Pläne für Rückhaltebecken Mönsheim macht weiter in Sachen Hochwasserschutz

Von Brunhilde Arnold
Am 1. Juni 2013 waren viele Straßen Mönsheims überflutet. Das geplante Rückhaltebecken am Grenzbach soll solche Szenen in Zukunft vermeiden. Foto: Archiv/Marius Venturini

Es war der letzte Beschluss zu einem großen Projekt, den der scheidende Bürgermeister Thomas Fritsch diese Woche vom Gemeinderat fassen ließ. Einstimmig beauftragte das Gremium ein Fachbüro mit den Vorplanungen für ein seit Langem diskutiertes Hochwasser-Rückhaltebecken am Grenzbach. Dass dies am Jahrestag der Hochwasser-Katastrophe im Ahrtal geschah, ist zwar Zufall, zeigt jedoch die Dringlichkeit dieser Maßnahme angesichts immer häufiger werdender Starkregenereignisse.

Neues Rückhaltebecken soll 42 000 Kubikmeter Fassungsvermögen haben

Mönsheim hat selbst schon reichlich Erfahrung mit dem üblicherweise eher seicht dahinplätschernden Grenzbach gemacht. Im Sommer 2013 stand nach einem Starkregen der Ortskern unter Wasser und auch im vergangenen Sommer trat der Bach über die Ufer. Mit dem Bau des Staudamms am Paulinensee – Kostenpunkt 1,5 Millionen Euro, per Kredit finanziert – hat die Gemeinde bereits einen wichtigen Schritt zu mehr Sicherheit gemacht.

Ein zweiter ist die Renaturierung des Grenzbachs im Bereich Gewerbegebiet, das 2013 ebenfalls vom Hochwasser betroffen war. Und nun soll als dritter und größter Baustein des Hochwasserschutz-Konzepts das Hochwasser-Rückhaltebecken (HRB) im Bereich Lerchenhof am Ortseingang von Mönsheim in Angriff genommen werden. Es soll 42 000 Kubikmeter Fassungsvermögen haben und – anders als der Paulinensee – ein Trockenbecken sein, das sich nur bei Regen und Hochwasser füllt.

Geschätzte Kosten in Höhe von gut zwei Millionen Euro

Angedacht war dieses Projekt schon länger, doch angesichts der geschätzten Kosten von gut zwei Millionen Euro immer wieder zurückgestellt worden. Denn bisher überwogen die Kosten den errechneten Nutzen, sodass nicht mit Landeszuschüssen zu rechnen war. Dies hat sich nun geändert. Auf Grundlage einer neuen Arbeitshilfe des Landes wurde die Nutzen-Kosten-Untersuchung aktualisiert. Nun können auch „sozio-ökonomische“ Effekte miteinbezogen werden, also etwa die Ermittlung der Personengefährdung oder ökologische und soziokulturelle Aspekte.

Eine Rolle spielt auch, dass die Wiederherstellungskosten von Bauschäden in den letzten Jahren stärker gestiegen sind als etwa die Kosten der Schadensvermeidung, sprich der Bau eines Rückhaltebeckens. Nach den neuen Berechnungen des Büros Wald+Corbe erreicht das Kosten-Nutzen-Verhältnis nun einen Wert, der einen Zuschuss des Landes in Höhe von 70 Prozent ermöglichen könnte. Das Regierungspräsidium Karlsruhe betonte jedoch, dass für einen Zuschussantrag unter anderem eine Vorplanung nötig sei, wie sie jetzt vom Gemeinderat beauftragt wurde.

Bis zur Realisierung wird es noch eine ganze Weile dauern

Allerdings wird es noch eine ganze Weile dauern, bis sich mit dem HRB Lerchenhof auch die Hochwassergefahrenkarte der Gemeinde positiv verändern wird. Es wird damit gerechnet, dass bis Januar 2023 die Vorplanung abgeschlossen wird und dann Ende 2023 die Unterlagen zur Genehmigung eingereicht werden können. Bis das Becken in Betrieb gehen kann, wird also noch viel Wasser den Grenzbach in Richtung Ortsmitte hinunterlaufen.

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