Pfingstnovene in Rutesheim Ein Moment der inneren Ruhe

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Internationale Studenten der Universität Hohenheim gestalten mit Pater Gasto Lyimo den Gebetsabend. Foto: Jürgen Bach

Rutesheim - Eine ganz besondere, wohltuende Atmosphäre erwartet die Besucher der katholischen Kirche St. Raphael in Rutesheim in dieser Woche vor Pfingsten. Taizé-Gesänge und andere besinnliche Klänge laden zum Verweilen ein. Zum Nachdenken, zur Besinnung, zum Innehalten. Über den Altar ragen die orangefarbenen Flammen empor – neben den Tauben das Symbol des Heiligen Geistes, der sich den Jüngern am 50. Tag nach Ostern erstmals gezeigt hatte.

Die Rutesheimer Kirchentür ist vor Pfingsten täglich von 7 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. „Manche kommen schon morgens um 7 Uhr, um vor der Arbeit einen Moment lang zu meditieren“, sagt Pater Gasto Lyimo, der leitende Pfarrer der Seelsorgeeinheit CleBoRa, der die katholischen Pfarreien St. Clemens Maria Hofbauer Weissach, St. Bonifatius Renningen (mit St. Martinus Malmsheim) sowie St. Raphael Rutesheim angehören.

Gebete am Abend

Abends um 19 Uhr sind seit Beginn der Woche die Menschen eingeladen, an den Novenen-Gebeten teilzunehmen. Die Novene ist eine vorwiegend in der katholischen Kirche übliche Gebetsform, bei der bestimmte Gebete an neun aufeinanderfolgenden Tagen verrichtet werden. „Wir haben es ein wenig verändert und uns für sieben Gebete entschieden“, sagt Pater Gasto Lyimo.

An den Abenden wird daran erinnert, „was der Heilige Geist uns schenkt“ und jeweils eine von insgesamt sieben Gaben betrachtet. Diese sind Einsicht, Stärke, Rat, Erkenntnis, Weisheit, Frömmigkeit und Gottesfurcht. „Die Woche vor Pfingsten so zu gestalten, war die Idee unseres Pastoralteams“, sagt der Weissacher, der aus Tansania stammt.

Flammen – ein Symbol des Heiligen Geistes. Foto: Jürgen Bach

„Durch einen spirituellen Weg wollen wir die Menschen stärken, ihnen Halt geben und ihnen die Möglichkeit geben, die Gaben des Heiligen zu betrachten, die uns geschenkt sind, damit unser Leben gelingt.“ Der Geistliche der Ordensgemeinsacht der Spiritaner erklärt das am Beispiel der Gabe „Erkenntnis“. Wenn die Menschen die Fähigkeit haben, Gott zu erkennen, „dann befähigt uns das, den Umgang mit anderen zu verbessern, denn auch mein gegenüber ist ein Kind Gottes, daher muss man niemanden ausgrenzen oder diskriminieren“.

Studenten aus Hohenheim zu Gast

Gestaltet werden die Gebets-Abende von verschiedenen Gruppen. Der Mittwoch beispielsweise war eine internationale Begegnung von agrarwissenschaftlichen Studenten aus Hohenheim. In der dortigen Kirche St. Antonio predigt Pater Gasto Lyimo einmal im Monat. Er freute sich, dass eine Gruppe junger Menschen jetzt nach Rutesheim kam.

Tagsüber lädt das Pastoralteam dazu ein, den spirituellen Klängen zu lauschen. „Das ist in einer turbulenten Zeit wie dieser besonders wichtig.“ Warum Klänge aus Taizé? Taizé ist ein Symbol der ökumenischen Bewegung. Der Ort im südlichen Burgund ist Sitz eines internationalen christlichen Männerordens. Er wurde zum Treffpunkt für Jugendliche aus aller Welt.

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Der Bruderschaft gehören rund 100 Männer aus etwa 25 Ländern an, die aus der evangelischen und katholischen Kirche stammen. Wer nach Taizé kommt, ist eingeladen, im gemeinsamen Gebet und Gesang, in Stille, im persönlichen Nachdenken und in Gesprächen mit anderen, nach Gemeinschaft mit Gott zu suchen.

Ein wenig Abstand vom Alltag gewinnen an einem Ort der Ruhe: Das ist in dieser Woche bis Samstag auch in der Kirchengemeinde St. Raphael möglich. Nicht nur bei den Gemeindemitgliedern komme das gut an, sagt Pater Gasto Lyimo. „Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir das auch erweitern, denn unser Ziel ist es, für unsere rund 7500 Mitglieder der Seelsorgeeinheit Angebote über die Sonntags-Gottesdienste hinaus zu schaffen.“

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