Projekt in Linz Ein rein privat finanziertes Projekt

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Über 17 Jahre hinweg sei das Projekt immer weiter ausgefeilt worden, wie Erich Gattringer in leicht österreichischem Dialekt erzählt. „Es werden das erste Mal runde Gondeln gebaut. Wie die Planeten auch, werden sich diese auf der Fahrt drehen. Aber ganz langsam, damit niemandem schwindlig wird“, berichtet er stolz.

Sieben der acht anerkannten Planeten unseres Sonnensystems rotieren rechts herum. „Nur die Venus dreht sich links herum, das wird dann auch die entsprechende Gondel tun.“ Allein die Sonnenkugel dreht sich nicht, Sie soll das Schmuckstück der Seilbahn sein – im wahrsten Sinne des Wortes. Sie wird eine Kristallkugel sein, besetzt mit echten Swarovski-Kristallen. Ein wahrlich schillerndes Projekt also.

Schnell kommt eine zweite Schleife dazu

Aus der Idee eines Seilbahn-Rundkurses, der „Linzer Kulturmeile“, wurde schnell ein größeres Projekt. So soll sich eine zweite Schleife anschließen, die „Park- und Freizeitmeile“.

Die Kepler-Seilbahn hat jedoch eine weitere Besonderheit: Sie soll rein privat finanziert werden. Namhafte Investoren aus dem Bundesland Oberösterreich haben bereits Millionenbeträge zugesagt.

„Bis Ende Februar wollen wir die Finanzierung fertig haben“, sagt Erich Gattringer. Allein der kleinere Ring könnte 30 bis 35 Millionen Euro kosten. Nach seinen Berechnungen wird sich die Seilbahn aber sehr schnell amortisieren. Da sie privat finanziert sei, aber nur über öffentlichen Grund verlaufe, sei sie sehr schnell umsetzbar. Und Gattringer erwartet dann auch weniger Beschwerden von Bürgern.

Leonberg kann etwas lernen

„Im Vergleich zu Leonberg wird in Linz, aber auch in Graz, viel mehr mit Kepler gemacht. Da könnte sich Leonberg ruhig eine Scheibe von abschneiden“, sagt Hans-Joachim Albinus. Der Leonberger bietet mit dem Stadtmarketing regelmäßig Kepler-Führungen durch die Stadt an und hält auch Vorträge. Während die Tourist-Information im Geburtsort Weil der Stadt mit einigen Souvenirs aufwarten kann, sucht man diese am Engelberg vergebens. „In Linz kann man T-Shirts, Tassen und sogar Planeten-Pralinen kaufen“, sagt Albinus. Letztere vertreibt das Keplerforum Linz, um sich zu finanzieren.

Ob in Leonberg eine Seilbahn gebaut wird, bezweifelt er. „Aber wenn, muss man sich anschauen, wie Linz das macht. Unter touristischen und Marketinggesichtspunkten ist das sehr gut“, sagt Albinus. Nur eine Anmerkung hat er: „Zur Lebenszeit Keplers waren nur sechs Planeten bekannt.“

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