Neues Ausbildungszentrum im Kreis Gibt es EU-Geld für Leonberger Klima-Schule?

Von ulo
Kälte- und Klimatechniker ist ein Beruf, der immer gefragter ist. In Leonberg ist ein neues Ausbildungszentrum geplant. Foto: Jens Wolf/dpa

Leonberg - Der Landkreis Böblingen treibt sein Leuchtturmprojekt eines ,,Zentrums für Kälte- und Klimatechnik‘‘ in Leonberg weiter voran. Man habe fristgerecht erste Unterlagen eingereicht, um aus dem Förderprogramm Regio-Win 2030 des Landeswirtschaftsministeriums Gelder zu erhalten. Dieses Programm werde aus dem Fonds für regionale Entwicklung der Europäischen Union finanziert. Hier werden bis zu knapp fünf Millionen Euro für Innovationsprojekte zur Verfügung gestellt.

„Auf der Freifläche zwischen Krankenhaus und Berufsschulzentrum Leonberg soll mit dem Zentrum für Kälte- und Klimatechnik eine Kombination aus Ausbildung, Fortbildung, Vernetzung und Forschung entstehen. Das zukunftsweisende Konzept passt hervorragend zum innovativen Landkreis Böblingen“, sagt Landrat Roland Bernhard. Partner des Projekts sind die Stadt Leonberg, das Berufsschulzentrum Leonberg, die Landesinnung Kälte-Klima-Technik Hessen-Thüringen/Baden-Württemberg sowie die Firma Bitzer Kühlmaschinenbau aus Sindelfingen.

Bislang keine Hochschule im Kreis

„Ein Zentrum für Kälte- und Klimatechnik in unserer Stadt würde den Wirtschaftsstandort Leonberg weiter stärken“, findet der Leonberger Oberbürgermeister Martin Georg Cohn (SPD). „Denn die Kälte- und Klimatechnik ist ein wichtiger Wirtschaftszweig, dessen Bedeutung auch vor dem Hintergrund des steigenden Energie- und Umweltbewusstseins bundesweit wächst. Entsprechend braucht es gut ausgebildete Fachkräfte, Forschung und Vernetzung.“

Die Schule passt gut in die Strategie des Landkreises, mehr Bildungsstandorte zu schaffen. Seit Langem beklagen die Böblinger, dass es keine Hochschule vor Ort gibt, und das könnten die Klimatechniker ändern. Der 1,4 Hektar große Platz soll in drei Entwicklungsstufen ausgebaut werden. In der ersten Stufe wird das Zentrum erst einmal gebaut. In der zweiten Stufe will der Kreis zusammen mit der Stadt Leonberg über eine Erweiterung nachdenken.

Läuft alles gut, ist man 2027 fertig

In der dritten Stufe wollen sich die Beteiligten überlegen, ob aus dem Zentrum eine Hochschule für Klimatechnik entstehen kann. Die beantragten Fördermittel gelten erst einmal für die erste Stufe. Wer den Zuschlag erhält, soll im April 2021 verkündet werden. Dann hat der Kreis ein Jahr Zeit, den Vollantrag zu stellen. Nach Ende des Förderzeitraums sei eine Erweiterung am Standort denkbar.

Parallel muss der Kreis das Konzept für die Schule ausschreiben. Anschließend wird der Bebauungsplan durch die Stadt Leonberg erstellt. Dieser planerische Vorlauf dürfte etwa drei Jahre dauern. Rechnet man die Bauzeit von ebenfalls etwa drei Jahren dazu, dann könnte das Gebäude nicht vor dem Jahr 2027 fertig sein.

Die Bedeutung der Branche werde weiter steigen. „Kernpunkte des innovativen Ansatzes sind die Nachhaltigkeit in der Energiewirtschaft, Ressourceneffizienz bei Kältemitteln und die Umsetzung von EU-Vorgaben zur Verwendung von neuen umweltschonenden Technologien und Kältemitteln in und über die Region hinaus“, sagt der Europa- und Fördermittelbeauftragte des Kreises, Matthias Reithinger.

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