Schulweg in Renningen Zebrastreifen kommt erst später

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Wer hier von links nach rechts über die Lilienstraße möchte, muss quer über die Fahrbahn. Denn die Lilienstraße hat keinen echten Gehweg. Foto: Simon Granville

Renningen - Mehr Sicherheit auf Schulwegen wünschen sich die Eltern der Stadt Renningen. Der Gesamtelternbeirat hat daher an zwei neuralgischen Punkten einen Zebrastreifen beantragt: an der Kreuzung Rankbachstraße/Gottfried-Bauer-Straße sowie an der Kreuzung Nelkenstraße/Lilienstraße. Während sich der Wunsch für die Gottfried-Bauer-Straße verhältnismäßig unkompliziert umsetzen lässt, stellt die Nelkenstraße die Stadt vor deutlich größere Herausforderungen. Hier werden Eltern und Schüler warten müssen, bis das neue Baugebiet Schnallenäcker III in ein bis zwei Jahren fertig erschlossen ist. Manchen Gemeinderäten gefiel das gar nicht. Trotzdem ging der Vorschlag, den zweiten Antrag zurückzustellen, bei fünf Enthaltungen so durch.

Die offizielle Bezeichnung für einen Zebrastreifen lautet Fußgängerüberweg. Dazu gehören nicht nur die markanten weißen Streifen auf der Straße, sondern ebenso eine entsprechende und gut erkennbare Ausschilderung sowie eine Ausleuchtung mit Laternen. Auch die Bordsteine müssen an dem Überweg abgesenkt sein. Aus diesen Gründen ist ein Zebrastreifen mit deutlich mehr Aufwand und Kosten verbunden, als viele zunächst denken. Selbst der Überweg über die Gottlieb-Bauer-Straße kann daher erst 2022 in Angriff genommen werden, sobald die Haushaltspläne für das kommende Jahr beschlossen worden sind. Die Kosten liegen geschätzt bei 17 000 Euro.

Der Gehweg wird unterbrochen

Was aber macht die Kreuzung Nelkenstraße/Lilienstraße so kompliziert? Im Wohngebiet Schnallenäcker I, westlich der Lilienstraße, verläuft der Gehweg der Nelkenstraße auf deren Nordseite. Im später entstandenen Gebiet Schnallenäcker II, östlich der Lilienstraße, gibt es aber einen Gehweg auf der Südseite der Straße. Der Grund: Schnallenäcker II liegt auf der Südseite der Nelkenstraße, nördlich davon gibt es nur Acker. Da die Lilienstraße keinen eigenen Gehweg besitzt, bleibt den Kindern nichts anderes übrig, als die Fahrbahn an dieser Kreuzung diagonal zu überqueren. Zu gefährlich in den Augen vieler Eltern, da durch die Nelkenstraße als Durchfahrtsstraße eine Menge Autos fahren – und das nicht selten oberhalb der vorgegebenen Geschwindigkeitsbegrenzung.

Die Situation vor Ort macht es aus Sicht der Stadt schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, das Problem kurzfristig zu lösen. Jedoch: Nördlich der Nelkenstraße entsteht zurzeit das Wohngebiet Schnallenäcker III. Und dieses wird entlang der Nelkenstraße einen eigenen Gehweg erhalten. Mit dem Abschluss der Erschließungsarbeiten wird sich das Problem also von selbst erledigen, da die Kinder dann nur noch die kaum befahrene Lilienstraße überqueren müssen, um von Ost nach West zu kommen. Ist der neue Gehweg fertig, könne problemlos ein Zebrastreifen über die Nelkenstraße angelegt werden, so die Verwaltung.

Für einige Gemeinderäte ist die Situation trotzdem sehr unbefriedigend, wie sie im Gemeinderat deutlich machten. Sie wünschten sich eine hilfreiche Zwischenlösung, bis die Erschließungsarbeiten abgeschlossen sind – und bei der Suche danach mehr Initiative von der Stadtverwaltung. Vorschläge aus dem Rat lauteten beispielsweise, ein Fleckchen eines städtischen Grundstücks an der Ecke Lilienstraße/Nelkenstraße im jetzigen Acker abzuknapsen, um dort eine Art Insel zu schaffen, die als Verbindungsstück für einen Zebrastreifen dienen könnte. Oder die Lilienstraße dichtzumachen und aus südlicher Richtung mithilfe von Pollern in eine Sackgasse zu verwandeln. Dann müssten die Kinder nur noch eine Straße überqueren.

Kreuzung lässt sich mit kleinem Umweg umgehen

Nach Ansicht des Stadtbaumeisters Hartmut Marx lösen beide Vorschläge die Probleme an dieser Stelle aber nicht. Zum einen wegen des fehlenden Gehwegs an der Lilienstraße, die Kinder müssten bei der Sackgassenlösung trotzdem auf die Fahrbahn der Nelkenstraße. Zum anderen habe die Baufirma, die für die Erschließung zuständig ist, einen klaren Zeitplan und könne nicht einfach zwischendurch eine ausgewählte Fläche versiegeln und die elektrischen Leitungen legen. „Zwischenlösungen funktionieren hier nicht“, konstatierte er.

Allerdings seien die Kinder nicht zwingend auf diese Kreuzung angewiesen. Parallel zur Nelkenstraße verläuft beispielsweise die Margeritenstraße. „Das ist ein kleiner Umweg, aber man kann diese Kreuzung damit leicht umgehen.“

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