Post in Leonberg Postboten schwärmen jetzt von Leo-West aus

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Vom neuen Zustellerstützpunkt der Post im Gewerbegebiet am Längenbühl erhalten künftig rund 48 000 Haushalte im Umland ihre Briefe und Pakete. Foto: factum/Bach

Leonberg - Als Postbote einen Work 2, ein gelbes elektrisches Zustellerauto der Post, hat der Leonberger Oberbürgermeister Martin Kaufmann bisher noch nicht gelenkt – bis Freitagvormittag. Dann hat er nämlich im Gewerbegebiet Leo-West eine Runde in so einem Gefährt gedreht. Es ist der festliche Auftakt gewesen für den Umzug der Post aus der Eltinger Straße in den neuen Zustellerstützpunkt im Gewerbegebiet am Längenbühl.

Briefe werden zwar nicht mehr so viele geschrieben, doch die Mengen der Pakete, die die Post zu befördern hat, steigt und steigt. Ihr Zustellerstützpunkt in der Eltinger Straße reicht vorne und hinten nicht mehr aus, um die Sendungsmenge zu bearbeiten. Baulich lässt sich hier auch nichts mehr verändern, denn die Post ist hier nur noch Mieter. Seit sechs Jahren ist nämlich die Stadt die Besitzerin des Areals.

„Aufgeben, aber dann wohin umziehen? Das war die Frage“, hielt Niederlassungsleiter Christoph Meffert beim Festakt Rückblick. „Doch dann hat die Stadt, mit der wir immer gut zusammengearbeitet haben, dieses wunderbare Gewerbegebiet entwickelt.“ So entschied sich das Unternehmen für einen Neubau im Gewerbegebiet Leo-West und hat dafür von den insgesamt 72 000 rund 10 000 Quadratmeter Gewerbefläche im Gebiet am Längenbühl erworben. Die Post ist hier nun als das erste der 13 Unternehmen, die sich hier ansiedeln, an den Start gegangen. In wenigen Wochen folgt in der Nachbarschaft als nächstes Dietrich-Gebäudetechnik.

Vom neuen Zustellerstützpunkt aus werden die Postboten künftig den mehr als 48 000 Haushalten in Leonberg, Rutesheim, Renningen und Magstadt Briefe und Pakete bringen. In die neue Niederlassung ist nämlich auch die ehemalige Posteinrichtung in der Scheibbser Straße 2 in Rutesheim integriert.

Filiale in der Innenstadt soll bleiben

Auch die Postfächer sind aus der Eltinger Straße mit in den Neubau im Gewerbegebiet umgezogen. Die große Postfiliale bleibt bis auf Weiteres hier erhalten. Diese gehört auch nicht der Post, sondern der Postbank, weil der gelbe Riese selbst keine Filialen mehr betreibt und die Dienstleistungen an die Bank abgegeben hat. Geplant ist auf jeden Fall, dass eine Dienststelle für Privatkunden und Kunden der Postbank zentral in der Innenstadt erhalten bleibt.

Insgesamt 92 Beschäftigte werden auf fast 1800 Quadratametern Betriebsfläche im Gewerbegebiet Leo-West tätig sein. Hier bereiten die Postboten künftig ihre Zustelltouren vor. Der größte Teil der Briefe, die frühmorgens aus dem Briefzentrum in Waiblingen kommen, wo 4,5 Millionen Sendungen am Tag bewältigt werden können, ist schon nach der Gangfolge sortiert, in der die Postboten nachher die Straßen entlang gehen oder fahren. Wenn dann die Pakete, die Lastwagen aus dem Paketzentrum Eutingen bringen, entsprechend der Touren in die Zustellerfahrzeuge geladen sind, können die Postboten aufbrechen.

Worauf Meffert stolz ist und was OB Kaufmann freut, ist die Tatsache, dass der neue Stützpunkt für die elektrischen Zustellerfahrzeuge konzipiert ist. Diese baut die Post in Aachen selbst und sie haben eine Reichweite von rund 80 Kilometern. „Das reicht hier in dem dicht besiedelten Gebiet der Postleitzahlen 70 und 71 völlig aus“, sagt der Postpressesprecher Hugo Gimber. Rund 650 Transporter der Version Work 2 und der längeren Work L sind derzeit in Baden-Württemberg unterwegs.

OB: „Guter Tag für die Stadt“

„Das ist ein guter Tag für die Stadt“, sagte Oberbürgermeister Martin Kaufmann. Nicht ohne einzugestehen, dass er jetzt die Lorbeeren abgreife für die mutige Entscheidung der Post und das Engagement des Stadtplaners Norbert Geissel und des Wirtschaftsförderers Benjamin Schweizer, die hinter dem Vorhaben gestanden sind.

Mit dem neuen Stützpunkt nehme die Post den Lastwagenverkehr aus der Stadt heraus und mit den Elektrofahrzeugen reduziere sie die Luftbelastung, sagte der OB. Nicht zuletzt werde nun ein Areal frei, das das Kernstück für die zukünftige Stadtachse ist als Verbindungsstück zwischen der Stadtmitte und der historischen Altstadt. „Da wird es nun ernst, denn in wenigen Wochen tagt das Preisgericht für die Entwicklung des Post-Areals“, sagte Kaufmann.

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