Noch einmal gut gegangen Pferd steckt bis zum Hals im Schlamassel

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Mit Hilfe von Rundschlingen und Radlader: Nach eineinhalb Stunden Schwerstarbeit ist das eingesunkene Pferd aus der Gülle-Grube befreit. Foto: Feuerwehr Weil der Stadt

Weil der Stadt - Zu einem außergewöhnlichen Einsatz musste die Weil der Städter Feuerwehr ausrücken. Auf einem Grundstück in der Döffinger Straße in Schafhausen war am vergangenen Sonntag ein Pferd in eine Güllegrube geraten und konnte sich nicht mehr selbst ohne Hilfe aus dieser misslichen Lage befreien.

Der Notruf war bei der Feuerwehrleitstelle in Böblingen gegen 11.30 Uhr eingegangen. Insgesamt 15 Einsatzkräfte rückten mit drei Fahrzeugen aus. Zudem eilen eine Tierärztin sowie die Tierrettung herbei. „Für unsere Leute war das ein kurzer Überraschungsmoment. Ein Pferd aus einer Gülle-Grube zu retten ist eine Situation, die uns nicht so häufig begegnet“ sagt Jürgen Lenzinger, Pressesprecher der Feuerwehr Weil der Stadt. Das Pferd war in den frühen Morgenstunden irgendwie auf die Miste geraten – nicht ahnend, dass dies ein gefährliches Unterfangen werden würde.

Das 300 Kilogramm schwere Pferd sinkt ein

Denn was für das Tier ein fester Untergrund schien, war nichts anderes als Gülle. Ein Wirtschaftsdünger, der hauptsächlich aus Urin und Kot landwirtschaftlicher Nutztiere besteht. Und je nach Beigabe von Einstreu und Wasser unterscheidet man Dick- oder Dünngülle, Schwemmmist oder flüssige Jauche. Im aktuellen Fall war die Konsistenz so, dass sie das gut 300 Kilogramm schwere Pferd nicht tragen konnte. Der Vierbeiner sank ein und steckte bis zum Hals im Schlamassel.

Glück im Unglück: Die Grube ist höchstens 1,40 Meter tief, das Pferd hätte also nicht tiefer sinken können. Die angerückte Feuerwehr jedenfalls war vor Ort gefordert. „Wir mussten eine Strategie finden, wie wir das Tier retten konnten“, so Lenzinger. Im ersten Schritt ließ man das Wasser aus der Grube, um sie zugänglicher zu machen. Dann musste das Pferd erst einmal so weit freigeschaufelt werden, um zwei Rundschlingen um den Bauch zu spannen. „Es gibt sicher Angenehmeres. Ich beneide diejenigen, die vor Ort waren, nicht. Doch manchmal muss man auch Dinge tun, die einem nicht so gefallen“, sagt Lenzinger. Die kalten Temperaturen machten es zumindest etwas erträglicher. „Im Sommer hätte das ganze eine andere Duftnote gehabt“, so der Feuerwehr-Pressesprecher.

Hilfsbereiter Nachbar springt ein

Die Schlingen waren um den Bauch gelegt. Fehlte nur noch die entsprechende Gerätschaft, um das verunglückte Tier aus der Grube zu heben. Denn mit menschlicher Kraft allein war das nicht zu schaffen. Netterweise sprang ein hilfsbereiter Nachbar mit einem Radlader ein. „Wir haben hier eine ländliche Struktur. Da lassen sich Dinge oft auf kurzem Weg organisieren“, sagt Jürgen Lenzinger.

Mit vereinten Kräften war die Rettungsaktion schließlich nach gut eineinhalb Stunden erfolgreich abgeschlossen. Dem Pferd gehe es den Umständen entsprechend gut, sagt der Pressesprecher der Feuerwehr Weil der Stadt. Zwei Kameraden, die an der Rettung beteiligt waren, haben selbst mit Pferden zu tun und wussten das Tier zu beruhigen.

Da sich der Vierbeiner in einer Notlage befand, war es die Pflichtaufgabe der Feuerwehr, es zu befreien. Die Kosten der Rettung trägt daher die Stadt.

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