Neubaugebiet in Rutesheim Der Lokal-Bonus sorgt für den Zuschlag

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Elf Bauplätze in Rutesheim sind jetzt vergeben. Foto: dpa/Patrick Pleul

Rutesheim - Die Zahlen muten schon ein wenig astronomisch an. Als die Stadtverwaltung Rutesheim 2018 damit begann, Interessenten für die Bauplätze im geplanten neuen Wohngebiet „Schelmenäcker/Pfuhlweg“ vorzumerken, gab es über 800 Interessensbekundungen für 19 Baugrundstücke. Dabei war alles vom Einfamilienhaus bis zum Reihenhäuschen.

Ein Jahr später nun sind die ersten elf Bauplätze vergeben. Auf die Grundstücke für drei Einfamilienhäuser und acht Doppelhaushälften kamen am Ende 262 Bewerbungen. „Bei einigen Bewerbern flossen die Tränen“, sagt Stadtkämmerer Rainer Fahrner. Sei es aus Freude, doch endlich den Traum vom Eigenheim wahr werden lassen zu können. Oder auch aus Enttäuschung, dass es nicht geklappt hat. Erleichterung hätten auch die Mitarbeiter in der Verwaltung verspürt. „Das hat unheimlich viel Arbeit gemacht“ sagt Fahrner. Zuerst seien es die zahlreichen Anfragen der Interessenten gewesen, dann mussten die Bewerbungsunterlagen versandt, Nachfragen beantwortet und schließlich die Bewerbungen an sich bearbeitet werden.

Gute Karten für Einheimische

Das aufwendige Verfahren habe sich aber gelohnt, findet Bürgermeisterin Susanne Dornes. Denn Rutesheim wollte bewusst Wohnraum für die einheimische Bevölkerung schaffen beziehungsweise auch für Menschen, die in der Stadt arbeiten. Deshalb hatte man weiter auf ein Punktesystem gesetzt und dieses weiterentwickelt im Vergleich zu früheren Neubaugebieten. „Das Verfahren ist EU-konform abgelaufen. Die Kriterien zu Rutesheim dürfen dabei nur die Hälfte ausmachen“, erklärt die Bürgermeisterin. So gab es Punkte, wer schon in der Stadt wohnt oder arbeitet. Hier waren maximal 90 Punkte für ein Bewerberpaar möglich. Weitere Zähler gab es für Kinder oder andere zu pflegende Angehörige oder auch ein Ehrenamt im Ort. Den Zuschlag für ein Grundstück erhielt am Ende der Bewerber mit den meisten Punkten.

Einmal muss das Los entscheiden

Für ein Einzelhaus waren mindestens 62 Zähler notwendig, für eine Doppelhaushälfte 42. Die höchste Punktzahl erzielte ein Bewerberpaar mit 93 Zählern. Entscheidend sei hier aber gewesen, auf welches Grundstück man sich beworben hatte. In einem Fall gab es zwei gleichwertige Bewerber, hier musste das Los entscheiden. Bereits im April, vor der Bewerbungsphase, war ein Bauplatz einem Arzt zugesprochen worden, der in eine Gemeinschaftspraxis vor Ort eingestiegen war. Ihm hätten jedoch im normalen Bewerbungsverfahren ohnehin 100 Extra-Punkte für seine Profession zugestanden.

Auch zu den übrigen Bewerbern gab die Verwaltung Informationen bekannt. So stammten alle elf erfolgreichen Bewerbungen von Einwohnern Rutesheims oder aus Perouse. Bei sieben davon war zudem der Arbeitsplatz in der Stadt. Darunter arbeiten zwei Personen jeweils bei Bosch und der Firma Voith, einer bei Porsche, zwei sind selbstständig. Nur zwei Bewerber ohne Kinder erhielten eine Zusage, einer mit einem Ehrenamt.

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