Neujahrsempfang Weil der Stadt Der Baumarkt könnte wieder auferstehen

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Thilo Schreiber blickt auf 2019 zurück. Foto: factum/Jürgen Bach

Weil der Stadt - Laut brandet der Applaus in der Weiler Stadthalle auf. Als „großen Segen für die Stadt“ bezeichnet der Bürgermeister Thilo Schreiber (CDU) seinen Beigeordneten Jürgen Katz (Freie Wähler). Das sehen offenbar viele so und tun diese Überzeugung klatschend kund. Ob das mit dem Versprechen zu tun hat, das Katz kurz davor gemacht hat?

„Kein Neujahrsempfang ohne das Thema Baumarkt“, führt der Beigeordnete nämlich ein, um dann fortzusetzen: „Wir haben den Gesprächsfaden mit dem Betreiber wieder aufgenommen.“ Seit vielen Jahren schon vermissen die Weil der Städter ihren Baumarkt im Industriegebiet. Der Investor war mit dem geplanten Neubau dort nie vorangekommen. Das könnte sich ändern, er erwarte die Pläne noch diesen Monat, sagt Katz beim Neujahrsempfang. „Vielleicht kann er dann noch in diesem Jahr mit dem Bau beginnen.“

In Merklingen gibt es wieder ein Hotel

Der Empfang, den Schreiber einst zusammen mit der Keppler-Stiftung eingeführt hatte, hat schon Tradition in Weil der Stadt. 300 Stühle haben die Hausmeister in der Stadthalle aufgestellt, und sie reichen nicht, denn die Bürger strömen. 2020 wird schließlich ein spannendes Jahr, viele langersehnte Projekte starten in die Realisierung. Wie schon beim vergangenen Mal ist der Beigeordnete für den Blick in die Zukunft zuständig, während der Bürgermeister zurückblickt.

2019 habe man auch schon viel gestemmt, sagt Thilo Schreiber und nennt die Projekte: In Merklingen gibt es wieder ein Hotel („das kann nur der Anfang sein“), die Telekom baut ein 125 Kilometer langes Glasfasernetz („ein Glücksfall für die Stadt“), der katholische Kindergarten wird neu gebaut, auf den Kläranlagen in Weil der Stadt und Hausen waren ebenfalls Bauarbeiter zugange, auf dem Linde-Areal entsteht neues Wohnen für Behinderte, die Stadt hat Ladesäulen für E-Autos aufgestellt und die Stadtkapelle, die Feuerwehr Merklingen, das Repair-Café, die Bürgergarde und der Heimatverein haben Jubiläen gefeiert. Auch den Strandsommer hat es schon zum zweiten Mal gegeben. „Auch in diesem Jahr wird es einen geben“, kündigt Schreiber erstmals an. Man sei auf der Suche nach einem Ort.

Auf dem Marktplatz wird es nicht möglich sein, denn der wird umgebaut. Das ist nur eine der künftigen Baustellen, an die der Beigeordnete Jürgen Katz beim Neujahrsempfang erinnert. „Das dickste Brett ist freilich das Schulzentrum, energetisch ist das ein Albtraum“, sagt er. Seit Jahren schon überlegt die Stadt, ob sich eine Sanierung überhaupt lohnt, oder ob ein Neubau besser wäre. Ein Grundsatzbeschluss des Gemeinderates steht hier also an. Katz deutet an, welchen Vorschlag er den Kommunalpolitikern machen wird: „Es wird eine Mischung aus Sanierungen und Neubauten“, sagt er. Die kommenden zehn Jahre werde der Stadt dieses Thema erhalten bleiben.

Wie weit soll die Stadt wachsen?

Der Beigeordnete berichtet, dass er sich noch immer einen Überblick verschafft, wie groß der Investitionsbedarf in der Stadt ist. Zum ersten Mal kündigt er an, dass der Sanierungsstau bei der Feuerwache Weil der Stadt und beim Bauhof in Merklingen groß sei. „Das wird uns beschäftigen“, sagt Jürgen Katz.

Eine ständige Weil der Städter Frage ist immer auch: Wie weit soll die Stadt wachsen? Katz bleibt bei seinem Kurs. Der Häugern wird erschlossen, in Merklingen gebe es noch die Möglichkeit für ein kleines Baugebiet. In Hausen könne man etwas Wohnen und Gewerbe ansiedeln – dann sei Schluss. 1800 neue Einwohner gebe das. „Renningen bekommt 1000 neue Einwohner pro Jahr, das wollen wir gar nicht“, sagt Katz. „Wir wollen gesund wachsen.“

Mehr Anstrengungen kündigt der Beigeordnete beim Verkehr an: „Das ist eine Daueraufgabe, ohne Dauerlösung, wir haben aber mehrere Ideen.“ Man wolle aber für Tempo 30 auf den Durchgangsstraßen eintreten, was freilich übergeordnete Behörden entscheiden.

Und dann steht 2020 noch das wichtigste kommunalpolitische Ereignis in der Stadt an. Ende Oktober läuft die Amtszeit des Bürgermeisters ab, es muss im Herbst gewählt werden. Ob er noch mal antritt, lässt Thilo Schreiber bislang offen.

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