Neues Heim für Vereine Viel Bewegung herrscht am neuen Heimsheimer Bauhof

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Von dem großen Neubau nahe der Stadthalle werden in Zukunft nicht nur der Bauhof, sondern auch mehrere Vereine profitieren. Foto: Simon Granville

Heimsheim - Die Entstehungsgeschichte des neuen Heimsheimer Bauhofs ist nicht arm an Kuriositäten. Zwischen Spatenstich und Baustart lagen Monate, die Baukosten für das Gesamtprojekt gingen auf einen Schlag durch die Decke (5,4 statt 3,5 Millionen Euro), die Stadt beendete die Zusammenarbeit mit dem damaligen Architekturbüro, was das Projekt um weitere Monate verzögerte. Inzwischen geht der Bau gut voran, auch wenn es im Vortrag des neuen Architekturbüros Gruner erneut einen echten Stirnrunzler-Moment gab. Auch von den Plänen für das übrige Gelände gibt es Neuigkeiten. Unter anderem wollen sich dort die Heimsheimer Schlegler niederlassen, ein Skatepark ist ebenfalls in Überlegung.

Vor allem beim Gewerk Rohbau gab es gute Neuigkeiten von Architekt Michael Gruner. Die Rohbaufirma „liegt absolut im straffen Zeitplan“, verkündete er im Heimsheimer Gemeinderat. Da einige Arbeiten am Dach und in den Sozialräumen nicht rechtzeitig vor Weihnachten fertig wurden, verzögern sich die Arbeiten hier aber um ein paar Wochen. Etwas eigenartig mutete der Beitrag zu den Fenstern an: Anscheinend hatte der Fensterbauer versäumt, einige Fenster rechtzeitig zu bestellen, was sich natürlich auf alle nachfolgenden Gewerke auswirkte. Wann und wie es hier weitergeht, konnte Gruner in der Sitzung daher noch gar nicht sagen. Der Gemeinderat nahm das zunächst zur Kenntnis.

Schlegler stellen ihre Pläne vor

Die Heimsheimer Schlegler, vertreten durch die Vorstandsmitglieder Manfred Walter und Detlef Kleineke, erhielten in der Sitzung die Chance, ihr eigenes Vorhaben etwas näher zu erläutern. Ende 2019 konnten die Schlegler ihr erstes eigenes Domizil beziehen, den Keller des Graevenitzschen Schlosses, also des Rathauses, der sich auch für Rittermahle und kleinere Veranstaltungen eignet. Für den übrigen Bedarf – Lagerräume, Platz für Training – kennt der Verein seit jeher nur Übergangslösungen, die nicht von Dauer sein werden, darunter das alte Feuerwehrhaus.

Die Schlegler stellen sich auf dem Gelände einen überdachten Schwertkampfplatz und eine Bahn zum Bogenschießen vor, dazu einen Gemeinschaftsraum sowie Lagermöglichkeiten für Ausrüstung, Zelte und mehr. Wie die einzelnen Komponenten angeordnet sein sollen, auch davon haben die Schlegler schon eine gute Vorstellung. Eine Bauvoranfrage beim Landratsamt wurde bisher aber noch nicht gestellt. „Wegen der Coronapandemie haben wir bis auf die Mitgliedsbeiträge im Moment keinerlei Einnahmen“, erklärte Detlef Kleineke. Mittelaltermärkte und vor allem die bekannten Rittermahle fallen vollständig weg. Ein Finanzierungskonzept konnten sie daher noch nicht vorlegen.

Trotzdem wünschten sich die Schlegler, den Platz wenigstens schon einmal für Schwertkampf und Bogenschießen nutzen zu können. Für beides gibt es aktuell nämlich nicht mal eine Übergangslösung. „Sobald Corona es zulässt, möchten wir gerne mit der Jugendarbeit starten, da wäre es natürlich von großem Vorteil, wenn wir im Freien üben könnten.“ Die Fläche müsste dafür zunächst nur eingeebnet und geschottert werden.

Gemeinderat unterstützt das Vorhaben

Der Gemeinderat sicherte zunächst grundsätzlich seine Unterstützung für das Vorhaben der Schlegler zu. Wie genau diese Unterstützung in finanzieller Hinsicht aussehen wird, darüber kann erst entschieden werden, wenn es einen Überblick über die Kosten und ein Finanzierungskonzept gibt.

Auch andere Vereine werden von dem Projekt am Bauhof profitieren. Bekannt ist, dass auf dem Bauhofgelände auch Vereins- und Übungsräume für den Heimsheimer Musikverein entstehen. Außerdem werden die drei bestehenden Garagen am Parkplatz der Ludwig-Uhland-Schule (Jahnstraße) dem Obst- und Gartenbauverein, den Landfrauen und dem Kuratorium Schleglerschloss zur Verfügung gestellt. Die Verwaltung schlug außerdem vor, einen Skatepark zwischen dem Beachvolleyballfeld und dem Mehrzweckspielfeld anzulegen. Die Kosten lägen bei rund 60 000 Euro.

Konkrete Angaben über den Bedarf konnte der Bürgermeister Jürgen Troll hier kaum machen. „Es ist hier keine echte ,Gruppe’, die sich dafür einsetzt, wie damals beim Beachvolleyball.“ Er habe insgesamt aber die Rückmeldung bekommen, dass in Heimsheim genau so etwas fehlt – gerade in Zeiten von Corona, als Mannschaftssport und Sport in der Halle nicht mehr möglich waren. Aus dem Rat kam die Anregung, das Geld zunächst im Haushalt zu belassen, um auf jeden Fall flexibel zu sein. „Wir stehen dem sehr wohlwollend gegenüber, aber wir sollten den Bedarf vorher ermitteln“, sagte Gaby Wulff von den Bürgern für Heimsheim. Viele Ratsleute sahen das Projekt außerdem als gute Chance, Jugendliche aktiv in den Entwicklungsprozess einzubinden.

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