Radweg von Heimsheim nach Perouse Verhandlungen so mühsam wie das Radeln

Von Kathrin Klette
Steil und gefährlich: die Straße zwischen Heimsheim und Perouse, die auch Radfahrer nutzen müssen. Vielleicht nicht mehr lange. Foto: Jürgen Bach

Der Weg von Heimsheim nach Perouse ist für Radfahrer ist so mühsam wie eh und je. Weiterhin müssen sie sich auf der steilen und unsicheren Landesstraße abstrampeln, um an ihr Ziel zu kommen. Vor einigen Jahren war das müßige Thema Radwegverbindung endlich ins Rollen gekommen. Stadt und Regierungspräsidium zogen am selben Strang, sogar eine Streckenführung wurde festgelegt. Doch seit Ende des Jahres 2020 ist es auffällig ruhig um das Projekt geworden. Der Grund: die schwierigen Verhandlungen mit den Grundstückseigentümern. Jetzt aber kommt endlich wieder Bewegung in die Sache.

Der Wunsch nach einem straßenbegleitenden Radweg von Heimsheim nach Rutesheim besteht schon jahrzehntelang. Denn die Fahrt auf der verbindenden Landesstraße 1179 ist kein Zuckerschlecken: Die Strecke geht steil bergauf beziehungsweise bergab, und der Begegnungsverkehr auf der eher schmalen Straße ist selbst für Autofahrer kein Vergnügen. Echte Alternativwege gibt es nicht, nur große Umwege übers Feld und durch den Wald, wobei man die Hauptstraße dennoch irgendwann queren muss.

Nach 2020 stagniert das Projekt

Das Land, zuständig für den überörtlichen Radwegebau, hatte eine straßenbegleitende Variante lange Zeit abgelehnt. Dann endlich hatten sich das Regierungspräsidium Karlsruhe und die Stadt geeinigt. Vereinfacht gesagt: Heimsheim übernimmt die Planung, das Land bezahlt.

Im Laufe des Jahres 2020 wurde das Projekt konkreter. Unter anderem entschied sich der Gemeinderat für einen breiteren Radweg – das Land bezahlt nur für eine Breite von 2,50 Meter. Dann aber wäre der Weg für den landwirtschaftlichen Verkehr nicht nutzbar. Gerade für die Grundstücksverhandlungen erhoffte sich die Stadt eine größere Akzeptanz für das Projekt, wenn der Weg auch den Landwirten dient, und entschied sich daher für 3,50 Meter und die Übernahme der Zusatzkosten. Zudem beschloss man eine Streckenführung, bei der möglichst wenige Eigentümer betroffen sind.

Manche Eigentümer wollen nicht verhandeln

Anschließend ging es in die Verhandlungen – womit das Projekt für mehrere Monate ausgebremst wurde. „Der Grund war die fehlende Mitwirkungsbereitschaft mancher Eigentümer“, berichtet der Bauamtsleiter von Heimsheim, Andor Varszegi. Die einen hatten utopisch hohe Preisvorstellungen, andere zeigten überhaupt keine Gesprächsbereitschaft und antworteten weder auf Anschreiben noch auf Anrufe. „Selbst, wenn es nur um kleinste Ecken ging.“ Das habe die Verhandlungen leider unmöglich gemacht. „Wenn man miteinander spricht, findet man eigentlich immer eine Lösung, aber wenn jemand gar nicht mit uns sprechen möchte, kommen wir natürlich nicht weiter.“

Die Stadt musste daher umdenken. Sie ging also auf andere Grundstückseigentümer zu und plante auf dieser Basis die Strecke neu, angepasst daran, welche Grundstücke zur Verfügung standen. Der erste Teil des Weges bleibt letztlich gleich zum ersten Entwurf. „Im weiteren Verlauf macht der Weg aber eine kleine Schleife Richtung Norden, ein Stück weg von der Landesstraße.“ Der neue Entwurf soll demnächst dem Gemeinderat vorgestellt werden.

Chance auf Kostenübernahme

Wenn der Gemeinderat dem neuen Entwurf zustimmt, geht es in die Genehmigungsphase. Das Regierungspräsidium hat den neuen Entwurf inzwischen schon vorliegen, eine Rückmeldung steht aber noch aus. Inzwischen sieht der Bauamtsleiter sogar die Chance, dass das Land die Kosten für den zusätzlichen Meter des Weges übernehmen könnte. „Wir haben hier ein Gefälle von sechs Prozent“, erklärt er. Begegnungsverkehr zwischen Radfahrern, die von oben herunterrauschen, und denen, die aufwärts strampeln, ist nicht ungefährlich, wenn zu wenig Platz zum Ausweichen ist. Unter diesem Aspekt könnte das Land doch noch entscheiden, dass es die vollen 3,50 Meter bezahlt, nicht nur 2,50 Meter.

Näheres zum neuen Radweg will die Verwaltung am Montag, 12. September, in der ersten Ratssitzung nach den Sommerferien vorstellen. Beginn ist um 18.30 Uhr.

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