Neuer Kindergarten für Heimsheim Bei Kindern geht der Rat in die Vollen

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Auf dem Spielbereich am Kindergarten Lailberg wird schon lange nach Herzenslust getobt. Ein zweiter Kindergarten entsteht bald direkt nebenan, dann stehen die Spielgeräte auch den neuen „Nachbarn“ zur Verfügung. Foto: Andreas Gorr

Heimsheim - Die große Lösung soll es diesmal sein: Während bei vielen Projekten gerne mal der Rotstift angesetzt wird, wenn es um zusätzliche Räume und dergleichen geht, hat sich der Heimsheimer Gemeinderat nun mit großer Mehrheit – nur eine Gegenstimme gab es – für einen neuen Kindergarten mit gleich fünf statt mit vier Gruppenräumen entschieden. Das beauftragte Architekturbüro Bald­auf soll auf dieser Basis den vorgesehenen Neubau planen. Im Ergebnis wird ­dieser dann – nach einer noch sehr groben Schätzung – wohl um etwa 400 000 Euro teurer werden als die „kleine“ Lösung.

Das neue Baugebiet Lailberg II wird der Schleglerstadt in naher Zukunft wohl einigen Nachwuchs bescheren, wenn dort junge Paare oder Familien einziehen. Dazu erwarten Heimsheim Prognosen zufolge bis 2035 stetig wachsende Kinderzahlen. Und nicht nur die Zahlen steigen, „auch der ­Bedarf der Eltern nimmt zu“, erklärte der Bürgermeister Jürgen Troll. Aus diesen Gründen soll an der Ecke Lailberg­straße/Elchstraße, angrenzend an den bereits bestehenden Kindergarten Lailberg, eine weitere Betreuungseinrichtung entstehen.

Vier oder fünf Gruppen?

Ursprünglich lautete der Plan, einen Neubau für vier Gruppen, also 70 Kinder, anzulegen. Anscheinend ist es aber gar nicht so unwahrscheinlich, dass früher oder später sogar fünf Gruppen (rund 90 Kinder) vonnöten sein werden. In der vergangenen Ratssitzung im März ging deshalb der Auftrag an das Architekturbüro, darzustellen, wo die Unterschiede lägen bei einem Bau für vier oder fünf Gruppen.

Klar ist: Ein fertiges Gebäude einfach so um eine Gruppe zu erweitern, ist nicht so leicht. Mit einem zusätzlichen Gruppenraum wäre es in jedem Fall nicht getan. Es bräuchte zum Beispiel weitere Toiletten, das Zimmer für Betreuer und Küche müsste größer sein. Folgende Optionen standen daher zur Auswahl, wie Markus Gräter vom Büro Baldauf darlegte: ein Gebäude für vier Gruppen, das der Erfahrung nach zwischen 1,9 und 2,7 Millionen Euro kostet. Den Mittelwert gab Gräter mit 2,2 Millionen Euro an. Dieses Gebäude könnte gleich so angelegt werden, dass ein Anbau für eine fünfte Gruppe problemlos möglich wäre. Das ­käme dann, grob überschlagen, auf etwas über 2,3 Millionen Euro . Oder man könnte gleich eine fünfte Gruppe mit einplanen, ein solches Gebäude kostet durchschnittlich um die 2,6 Millionen Euro. Bei Option Nummer zwei gebe es noch Folgendes zu bedenken: „Wenn der Anbau erst später kommt, gibt es natürlich noch einmal eine zweite Baustelle“, so Gräter. Entsprechend würde das Gesamtprojekt dann natürlich teurer als bei Vorschlag Nummer drei.

Kosten bereiten Sorgen

Bedenken in Bezug auf Option drei ­äußerte Ralf Rüth von der CDU: „Ich muss schon schlucken, wenn ich diese Zahlen sehe.“ Gerade in Anbetracht anderer Großprojekte in Heimsheim – Stichwort: Stadthalle und Anbau für den Kindergarten Heerstraße – sollte man sich fragen, „ob wir in der Luxuslage sind, dass wir uns das leisten können“. Er tendiere daher zu Lösung Nummer zwei. Denn auch die 2,6 Millionen seien nur ein Mittelwert, die Zahlen schwanken laut Gräter meist ­zwischen 2,2 und 3,2 Millionen Euro.

Diese Bedenken teilte Martin Häcker (Bürger für Heimsheim). „Eine Differenz von einer Million Euro sind viel“, gestand er zu. „Aber wir brauchen das“, schob er hinterher. Die anderen Fraktionen sahen es ähnlich. Wirtschaftlich sei es auf jeden Fall sinnvoll, gleich für fünf Gruppen zu bauen, fand Walter Müller (Freie Wählervereinigung). „Vor allem, wenn man sich anschaut, wie viel letztlich der Anbau in der Heer­straße gekostet hat“, ergänzte Rolf Vetter von der SPD.

Bürgermeister Jürgen Troll gab zuletzt noch einmal Entwarnung, was die Höhe der Ausgaben angehe. Der Gemeinderat entscheide heute nicht über einen fertigen Entwurf. Wenn die Ideen und vor allem die Zahlen konkreter werden, bekommen die Ratsleute die Pläne noch einmal zur Diskussion vorgelegt. Jedoch sei es wichtig, nun erst einmal weiter voranzukommen. „Unsere Kapazität ist an der oberen Grenze. Jedes Kind, das jetzt neu dazukommt, sprengt eigentlich schon den Rahmen.“

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