutachten erheblich gewesen, sagte der Bürgermeister Thomas Fritsch.

Eine gute Alternative?

Nun aber haben die Fachingenieure eine dritte Variante ins Spiel gebracht, die nicht direkt durchs Wasserschutzgebiet geht und „den ganz krassen Eingriff in die Sickergalerie Halden vermeiden würde“, wie es der Gemeinderat Joachim Baumgärtner auf Nachfrage formulierte. Die neue Streckenführung rückt allerdings deutlich von der Straße ab, umfährt sozusagen das Wasserschutzgebiet teilweise und ist mit geschätzten 1,8 Kilometern deutlich länger.

Ein Vorteil aber ist, dass es dort schon einen bestehenden Wald- und Grasweg gibt, der der Gemeinde gehört. Viel Grunderwerb wäre also nicht nötig. Diese Trasse rund um die Wasserschutzzone möchte der Gemeinderat weiterfolgen. Dies muss nun mit dem Landratsamt und dem Regierungspräsidium abgestimmt werden, erklärte Thomas Fritsch. Das RP müsse beurteilen, ob diese Variante noch als straßenbegleitender Radweg eingestuft und somit vom Land bezahlt wird. Sollte das nicht der Fall sein, müsste man zusammen mit dem Landratsamt nach anderweitigen Förderungen suchen. Denn allein, als kommunale Maßnahme, könne die Gemeinde das angesichts der geschätzten Kosten von 800 000 Euro finanziell nicht stemmen, betonte Fritsch.

Das Thema ist noch lange nicht beendet

Bei der Diskussion im Gemeinderat wurde deutlich, dass mit dem Lückenschluss entlang der Landesstraße das Thema noch nicht beendet ist. Das Gemeinderatsmitglied Walter Knapp (FWV) dachte einen Schritt weiter, so Bürgermeister Fritsch, und sagte, man solle darüber nachdenken, auch eine innerörtliche Radwegeverbindung abseits der engen Ortsdurchfahrt zu schaffen. Denn auch mit den neuen Planungen endet der Radweg am Ortseingang an der Leonberger Straße auf Höhe Friedhofs.

Walter Knapp brachte einen innerörtlichen Radweg ins Gespräch, der auf der Südseite hinter der Bebauung am Hang entlang in Richtung Herrenwiese auf die alte Friolzheimer Straße führt. So könne man mit Rad die Ortsdurchfahrt umfahren. Das aber wäre in Teilen ein kompletter Neubau mit umfangreichen Arbeiten und eine rein kommunale Maßnahme, so der Bürgermeister. Aber es wäre eine logische Fortsetzung und wird sicher wieder ein Thema werden.

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