Neuer Konrektor Vom kleinen Einmaleins bis zur mittleren Reife

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Denis Schneider ist der neue Konrektor in Heimsheim Foto: Andreas Gorr

Heimsheim - Der Unterschied zwischen Denis Schneiders Schützlingen könnte kaum größer sein: Auf der einen Seite die hochmotivierten Erstklässler, die alles lernen und wissen wollen „und sogar traurig sind, wenn man sie mal nicht aufruft“, auf der anderen pubertierende Neuntklässler, die sich um Antworten gerne mal drücken, aber zugleich schon viel fester im Leben stehen als die Kleinen. Doch gerade diese Abwechslung ist es, die Denis Schneider an seinem neuen Arbeitsplatz schätzt. Er ist der neue Konrektor an der Ludwig-Uhland-Schule in Heimsheim.

Genauer gesagt, ist Schneider der zweite Konrektor der Schule. Das hängt mit dem Konzept der Ludwig-Uhland-Schule zusammen. Es handelt sich dabei um einen Schulverbund aus Grund- und Realschule. Früher war auch noch eine Hauptschule in den Komplex integriert. „Solche Schulverbunde gibt es nicht so häufig“, erklärt Schneider. Zwar gibt es häufiger zum Beispiel kombinierte Grund- und Hauptschulen, „das gilt dann aber als eine einzige Schule“. In Heimsheim handelt es sich um zwei getrennte Schulen, aber mit nur einer Verwaltung, „da gibt es dann zwei Konrektoren“.

Es bleibt genug Zeit für den Unterricht

Als zweiter Konrektor ist Denis Schneider vor allem für die Grundschule zuständig, unterrichtet aber auch an der Realschule. „Es gibt nicht viele, die an beiden Schulen unterrichten, aber ich wollte das gerne.“ Für Unterricht bleibt trotz der Verwaltungsarbeit auch noch genug Zeit. Von den 27 Stunden der Unterrichtsverpflichtung entfallen zehn auf die Arbeit als Konrektor, die restliche Zeit verbringt er mit den Schülern. „Ich habe deshalb auch gezielt nach einer Stelle als Konrektor gesucht und nicht als Schulleiter.“ Da nämlich ist der Anteil an klassischer Unterrichtsarbeit deutlich geringer.

In beiden Bereichen – als Vollzeitrektor und Stellvertreter – hat Denis Schneider schon Erfahrungen gesammelt. Zuvor war der 41-Jährige Konrektor an einer Werkrealschule in Filderstadt. Im vergangenen Jahr, bevor die Schule wie viele Werkreal- und Hauptschulen im Land wegen zu geringer Nachfrage geschlossen wurde, war er der kommissarische Schulleiter. Nach der Schließung war er dann auf der Suche nach einer Schule, die näher an seinem Wohnort liegt. Vor nicht ganz zehn Jahren ist er nämlich nach Wimsheim gezogen und pendelte seither nach Filderstadt. „Mit der Familie wollten wir gerne aufs Land ziehen“, erzählt Denis Schneider. „Und ich wohne da gern. Wenn man aus Stuttgart kommt, ist es natürlich sehr ländlich, aber die Autobahn ist ja nicht weit weg.“

Zwar hat Schneider früher schon an Grundschulen gearbeitet – studiert hat er auf Grund- und Hauptschullehramt –, der Wunsch, dort wieder anzufangen, kam aber erst später. „Als Berufsanfänger mit 27 hat man zu jüngeren Kindern noch weniger Bezug.“ Jetzt, über die Familie – auch im Sportverein ist er als Trainer aktiv –, kam die Freude daran, auch die ganz Jungen auf ihrem Weg zu begleiten.

Damit gehört er zu den wenigen männlichen Grundschullehrern. „Ich finde das aber wichtig, dass die Kinder in der Grundschule mit Lehrern beider Geschlechter Kontakt haben.“ Trotz allem: Auch der Unterricht mit den Älteren hat für ihn seinen Reiz. Schon allein, was die Themen betrifft: Trigonometrie ist natürlich ein wenig spannender als das kleine Einmaleins.

Von der Fahrradprüfung bis zum Wandertag

Außer Mathematik lehrt Denis Schneider noch Sport. Eine ungewöhnliche Kombination? „Nein, das war an der PH eine typische ,Männer-Kombination’“, erzählt er. „Ein bisschen klischeehaft, ich weiß, aber das waren eben die Fächer, die mich schon in der Schule am meisten interessiert haben.“ Nicht obwohl, sondern gerade weil die beiden Fächer nicht viel miteinander zu tun haben. „Das ist ja das Spannende. Andere machen zum Beispiel Deutsch und Englisch oder so etwas. Aber den ganzen Tag nur Sprachen, das wäre nicht meins. Ich mag es so, wie es jetzt ist.“

Am 8. Februar war die offizielle Amtseinführung von Denis Schneider. Angefangen hat er mit seiner Arbeit bereits im September und konnte seither nicht nur seine Schule genauer kennenlernen, sondern auch die speziellen Eigenheiten einer Grundschulleitung. Vieles deckt sich mit seiner früheren Arbeit, „das Schulrecht ist natürlich das gleiche“. Aber die Zusammenarbeit mit dem Kindergarten, hier eine Fahrradprüfung, da ein Schulwandertag, all das wandert nun auch über seinen Schreibtisch. „Aber ich bekam in der Einarbeitung viel Unterstützung aus dem Kollegium“, sagt er. Und weil er auch Lehrer ist und nicht nur hinterm Schreibtisch sitzt, ist er beim Wandertag natürlich auch mit dabei. „Ich finde das wichtig, mit den Kindern in Kontakt zu sein, man lernt sie dann von einer ganz anderen Seite kennen.“

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