Pop-up-Store in Leonberg Was macht ein Autohaus im Leo-Center?

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Die Azubis haben den Pop-up-Store im Leo-Center auf die Beine gestellt und führen ihn für vorerst sechs Monate. Foto: factum/Bach

Leonberg - Auf kleinen Metallwagen stehen Häppchen und Süßigkeiten bereit. Alte Reifen sind an die Wand ge­nagelt und dienen als Regale. Junge Menschen in beigefarbenen Overalls beraten die Kunden, die sich für die alten Bullis und VW-Käfer interessieren. Bei all diesem Retro-Charme fehlt eigentlich nur noch John Travolta, der Hüften schwingend mit seinen Kumpels aus dem „Grease“-Musicalfilm durch die Werkstatt tanzt.

„Wir wollten den Stil der 1960er und ­70er Jahre abbilden. Das passt zu den Bulli- und VW-Käfer-Accessoires. Das ist einfach ein emotionales Thema“, sagt Andreas Weeber. Er ist der Geschäftsführer des Autohaus Weeber, der am Freitag im Leo-Center einen Pop-up-Store eröffnet hat, die „Weeber Garage“.

Laden auf kurze Zeit

Pop-was? Die Bezeichnung leitet sich vom englischen „to pop up“ ab, was so viel wie „plötzlich auftauchen“ heißt. Das Konzept der zeitlich begrenzten Läden erfreut sich gerade besonderer Beliebtheit, etwa in Stuttgart. Junge Mode-Designer verkaufen eigene Mode in provisorischen Boutiquen oder Gastronomen testen neue Konzepte für kurze Zeit auf ihre Tauglichkeit.

Die „Weeber Garage“ ist der erste Pop-up-Store in Leonberg. „Ursprünglich hatte ich den Leo-Center-Manager nur gefragt, ob er mir einen Quadratmeter vermieten könne“, erzählt Andreas Weeber. Dieser war gedacht für ein Info-Terminal. Doch Klaus-Peter Regler habe entgegnet, er habe einen ganzen Laden für ihn und eine andere Idee. „Wir haben uns dann in der Führungsmannschaft besprochen und dabei kam die Idee zur Weeber Garage“, berichtet der Geschäftsführer.

Autos weniger wartungsanfällig

Und die teilt sich in zwei Bereiche. Hinten geht es um den klassischen Autoverkauf. In der Retro-Werkstatt vorn werden Waren angeboten. „Es gibt bereits Pop-up-Stores im Autohandel-Bereich. Aber die waren mir zu klinisch“, meint Weeber. Deshalb habe man sich für das Retro-Thema entschieden. „Wir wollten etwas Gemüt­liches, wo die Leute gern reingehen.“

Aber was macht denn nun ein Autohaus in einem Einkaufszentrum? „Die Fahrzeuge werden immer weniger wartungsanfällig, die Leute kommen einfach nicht mehr so häufig in die Werkstatt“, sagt der Chef. Hier im Leo-Center dagegen gebe es viel Laufkundschaft. „Die kann man auch ganz anders ansprechen“, meint Andreas Weeber. Viele Kunden sind bereits am Er­öffnungstag im Laden, schauen sich um, machen Fotos.

Azubis stemmen das Projekt

Auf die Beine gestellt haben das Projekt die Auszubildenden und Studenten des Autohauses. „Es war spannend und kreativ, aus einem leeren Verkaufsraum eine Retro-Werkstatt zu machen“, sagt Jonathan Weber, Azubi im zweiten Lehrjahr. Das ­Mobiliar stammt größtenteils aus dem Autohaus. „Wir haben sämtliche Keller auf den Kopf gestellt. Die Werkstattwagen ­etwa sind original, aber schon seit Jahren nicht mehr im Einsatz“, berichtet Andreas Weeber. Die Auszubildenden, die aus allen Bereichen stammen, von der Werkstatt bis zur Verwaltung, werden auch im Laden bedienen und beraten. Auf sechs Monate ist das Projekt angelegt. „Wir testen jetzt erst einmal wie das ‚Autohaus auf kleinstem Raum’ angenommen wird und sehen dann weiter“ sagt der Geschäftsführer.

Auch für das Leo-Center ist das Konzept Neuland. Ob es auch für die anderen ­freistehenden Ladenflächen taugt? Das Management konnte dazu am Freitag ­keine  Auskunft geben. Center-Chef Regler ­weilte, wie viele anderen Eltern, im Urlaub.

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