Neubaugebiet Schnallenäcker Renningen verfährt nach Umlegemodell

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Bei der Erschließung von Wohnraum gilt es viel zu beachten. Foto: dpa/Christophe Gateau

Renningen - Nicht nur Renningen erschließt neues Bauland. Auch in Weil der Stadt mit dem „Häugern“ und in Weissach mit den Gebiet „Am Graben“ entstehen derzeit ähnlich große neue Wohnflächen. Im Gegensatz zu Renningen verfahren Weil der Stadt und Weissach aber anders. Dort kaufen die Kommunen erst alle Grundstücke an, bevor sie sie entwickeln – das sogenannte Ankaufmodell. Renningen verfährt nach dem traditionellen „Umlegungsmodell“, belässt die Grundstücke also in privater Hand.

Beide Modelle haben Vor- und Nachteile. „Der Hauptvorteil beim Ankaufmodell ist, dass wir eine Bauverpflichtung aussprechen können“, sagt Weil der Stadts Beigeordneter Jürgen Katz. Denn später verkauft die Stadt die Grundstücke wieder – und kann im Kaufvertrag zum Bauen verpflichten. „Noch heute haben wir in Baugebieten aus den 70er oder 80er Jahren viele grüne Lücken“, sagt Katz. Die Grundstücke würden als Spekulationsobjekt unbebaut gelassen.

Einheimische und kinderreiche Familien können bevorzugt werden

Zweiter Vorteil ist, dass die Stadt selbst entscheiden kann, an wen sie verkauft. Sie kann zum Beispiel einheimische und kinderreiche Familien bevorzugen, sie kann den Investoren beim Geschosswohnungsbau Sozialquoten vorschreiben, sie kann das Tempo der Vermarktung steuern, damit auch die Infrastruktur mithält. „Wir planen, auch Grundstücke im Häugern per Erbbaurecht zu vergeben“, kündigt Katz an. Der Nachteil: Wenn einzelne Acker-Besitzer nicht verkaufen wollen, scheitert das ganze Neubaugebiet – wie zum Beispiel das Merklinger „Zeil“.

Rutesheim war eine der ersten Städte, die auf das Ankaufmodell gesetzt hat, mit positiven Effekten für die Stadtkasse. Denn, wenn die Stadt gut geplant hat, macht sie beim Wiederverkauf der Grundstücke Gewinn. Allein von dem 19 Grundstücke großen Gebiet „Schelmenäcker/Pfuhlweg“ sind im aktuellen Haushalt 1,1 Millionen Euro Gewinn eingeplant.

Ziel ist, alle zufrieden zu stellen

Für Renningen habe das Umlegungsmodell Vorteile, sagt Stadtbaumeister Hartmut Marx. „Unser Ziel ist es, so schnell und so einfach wie möglich alle zufrieden zu stellen“, sagt er. Wenn die Stadt alles ankauft, brauche das viel Zeit. „Zudem kann es zu Missstimmungen führen, wenn sich etwa Baupreise ändern.“

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